KAPITEL XXIV

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Annabeth

Die Aufgaben, die zunächst vor ihr und Percy lagen, stellten sich als einfacher heraus, als Annabeth zuerst angenommen hatten. Zum einen war da das Problem, wie sie nach Miami kamen. Das war nicht sonderlich schwer zu lösen. Jacksonville war wirklich nicht von der Metropole entfernt. Annabeth hatte sich schnell dazu entschlossen, ein Auto zu mieten, denn so würden sie auch notfalls die Nacht durchfahren können.

Percy hatte ganz große Augen bekommen, als sie eine Kreditkarte gezückt und kurzerhand den Betrag, den der Vermieter verlangte, bezahlte. Das war etwas, an das sie sich seit sie in Rom gewesen waren, immer gehalten hatte. Annabeth trug jederzeit und überall ein Zahlungsmittel bei sich, denn sie konnte nie wissen, wann sie es gebrauchen konnte.

Als der Händler ihr die Schlüssel in die Hand gedrückt und sie und Percy das Gebäude verlassen hatten, drehte sich Annabeth mit einem triumphierenden Grinsen zu ihrem Freund um. Sie winkte mit den Schlüsseln in ihrer Hand.

„Wir kennen uns jetzt so lange und du überraschst mich immer wieder, Neunmalklug.", bemerkte Percy mit einem kleinen Lächeln. Seine grünen Augen leuchteten.

Annabeth grinste verschmitzt zurück. Bei seiner Bemerkung machte ihr Herz einen Freudensprung, diese Reaktion hatte sich in all den Jahren nicht verändert.

Gemeinsam gingen sie zu dem flaschengrünen Pick-up, der auf sie wartete. Annabeth fand, dass es das perfekte Auto für ihre Mission war.

Kurz darauf stockte sie, hielt mitten in der Bewegung inne. Percy marschierte auf die Fahrertür zu und sah sie auffordernd auf, als wolle er sie damit dazu bewegen, ihm die Schlüssel auszuhändigen. Augenblicklich schossen Annabeths Augenbrauen in die Höhe, sie verschränkte die Arme und beobachtete Percy.

„Was genau soll das werden?", fragte sie schließlich im gleichen Moment, in dem er sich zu ihr umdrehte. Fast wollte sie fluchen, denn er hatte diesen flehenden Blick aufgesetzt, der Annabeth immer an ein Seehundsbaby erinnerte und dem sie nur schwer widerstehen konnte.

„Kann ich den Schlüssel haben?", wich Percy ihrer Frage aus. Er presste die Lippen zusammen, es schien fast so, als wüsste er, dass Annabeth dagegen war. Natürlich wusste er das. Es war auch eine absolut schwachsinnige Idee, in seinem Zustand Auto zu fahren. Das wusste er auch. Aber einen Versuch war es allemal wert.

„Dir ist klar, dass dein Handgelenk gebrochen ist?", gab Annabeth mit einer winzigen Spur Sarkasmus in der Stimme zurück.

„Das könnte ich schwer vergessen.", meinte Percy trocken und verdrehte die Augen. Annabeth seufzte.

„Percy, du weißt genauso gut wie ich, dass du dein Handgelenk schonen musst. Hör auf mit diesem Blödsinn, ich fahre. Und das steht auch nicht zur Debatte.", fügte sie noch mit einem strengen Blick hinzu.

„Aber ich fahre besser als du.", kam es zurück.

„Tust du nicht. Du fährst wie ein Irrer.", erwiderte Annabeth. Sie war schon sehr oft bei Percy mitgefahren und zu oft hatte er ihrer Meinung nach das Gaspedal missbraucht. Es war nicht so, dass er nicht sicher fuhr. In brenzlichen Situationen überließ sie ihm nur liebend gerne das Steuer, denn er war verrückt genug, um aus solchen Sachen wieder heil herauszukommen. Aber normale Autofahrten? Wenn Percy fuhr, verlor Annabeth immer ihre Nerven. Mehr als nur einmal.

„Stimmt doch gar nicht.", brummte er zurück, doch noch im gleichen Atemzug ging er zur Beifahrertür, öffnete diese schwungvoll und stieg ein. Annabeth selbst verlor keine weitere Zeit und tat es ihm gleich. Drinnen nahm sie sich zwei Minuten, um sich mit dem Pick-up vertraut zu machen, dann startete sie den Motor und fuhr von dem Parkplatz hinunter.

Die Waffe der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt