Percy
Während Percy regelrecht nach oben flog, zogen sich die Sekunden in die Länge und er fragte sich, ob sein Plan wirklich so gut war, wie er es sich vorgestellt hatte. Wer bitte war schon so dämlich, sich absichtlich von der Skylla schnappen zu lassen, nur, um sie dann im Zweikampf zu besiegen?
Inzwischen bereute er seine Entscheidung ein wenig, doch es war zu spät. Ehe er sich versah, wurde er ihn die Höhle hineingezogen und über den harten, steinigen Boden geschleift. Percy stieß ein Grunzen aus und versuchte, mit seinem freien Arm zu seiner Hosentasche zu gelangen, in der sich Springflut befand.
Wieder konnte er dieses schauderhafte Brüllen hören, es war nur viel lauter- und näher. In letzter Sekunde fand er Springflut und die 90cm lange Klinge wuchs in seinen Händen. Kaum spürte er das vertraute Gewicht, schlug er nach dem Reptilienfleisch, das noch immer seinen anderen Arm umklammert hielt. Percy vermutete, dass es sich um irgendwelche monströsen Verlängerungen handelte, mit denen die Skylla ihre Opfer zu sich heraufzog, um sie dann zu verspeisen.
Er dachte nicht weiter darüber nach, denn sein gezielter Angriff zeigte Wirkung. Sein Arm war wieder frei. Er spürte, wie ein wenig warmes Blut aus der Wunde lief, es brannte auch ein wenig, doch Percy ließ sich davon nicht irritieren. Blitzschnell schlug er auf sein Handgelenk und die Uhr weitete sich zu Tysons Schild. Er rollte ein paar Meter weg, wo er schwer atmend auf die Beine kam. Von weit her konnte er Annabeth schreien hören.
Und dann sah er das erste Mal das Ungeheuer, mit dem er sich angelegt hatte. Die Skylla war ein grauenvoller, verstörend er Anblick. Als Annabeth ihm von ihrem Aussehen berichtet hatte, hatte er das trotz seiner Erfahrung nicht so recht glauben können. Die Beschreibung hatte sein Vorstellungsvermögen übertroffen. Doch nun sah er sie mit eigenen Augen.
Der Oberkörper war noch am leichtesten zu beschreiben, wie erwartet handelte es sich um eine Frau. Sie trug einen Brustpanzer, der sehr alt und abgenutzt war und mit irgendwelchem Dreck verschmiert, Percy wollte gar nicht so genau wissen, was das alles war. Ihr Gesicht glich eher einer Fratze, als irgendetwas anderem. Ihr Mund war verhältnismäßig riesig, ihre Zähne spitz und gelb, als sie ihn nun öffnete und wieder ihr Gebrüll ausstieß.
Die sechs Hundeköpfe an ihrem Unterkörper taten es gleich, bei den Lauten, die erklangen, verzog Percy sein Gesicht. Speichel tropfte aus den Mäulern der Hunde, sie knurrten ihn an. Doch das Oberkommando schien die Frau zu haben. Sie schien fast ein wenig verwirrt, weil ihre Beute sich wehrte. Die Skylla verzog ihren Mund und stieß ein Knurren aus. Percy ging in Angriffshaltung. Sein Herz klopfte wie wild und das Blut rauschte in seinen Ohren.
Das Monster machte einen Sprung nach vorne und Percy wich aus. Er schwang Springflut, verfehlte jedoch und die Klinge ging durchs Leere. Er wirbelte herum, um sich der nächsten Attacke entgegenzustellen. Gerade noch rechtzeitig riss er den Schild nach oben, einer der Hundeköpfe war noch vorne geschossen und krachte nun mit voller Wucht gegen die Himmlische Bronze. Der Aufprall sorgte dafür, dass er ein paar Schritte nach hinten stolperte und beinahe gestürzt wäre. Im letzten Moment fand Percy das Gleichgewicht wieder und stieß sein Schwert nach vorne. Diesmal traf er etwas, er konnte nur nicht sagen, was. Sofort wich er wieder zurück.
Das wiederholte sich viele Male, bis er spürte, wie er langsam müde wurde. Die Skylla blutete inzwischen aus mehreren Verletzungen, manche nur leicht, andere wiederum schwer. Doch sie schien kein bisschen zu ermüden. Woran lag das?
Während Percy langsam aber sicher in die Defensive gedrängt wurde, suchte er fieberhaft nach einem Weg, diesen Kampf zu gewinnen. Das stellte sich als schwieriger heraus, als gedacht, denn er war überwiegend damit beschäftigt, nicht getötet zu werden.
DU LIEST GERADE
Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
