KAPITEL II

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Annabeth

Nachdem die anderen gegangen waren, stand Will auf und zog mehrere kleine Phiolen aus seiner Tasche, die er jeweils öffnete und in einem kleinen Becher vermischte. Dann reichte er ihn Percy.

„Hier, das ist gegen die Schmerzen. In einer halben Stunde wirst du dich deutlich besser fühlen."

Will zog sich einen der Stühle neben Percys Bett und ließ sich darauf nieder. „Und jetzt musst du mir genauer sagen, wie du dich fühlst. Ich mache kein Geheimnis daraus, es war wirklich knapp. Und es kann sein, dass du einige Fragen hast, was deine Gesundheit angeht. Ich hoffe, dass ich alle beantworten kann, wenn nicht, dann werde ich Apollon rufen."

Percy schloss kurz die Augen. „Es ist schwer zu beschreiben."

„Versuche es.", forderte der Sohn des Apollon.

Annabeth hielt sich zurück. Als stille Beobachterin, und um Percy Mut zu spenden, saß sie da. Sie könnte sowieso nichts tun, sie war keine Heilerin. Es dauerte einen Moment, bis er wieder sprach.

„Es ist seltsam. Ich fühle mich, als hätte man mich einmal komplett auseinandergenommen und dann schlampig wieder zusammengesetzt. Ich habe das Gefühl, dass noch immer einige Teile von mir fehlen.", er richtete seinen Blick zur Decke. „Wird das bleiben? Werde ich mich für den Rest meines Lebens unvollständig fühlen?"

Will sah nachdenklich aus. „Das kann ich dir nicht sagen. Es kann natürlich sein, dass du Langzeitschäden davonträgst. Die Belastung, der du ausgesetzt warst, ist vermutlich das Extremste, was ein Sterblicher durchmachen kann. Es wurde etwas getrennt, das eigentlich nicht getrennt werden sollte. Aber du bist gerade erst seit einer Stunde wach. Gib deinem Körper und deinem Geist etwas mehr Zeit, damit er heilen und vor allem wieder zusammenheilen kann. Wenn du dich Morgen, oder Übermorgen, oder gar noch länger nicht ein bisschen besser fühlst, dann werden wir uns Gedanken darüber machen, was wir dagegen tun können.", er lächelte ermutigen. „Aber ich bin mir sicher, dass alles wieder zurückkommen wird. Hast du noch andere Fragen?"

„Wie lange wird es dauern, bis ich mich davon erholt habe?"

„Ein Tag, eine Woche, zwei Monate, ein Jahr. Vielleicht aber auch nie gänzlich. Es kann unterschiedlich sein. Das kann niemand vorhersagen.", antwortete Will wahrheitsgemäß. Annabeth konnte ihm ansehen, dass es ihm keinen Spaß machte, das zu sagen. Aber er war Heiler und das bedeutete, dass er seinen Patienten die Wahrheit sagen musste. Das war seine Pflicht.

Jetzt mischte sich Annabeth doch ein. „Und wie wird es in den nächsten Tagen ablaufen?"

Ein Grinsen huschte über Wills Gesicht. Er drohte Percy scherzhaft mit dem Zeigefinger. „Du wirst im Bett bleiben und dich ausruhen. Ärztliche Anweisung. Und wenn ich dich irgendwie erwische, wie du im Camp herumirrst, dann betäube ich dich und schleife dich persönlich auf die Krankenstation, wo du 24 Stunden am Stück überwacht wirst."

Percy zog seine Augenbrauen nach oben. „Ich nehme das als eine Drohung."

„Ist es auch."

„Und ich werde Will helfen, sie umzusetzen.", warf Annabeth dazwischen.

„Solltest du nicht auf meiner Seite stehen?", beschwerte sich Percy. Mit einem Grinsen stand Will auf.

„Ich glaube, das dürft ihr mal unter euch ausmachen. Annabeth, wenn sich etwas verändert, gibst du mir Bescheid, ok?", verlangte Will. Als sie genickt hatte, verließ er Hütte 3 und Percy und Annabeth waren alleine. Für ein paar Sekunden war es still und Annabeth nutzte die Zeit, um tief durchzuatmen.

Die Waffe der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt