KAPITEL IV

723 40 1
                                        

Percy 

„Ich glaube, ich werde das nie wirklich lernen.", seufzte Percy deprimiert, während Nico die Karten einsammelte, nachdem er die fünfte Runde hintereinander für sich entschieden hatte. Sein Gegenüber musste ein Lachen unterdrücken.

„Vielleicht bist du ja ein Spätzünder.", gab Nico trocken zurück.

„Oder vielleicht bist du einfach zu gut.", erwiderte Percy. „Sag mal, müsste ich nicht einen Anfänger-Bonus erhalten? Oder einen Ich-bin-fast-verblasst-Bonus?"

„Meinst du damit, dass ich absichtlich nicht so gut sein soll?", jetzt lachte Nico wirklich. „Vergiss es, Jackson. Ich fasse dich nicht mit Samthandschuhen an, da musst du schon zu den Anderen gehen. Außerdem, du bist doch sonst überall der Beste."

„Ich? Der Beste?", Percy verdrehte die Augen. „Hast du mich schon einmal in der Schule gesehen? Ich bin eine absolute Katastrophe!"

„Ach, tu doch nicht so. Percy Jackson, der Sohn des Poseidons. Retter und Held des Olymps, Bezwinger des Kronos und der Gaia.", zählte Nico lachend auf. „Und: Der schlechteste Mythomagic-Spieler aller Zeiten! Sogar Jason ist besser, als du."

„Na warte. Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Mit Jason werde ich schon fertig.", gab Percy schmunzelnd zurück. Mit einer Hand rieb er sich die Stirn.

Nico warf ihm einen schnellen Blick zu. „Ist alles in Ordnung?"

„Ja, nur ein bisschen Kopfschmerzen. Los, lass uns noch eine Runde spielen. Dieses Mal gewinne ich."

„Steck' dir bloß keine zu hohen Ziele.", meine Nico.

So ging das den ganzen Vormittag über. Die ganze Zeit stichelten sie gegenseitig, doch keiner von beiden war wirklich beleidigt. Stattdessen genoss es Percy vielmehr. Er wollte nicht, dass sich alle um ihn Sorgen machten. Das erinnerte ihn nur zu sehr daran, dass es ihm eigentlich nicht gut ging. Nico behandelte ihn normal und das bedeutete, dass er das alles vergessen konnte.

Irgendwann vielen ihm wieder die Pancakes ein und Percys Magen knurrte laut. Er verzog das Gesicht.

„Ich glaube, du hast Hunger.", stellte Nico mit vor Sarkasmus triefender Stimme fest.

„Was du nicht sagst.", gab Percy zurück. „Vielleicht sollten wir irgendwo Essen besorgen. Wann findet denn die Versammlung der Hüttenältesten statt? Dann kann ich das verbinden, oder so.", sein Magen gab ein noch lauteres Knurren von sich und Percy hielt inne. „Oder ich ignoriere die Versammlung einfach und gehe sofort essen."

„Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau. Aber wir haben beschlossen, dass wir die Versammlung hier in Hütte 3 abhalten, damit du nicht den ganzen Weg durchs Camp laufen musst.", erklärte Nico. „Wenn du willst, dann kann ich auch ein paar Teller holen, damit du hier essen kannst.", fügte er noch mit einem fragenden Blick hinzu. Percy schüttelte wie wild den Kopf.

„Nein, das tust du nicht. Ich komme mit. Die Bewegung und die frische Luft werden mir guttun. Ich glaube, ich bin für die nächsten Wochen genug gelegen. Außerdem kann ich mich ja nicht ewig hier verstecken, oder? Je schneller ich wieder am normalen Campleben teilnehme, desto besser.", meinte er.

„Aber Will hat gesagt, dass du dich ausruhen sollst."

Percy verdrehte die Augen. „Du hast dich doch auch nicht an alle ärztlichen Anweisungen von Will gehalten, oder?"

„Nein, aber-..."

„Also los, gehen wir."

Ohne noch weiter auf Nico zu achten, stand Percy auf. Er trug eine Jogginghose und T-Shirt, was vielleicht nicht sehr hübsch aussah, aber das war ihm egal. Im Allgemeinen sah er nicht besonders gut aus- was kümmerte ihn also seine Kleidung? Hauptsache war doch, dass sie nicht dreckig war und nicht stank.

Die Waffe der MeereWo Geschichten leben. Entdecke jetzt