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KAPITEL XLI

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Percy 

Je näher sie der Insel der Sirenen kamen, desto nervöser wurde Percy. Er fragte sich, was sich Bethany dabei gedacht hatte, als sie entschlossen hatte, den Dolch der Meere auf eben jener Insel zu verstecken. Natürlich war dieses Versteck gewissermaßen genial, gleichzeitig jedoch auch für die Guten eine echte Herausforderung.

Und was hatte sie dabei gefühlt? War seine Halbschwester nervös gewesen? Hatte sie Angst gehabt?

Bestimmt, Percy konnte sich einfach nicht vorstellen, dass es das Gegenteil gewesen war. Er hatte Bethany recht gut kennengelernt und obwohl sie furchtbar stark war, physisch und psychisch, musste sie bei diesem Auftrag an ihre Grenzen gestoßen sein.

Percy selbst saß auf dem Bett in seiner Kajüte, wo er auch zuvor schon geschlafen hatte. Sowohl Annabeth und Grover hatten ihm mehr oder weniger befohlen, sich auszuruhen- vor allem nach dem Kampf gegen Skylla. Zuerst hatte er protestiert und gesagt, dass es ihm gut ginge, doch Annabeth hatte ihn nur mit diesem Blick angesehen und in somit kleinbekommen. Es ging ihm nicht wirklich gut, das hatte auch ein Blick in den Spiegel bewiesen. Als sie ihm Camp aufgebrochen waren, hatte er sich besser gefühlt, als jetzt. Inzwischen besaß er gerade so noch genügend Kraft, um durchzuhalten.

Gedankenverloren kreiste er sein Handgelenk, das inzwischen wieder vollkommen verheilt war. Nektar und Ambrosia hatten zumindest hier gut und schnell geholfen.

Wirklich schlafen konnte er nicht. Er hatte sich eine Weile im Bett umhergewälzt, bis er es aufgegeben hatte, einschlafen zu wollen. Immer wieder tauchten Bilder von seiner Auseinandersetzung mit der Skylla vor seinen Augen auf, das alles ließ ihm einfach keine Ruhe. Und dann erinnerte er sich an das Gefühl, zu ertrinken. Nicht mehr atmen zu können. Verzweiflung, die überall war. Jedes Mal, wenn das geschah, dann überrollten ihn Schuldgefühle. Was für eine Person war er, einem anderen Lebewesen so etwas anzutun? Die Tatsache, dass die Skylla ein Monster war und in den Tartarus gehörte, spielte dabei keine Rolle. Es zählte, wie sie gestorben war. Es war ein qualvoller Tod gewesen, Percy hätte nicht gedacht, dass er dazu in der Lage war.

Aber genauso wenig hatte er gedacht, dass er in der Lage war, Gift zu kontrollieren und dennoch hatte er es getan. Der Tod der Achlys war nicht weniger qualvoll und schmerzhaft gewesen.

Percy zog seine Knie an, eine kleine Ewigkeit saß er einfach nur da und hing seinen Gedanken nach. Er starrte die ganze Zeit auf eine Stelle, ohne etwas zu sehen. Die furchtbarsten Dinge, die er jemals erlebt hatte, waren plötzlich wieder präsent. Doch das Schlimmste an allem war die Erkenntnis, dass er es verdient hatte, sich schlecht zu fühlen. Er hatte es nicht verdient, glücklich zu sein.

War es das, was er aufgeben musste, um die Welt zu retten? Das Glück?

Es klopfte an der Tür, dann war es kurz still, bevor sie sich öffnete. Annabeth trat ein.

Percy blinzelte kurz und sah anschließend auf.

„Ich wollte nur nachsehen, ob alles Ordnung bei dir ist.", meinte sie leise, als sie sah, dass er wach war.

Er erwiderte ihren Blick, bevor er nickte. „Mach' dir keine Sorgen.", krächzte er, seine Stimme klang belegt und noch ein weiterer, seltsamer Unterton schwang mit.

Annabeth runzelte die Stirn, sie schien zu merken, dass es trotz seiner Behauptung allen Grund dazu gab, sich Sorgen zu machen. Sie schloss die Tür und kam näher, anschließend ließ sie sich auf der Bettkante neben Percy nieder.

„Was ist los?", wollte sie wissen. Ihre Stimme klang sanft. Annabeth sah aus, wie ein Engel, die blonden Locken fielen ihr über die Schultern.

Er hatte das Gefühl, dass auch sie zu gut für ihn war.

Die Waffe der MeereGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt