KAPITEL XXXVII

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Hazel

Den Nachmittag verbrachten sie mit Trainieren. Hazel besaß zu viel überflüssige Energie und musste diese irgendwie loswerden. Da sie inzwischen andere Aufgaben wahrnehmen mussten, waren Frank und sie kein Teil des offiziellen Trainingsprogramm von Camp Jupiter mehr, lediglich bei Kriegsspielen und dergleichen waren sie immer dabei. Ansonsten hatten sie, was das Kämpfen anging, sehr viel Freiraum. Und da keiner von Beiden den ganzen restlichen Tag nervös warten wollte, entschlossen sie sich dazu, ein bisschen zu üben.

Hazel bereute diese Entscheidung kein bisschen. Es half ihr dabei, für ein paar Stunden gänzlich abzuschalten. Es zählten nur noch ihre Reflexe, ihre Schnelligkeit, ihre Kraft. Sie musste zugeben, dass ihr das viel mehr Spaß machte, als politische Intrigen auszufechten, hier kannte sie ihren Feind und wusste, was sie machen musste, um ihn zu besiegen, während sie in Neu-Rom im Dunkeln tappte.

Wobei sie Frank natürlich nur schlecht als Feind betrachten konnte. Doch beim Training befand man sich in einer Art Grauzone.

Letztendlich waren sie beide verschwitzt und müde, aber nicht unzufrieden. Hazel fühlte sich ausgeglichen. Besser gelaunt. Und gewappnet.

Frank ging in sein Haus, während Hazel in die Kaserne der fünften Kohorte ging, um zuerst zu duschen und sich dann umzuziehen. Anschließend war es Zeit zum Abendessen, dass sie wie immer mit allen anderen einnahmen. Doch im Gegensatz zu den letzten Tagen setzte sich Hazel mal wieder zu ihren Freunden aus der fünften Kohorte. Dakota, der Sohn des Bacchus und der andere Zenturio der fünften Kohorte -neben Hazel- war ebenfalls anwesend und gemeinsam lachten und scherzten sie mal wieder, trotz der eher düsteren Stimmung im Camp.

Frank hingegen wanderte zwischen den Tischen umher, setzte sich mal hier hin, mal dort hin, wechselte ein paar Worte, oder Trank einen Becher mit den Legionären. Hazel beobachtete ihn hin und wieder und stellte fest, wie gut er in seine Aufgaben als Prätor hineingewachsen war. Er wirkte so erwachsen auf sie.

Eigentlich hatte sie keinen Appetit, doch ihr Körper war nach dem anstrengenden Training ausgelaugt und ihr Magen knurrte. Also aß sie etwas, aber nur, um bei Kräften zu bleiben.

Dann, nach dem Abendessen, gingen sie wieder in Franks Villa, die er als Prätor bewohnte und warteten. Hazel setzte sich auf eine Couch und las ein Buch, doch immer wieder ertappte sie sich dabei, wie sie die Buchstaben lediglich anstarrte, jedoch nicht wirklich wahrnahm. Nach einer Stunde schlug sie also das Buch zu, streckte sich aus und starrte an die Decke.

„Was meinst du, wie lange dauert es noch?", warf sie in den Raum. Von der anderen Seite des Zimmers drang Franks Stimme zu ihr. „Ich weiß nicht genau. Zwei Stunden, denke ich."

„Wie sollen wir das nur aushalten?"

„Entspann' dich, Hazel. Wir können sowieso nichts unternehmen. Hayden und Pippa kommen her, sobald dieses Treffen vorbei ist, so ist es abgemacht. Bis dahin müssen wir uns gedulden.", erwiderte er.

„Wie kannst du nur so ruhig bleiben? Mich kostet es all meine Kraft, hier liegen zu bleiben und nicht durch das Zimmer zu tigern.", Hazel seufzte laut. Plötzlich tauchte Franks Gesicht über ihr auf, sie zuckte kurz zusammen, dann setzte sie sich auf.

„Im Ernst, Frank.", sagte sie ernst. „Wir setzen hier all unsere Hoffnungen hinein, aber was, wenn es nicht klappt? Wenn wir letztendlich trotz all unseren Bemühungen verlieren werden?"

„Ich versuche, mir darüber noch keine Gedanken zu machen, denn noch haben wir nicht verloren, okay?", kam es zurück. „Wir müssen einfach Vertrauen haben."

„Okay.", wiederholte Hazel ein bisschen widerwillig. Sie wusste nicht, wie sie die nächsten zwei Stunden überstand, doch als es dann endlich an der Tür klopfte, war sie blitzschnell auf den Beinen und rannte zum Eingang. Frank stieß ein überraschtes Schnauben aus, doch Hazel ließ sich davon nicht beirren. Sie packte die Klinke und riss die Tür auf.

Die Waffe der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt