Percy
Percy stand auf und klopfte sich den Dreck von der Kleidung. Er fuhr sich durch die Haare und hob Springflut auf, das ein paar Meter entfernt auf dem steinigen Boden lag. Das Schwert wurde wieder zum Kugelschreiber und der Schild wieder zu einer Uhr. Dann fühlte er sich bereit dazu, diese Höhle zu verlassen.
Kaum war er nach draußen getreten, spürte er den Sonnenschein auf seinem Gesicht, bei dem hellen Licht musste er unwillkürlich blinzeln. Es passte so gar nicht zu den Schrecken, die er in der Höhle erlebt hatte. Percy machte ein paar Schritte bis zu der Felskannte, in der Erwartung, sofort die Siren zu sehen. Tatsächlich erblickte er sie jedoch erst auf dem zweiten Blick. Anders als erwartet, befand sie sich nicht dort, wo er Annabeth und Grover zurückgelassen hatte, sondern circa 200 Meter entfernt.
Percy runzelte ein wenig verwirrt die Stirn. Warum waren sie so weit abgetrieben? Was war passiert?
Dann hörte er ein Brüllen. Es unterschied sich gänzlich von dem der Skylla, es war tiefer und grollender und verpasste ihm eine Gänsehaut. Noch in der gleichen Sekunde sah er die Wellen, die auf die Siren zurasten und sie zu verschlingen drohten.
Ein kleiner Teil seines Gehirns schloss daraus, dass Charybdis irgendwie den Tod der Skylla gespürt hatte und nun mit aller Kraft versuchte, die Personen, die dafür verantwortlich waren, zu vernichten.
Percy überlegte nicht lange und sprang von der Klippe ins Wasser. Er befahl den Strömungen, ihn zu der Siren zu tragen und konzentrierte sich gleichzeitig darauf, die Wellen unter seine Kontrolle zu bringen. Er konnte die Yacht spüren und auch, wie die Wassermassen an ihr zogen, doch er hatte das Gefühl, dass er etwas dagegen ausrichten konnte. Mit all seiner Kraft drückte er das Wasser zurück und glättete den Ozean rund um die Siren, so gut es ging.
Innerhalb von 30 Sekunden war er bei der Yacht. Sie schaukelte im Wellengang, er konnte weder Annabeth, noch Grover an Deck sehen. Percy schwamm ans Ende und kletterte mit viel Mühe herauf, die Holzplanken waren nass. Mehr als eine Welle musste die Siren getroffen haben.
„Annabeth? Grover?", rief er. „Wo seid ihr?"
Einen Moment lang hatte er Angst, dass er alles mit seinem Kampf gegen die Skylla alles nur noch schlimmer gemacht hatte. Was, wenn Annabeth und Grover über Bord gegangen waren? Sie waren keine Kinder des Poseidons, sie hätten Mühe, in diesem Meer zu überleben, wenn es überhaupt eine Chance gab. Doch dann hörte er ihre Stimme.
„Wir sind hier!"
Percy sprintete die Treppen nach oben auf die Brücke, von wo die Stimme gekommen war. Und tatsächlich. Annabeth saß auf dem Stuhl, ihre Hände umklammerten das kleine Steuerrad so fest, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten. Sie war vollkommen durchnässt und eine Alge hing in ihren blonden Haaren. Es war ein seltsamer Anblick.
„Schaff' uns hier raus!", befahl sie. Annabeths Gesicht war grünlich verfärbt, als sie ihn ansah. Sie sah aus, als wäre ihr schlecht.
„Was ist passiert?", wollte Percy wissen.
„Charybdis. Sobald du oben in der Höhle warst, ist das losgegangen. Wellen, Strömungen und so weiter. Wir wären zweimal beinahe gekentert und es scheint, als könnten wir absolut nichts dagegen unternehmen.", fasste Grover die Lage schnell zusammen.
Percy nickte und schloss die Augen. „Annabeth, zurück zum Felsen. Steuer' dorthin, ich helfe dir."
„Was? Aber die Skylla-...?", gab sie zurück. Percy warf hob die Lider und warf ihr einen Blick zu.
„Tot."
Seine Antwort war knapp, doch er sah ihre Reaktion sofort. Annabeths Blick war unergründlich und erinnerte ihn daran, wie sie ihn angesehen hatte, als er Achlys-...
Percy sah schnell weg und konzentrierte sich auf das Wasser, verdrängte den Gedanken an den Tartarus und was er hatte tun müssen, um zu überleben.
„Los, wir müssen weiter. Und das möglichst schnell.", presste er hervor und versuchte, die seltsame Stimmung zu ignorieren.
Er befahl dem Meer, sie weitertreiben zu lassen, weg von Charybdis. Es war anstrengender, als gedacht, vor allem auf Dauer. Schon bald spürte Percy Schweiß auf seiner Stirn. Zuerst der Kampf gegen die Skylla, der sein äußerstes Können gefordert hatte und nun das. Es lag vor allem daran, dass das Meer der Ungeheuer gegen ihn arbeitete. Er spürte den Widerstand des Wassers, doch Percy biss die Zähne zusammen.
Und dann war es geschafft. Die Wellen wurden kleiner, das Wasser ruhiger und die Motoren der Yacht reichten wieder aus, um sie stetig weiterfahren zu lassen. Da war nichts mehr, wogegen sie ankämpfen mussten. Percy atmete erleichtert durch und öffnete die Augen.
Das Meer glitzerte grünlich in der Sonne, der Himmel war wolkenlos und weit und breit war nichts zu sehen.
Die erste große Hürde hatten sie hinter sich gebracht. Sie waren im Meer der Ungeheuer angekommen.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
