Annabeth
Das Camp lag verlassen und leise vor ihnen, in Kriegszeiten ein seltener Anblick. Seite an Seite mit Percy und den Anderen ging Annabeth zu den Hütten, wo sie sich verabschiedeten. Als sie in Hütte 3 eintraten, war es dunkel, doch Percy tastete an der Wand geübt nach einem Lichtschalter und gleich darauf wurde sie in gedämpftes Licht getaucht.
Annabeth zog die Jacke aus, die sie draußen getragen hatte und hängte sie über einen Stuhl.
„Es ist schön, wieder hier zu sein.", bemerkte sie.
„Ja.", Percy stimmte ihr zwar zu, aber er klang gedankenverloren. Durch seinen Tonfall alarmiert, drehte sich Annabeth zu ihm, beobachtete ihn und sah, dass er den Dolch in den Händen hielt. Der Waffengürtel lag auf einem Tisch, die Waffe schien wieder in seinen Händen zu strahlen.
Vorsichtig trat Annabeth näher. „Ist alles okay?", wollte sie wissen.
Es dauerte kurz, bis er aufsah. „Ich-... ja.", die Antwort kam zögerlich.
Sie machte noch ein paar Schritte, sodass sie vor ihm stand. Sanft nahm sie ihm den Dolch aus den Händen und legte ihn ebenfalls auf dem Tisch ab. Dann nahm sie seine Hände und hielt sie.
„Percy, was haben dir die Sirenen gezeigt?", Annabeths Stimme war leise, nicht drängend. Wenn er nicht darüber reden wollte, dann würde sie es akzeptieren. Aber sie hatte das Gefühl, dass er darüber nachdachte.
Der Sohn des Poseidons lächelte sie ein wenig traurig an. „Ich habe dich gesehen. Und ich habe unsere Kinder gesehen."
Annabeth spürte, wie ihr Herz schneller schlug.
„Es hat kein gutes Ende genommen.", sie hatte zwar gewusst, dass es noch irgendeinen weiteren Haken gab. Den gab es bei den Sirenen immer. Seine Erklärung sagte ihr zumindest, warum sie die Trauer in seinen Augen sehen konnte, wenn er sich daran erinnerte. Es fühlte sich an, als hätte eine unsichtbare Macht Annabeth einen Schlag ins Gesicht verpasst. Sie holte tief Luft und versuchte, etwas Unmögliches in Worte zu fassen.
Doch Percy unterbrach sie. „Du musst nichts sagen. Es war nicht real und das weiß ich.", meinte er. „Das ist es nicht, worüber ich nachdenke."
Annabeth legte ihren Kopf schief. „Was ist es dann?"
Er runzelte die Stirn. „Ich muss immer wieder an etwas denken, das Klaia gesagt hat."
Dieses Geständnis überraschte sie ein wenig. Sie hatte mit anderen Problemen gerechnet, aber mit solchen? Wohl kaum.
„Was auch immer es ist, vielleicht hilft es, wenn zwei Köpfe darüber nachdenken.", erwiderte Annabeth und lächelte ihn ermutigend an.
Percy grinste. „Vor allem, wenn die zweite Person eine Tochter der Athene ist, meinst du."
Ertappt verzog sie das Gesicht, auch ein bisschen belustigt. „Vielleicht."
Gleich darauf wurde er wieder ernst. „Ich gehe mein Gespräch mit Klaia immer wieder durch und ich stolpere immer wieder über einen Satz. Sie hat zwar gesagt, dass der Dolch mir gehört, also, nachdem sie mir mit ihm in die Hand geschnitten hat.", für einen kurzen Moment richtete sich sein Blick in weite Ferne. „Aber-... ich habe meine Zweifel. Ich denke nicht, dass ich die Person bin, die den Dolch erhalten soll."
Perplex starrte sie ihn an. „Wie bitte?"
Etwas anderes brachte Annabeth nicht heraus. „Percy, wie kommst du darauf? Du bist der Sohn des Poseidons, das einzige Kind des Poseidons. Du hast es geschafft, ihn zu finden. Du hast ihn bekommen. Wer sollte den Dolch erhalten, wenn nicht du?"
DU LIEST GERADE
Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
