KAPITEL XLVII

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Hazel

Ihre Nerven flatterten, obwohl sie nicht in einen Kampf zog. Keine Schlacht lag vor ihr, keine Senatssitzung. Und dennoch konnte dieser Tag das Schicksal von Neu-Rom, Camp Jupiter und Camp Half-Blood bestimmen. Es war auch keine schlechte Aufregung. Sie konnte es nicht direkt beschreiben.

„Bist du bereit?", wollte Frank wissen, er war hinter sie getreten und blickte sie nun durch den Spiegel an der Wand an. Sie konnte ihm ansehen, dass er unsicher war. Es war ein seltener Anblick.

„Rückzieher gibt es nicht. Es ist unsere einzige Chance und wir dürfen sie nicht verstreichen lassen.", erwiderte sie entschlossen. Hazels goldene Augen strahlten kämpferisch und erinnerten an Kaiserliches Gold.

„Das weiß ich."

„Wir müssen diesem Augustus klar machen, dass wir noch immer das Sagen haben.", redete Hazel weiter. Kurz war es seltsam, von einem wir zu sprechen, was die Herrschaft bei den Römern anging. Sie war immerhin noch keine Prätorin. Doch die Tochter des Pluto verbesserte sich nicht, denn es ging doch darum, zu zeigen, dass sie für dieses Amt geeignet war.

„Auch das weiß ich."

Hazel warf ihrem Freund ein Lächeln zu. „Dann ist ja gut. Wir schaffen das.", meinte sie, diesmal blickte sie ihn ermutigend an. Sie hatte das Gefühl, heute das Kommando übernehmen zu müssen. Es war ihre Bestimmung, ihre Aufgabe. Hazel hatte diese unbestimmte Vorahnung, dass sie über sich hinauswachsen musste, um es zu schaffen. Ihr war zudem klar, dass sie und Frank keinen wirklichen Plan hatten, aber dennoch-... es würde klappen. Es musste klappen. Sie war sich sicher.

Als sie Franks Prätorenvilla verließen, legten sie keinen Wert darauf, nicht gesehen zu werden. Stattdessen gingen sie beide entschlossen in Richtung Neu-Rom und gaben an der Demarkationslinie ihre Waffen ab. Es war an der Zeit, wieder zu zeigen, dass Frank der Anführer war. Neu-Rom war das Zentrum, das Herz des Camps und sie durften keine Angst zeigen. Sie durften diese nicht einmal haben, denn es war ihr Zuhause.

Die Luft war kühl und der Himmel ein dämmriges blau-grau, es war früher Abend. Gerade eben war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden. 24 Stunden war es her, dass Pippa und Hayden ihnen den Namen geliefert hatten. Ein Tag, in dem sich Frank und Hazel ununterbrochen den Kopf darüber zerbrochen und den beiden befohlen hatten, sich zurück zu halten.

Je näher sie der Stadt kamen, desto größer erschienen die Häuser. Sie gingen durch den kleinen Vorort in das Zentrum der Stadt und unterhielten sich dabei leise. Nicht über Augustus Edison, sondern über allerlei- nur nichts, was lieber nicht gehört werden sollte.

Hazel und Frank redeten über das Camp und immer wieder schweiften ihre Gedanken zu Reyna ab. Sie hatten in der Zeit, in der die Tochter der Bellona in Long Island war, nur einmal miteinander gesprochen, seitdem nicht mehr. Ob sie es wohl seltsam fand, so lange nichts von ihnen gehört hatte? Andererseits könnte es ein Zeichen des Vertrauens sein, vielleicht zweifelte Reyna einfach nicht an ihren Fähigkeiten und dachte, dass in Neu-Rom alles unter Kontrolle war.

Hazel hoffte inständig, dass es nach diesem Abend wieder so sein würde.

Im Zentrum der Stadt angekommen, hielten sie nach einem bestimmten Club Ausschau, welcher der Familie Edison gehörte. Diese Information hatten sie ebenfalls von Pippa und Hayden erhalten.

Kurzzeitig dachte sie, dass sie nicht an dem Türsteher vorbeikommen würden. Allen Grund dazu hatte der bullige Halbgott auf jeden Fall, immerhin waren weder Hazel, noch Frank dazu befugt, Alkohol zu trinken. Doch dann erkannte er, wer die neuen Gäste waren und nach einem kleinen, überlegenden und mürrischen Blick ließ er sie ohne ein Wort eintreten.

Die Waffe der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt