Percy
Einen kurzen Moment dachte Percy sogar, er hätte eine Chance. Er stürmte vorwärts, Springflut fest im Griff und den Schild hoch erhoben, um sich zu verteidigen. Er war fest entschlossen, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Außerdem wusste er, dass der Wille, etwas Großes zu tun, Wunder vollbringen konnte.
Noch während Percy lief, hob Pontos seine Hand und ein großes Schwert materialisierte sich in dieser. Es war beinahe durchsichtig und wenn Percy es nicht besser wüsste, hätte er vermutet, dass es sich dabei um Wasser handelte, dass nur mit Kraft zusammengehalten und so zusammengepresst wurde, dass es scharf wie Metall war.
Er war schnell. Percy schlug mit seinem Schwert zu und wollte seinen Gegner mit der Klinge durchbohren. Aber Pontos parierte und setzte seinerseits nach, was Percy dazu zwang, zurückzuweichen.
„Wie ich sehe, bist du ungeduldiger, als ich dachte.", bemerkte der Gott.
Als Antwort griff Percy erneut an, zielte zuerst auf den Oberkörper, riss dann jedoch das Schwert nach unten, um ihn zu überraschen.
Diesmal wich Pontos aus, mit einer Leichtigkeit, die Percy nun doch ein wenig Angst einjagt. Er fühlte sich wie eine Ameise, die versuchte, einen Bären zu besiegen. Und das nach gerade einmal zehn Sekunden!
„Wie du willst.", brummte sein Gegner nun, er ging in Angriffsstellung. „Mal sehen, was du so draufhast."
Trotzdem machte er keine Anstalten, Percy zu attackieren. Entweder, er war sich zu schade dafür, oder es war unter seiner Würde. Es kam beides aufs Gleiche hinaus: Der Sohn des Poseidons war gezwungen, anzugreifen.
Das tat er dann auch, er hackte ein paar Mal mit Springflut um sich, wurde jedoch von Pontos geblockt. Percy rollte sich weg, ein paar Meter in Sicherheit.
Gleichzeitig tastete er nach dem Meer. Gedanklich boxte er sich durch die unsichtbare Mauer, die der Urgott hochgezogen hatte. Er duldete keinen Widerspruch, der Ozean gehörte zu ihm. Der Long Island Sound war sein Revier. Sein Reich.
Er dachte daran, wie er in der Vergangenheit Poseidons Segen heraufbeschworen hatte. Percy versuchte, alles so zu tun, wie er es damals getan hatte. Er stellte sich die Meere vor, das Wasser, die Macht, die unter der Oberfläche schlummerte.
Es zeigte Wirkung. Wie früher durchfuhr ihn neue Kraft, Adrenalin rauschte durch seine Adern.
Pontos kniff die Augen zusammen. „Interessant."
Als Percy das nächste Mal angriff, hatte er den Rückhalt des Meeres. Er spürte die Anwesenheit von Pontos immer noch deutlich, aber sie stand im Hintergrund. Das Meer gehörte ihm.
Da er nicht wusste, wie lange es so bleiben würde, rannte er nach vorne und landete seinen ersten Treffer. Springflut traf Funken sprühend auf die Rüstung, das Schwert durchschlug diese nicht, aber es war ein erster Fortschritt.
Doch dieser Kraftaufwand zerrte an Percy. Er keuchte und wich zurück.
„So langsam verstehe ich, warum du von vielen Göttern respektiert wirst.", bemerkte Pontos und schwang sein eigenes, riesiges Schwert probehalber. Zischend sauste es durch die Luft. „Aber es wird bei weitem nicht genug sein."
Gleich darauf, einen Sekundenbruchteil später, flimmerte die Luft um ihn herum, das Meer fing wieder an zu brodeln und Percy fühlte sich, als hätte ihm jemand einen heftigen Schlag ins Gesicht verpasst. Schon befand sich das Wasser wieder in Pontos Hand. Er taumelte zurück und kämpfte erneut gegen diese unsichtbare Mauer an.
Er steckte all seine Kraft hinein, jedes bisschen seiner Existenz. Er konnte vor seinem inneren Auge sehen, wie die Wand Risse bekam, doch sie hielt stand.
Während er immer wieder angriff, prügelte er weiterhin auf die Mauer ein, hin und wieder hatte er Erfolg. Dann konnte er das Meer spüren und es zu seinen Gunsten nutzen.
Wann immer das geschah, hatte Percy Hoffnung. Dann dachte er, dass er vielleicht lebend hier wieder herauskommen konnte.
Doch dann lachte Pontos, als hätte er genug von diesem Spielchen. Als müsste er nun endlich zur Sache kommen.
Das war der Moment, in dem er anfing, Percy mit diesen leuchtend grünen Blitzen zu beschießen.
Das war der Moment, in dem Percy klar wurde, dass er sich nicht täuschen lassen sollte. Er war verloren.
Er wusste nicht, wie oft er es schaffte, den Blitzen auszuweichen. Wie oft er über den Sand rollte und sich wieder hochrappelte. Er fühlte sich wie bei einer Partie tödlichen Völkerball- eigentlich etwas, von dem er, seit er dreizehn gewesen war, genug hatte.
Von weit her konnte er Pontos lachen hören. Eine kurze Pause trat ein, in der Percy schwer atmend auf die Beine kam.
Seit er einen Blitz mit dem Schild abgewehrt hatte, war es vollkommen verrußt.
„Du hast dich gut geschlagen, Percy Jackson.", sagte Pontos. „Aber das ist jetzt vorbei."
Nacheinander schickte er drei grüne Blitze in seine Richtung. Dem ersten entkam er mit einer wagemutigen Rolle. Der Zweite verfehlte.
Und der Dritte traf Percy direkt in die Brust.
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Die Waffe der Meere
FanficPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
