Annabeth
Es war kurz vor Mitternacht, als sie Miami erreichten. Annabeth war todmüde und wenn Percy nicht stetig auf sie eingeredet hätte, wäre sie eingeschlafen. Sie war froh, dass er da war. Er hatte auch angeboten, an ihrer Stelle weiterzufahren, doch das ließ sie nicht zu. Sein Handgelenk brauchte immer noch Ruhe, auch, wenn er behauptete, dass er dank dem Nektar fast keinen Schmerz mehr spürte. Doch Annabeth wusste, dass ein Bruch erst frühestens nach 24 Stunden verheilt sein konnte, selbst, wenn er mit den göttlichen Speisen behandelt wurde.
Ihre Augen brannten, sie blinzelte und wartete darauf, dass eine Ampel auf Grün schaltete. Beinahe hätte sie den Moment verpasst. Sie suchten nach einem Parkplatz, dann stellten sie den Pick-up in Miami Beach ab.
„Meinst du, Grover ist noch wach?", wollte Annabeth wissen. Sie hatten zwar vereinbart, dass sie sich im Lummus Parc treffen würden, doch es war bereits sehr spät. Womöglich erwartete Grover sie um diese Uhrzeit gar nicht mehr.
Percy schloss einen Augenblick seine Augen, Annabeth hatte das Gefühl, dass er nach seinem Empathielink tastete. Er runzelte die Stirn, anschließend sah er schnell zu ihr.
„Ich bin mir nicht vollkommen sicher, aber ich denke, dass er nicht schläft.", meinte er. „Lass' es uns einfach herausfinden."
Zustimmend nickte sie. Zusammen schlenderten sie durch das nächtliche Miami in Richtung des Lummus Parcs. Sowohl Annabeth, als auch Percy hielten ständig die Augen offen und ließen ihre Blicke suchend umherschweifen, in der Hoffnung, einen roten Haarschopf in der Menge der Menschen zu entdecken.
Das Nachtleben war in vollem Gange, überall waren junge, vergnügte Menschen zu sehen, die von Club zu Club, oder Hotel zu Hotel strömten. Viele von ihnen waren betrunken, doch die Stimmung war gut. Nicht aggressiv, sondern ausgelassen und fröhlich.
Annabeth hatte zwar nur ein T-Shirt an, ihr Gepäck hatten sie im Pick-up gelassen, doch sie fror nicht, denn die Luft war angenehm kühl, aber nicht kalt.
Sie spürte, wie sich Percys Hand in ihre schlich, sie verschränkten ihre Finger miteinander und liefen weiter.
Wenige Minuten später erreichten sie den Eingang zum Lummus Parc. Ganz im Gegensatz zum Rest der Stadt, die hell in der Dunkelheit erstrahlte, war der Park nur spärlich beleuchtet. Die Bäume bildeten eine dunkle Silhouette in der Nacht, ab und zu verströmte eine Lampe ein spärliches Licht. Es war stiller, wenige Spaziergänger liefen über die Kieswege. Neben den Schritten war weit in der Ferne das Rauschen des Meeres zu hören.
„Ich glaube, Grover ist ganz in der Nähe.", bemerkte Percy leise und sah sich suchend um.
„Hast du eine Vermutung, in welche Richtung es geht?"
„Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, dass er am Meer ist.", antwortete er auf ihre Frage. Annabeth drückte seine Hand. „Dann lass' uns dorthin gehen."
Seit sie Percy kannte, liebte sie das Meer. Vor allem in der Nacht war es geheimnisvoll und wunderschön.
Je näher sie dem Strand kamen, desto lauter wurde das Rauschen der Wellen und der Geruch nach Salz in der Luft. Annabeth holte tief Luft. Das alles führte dazu, dass sie sich wieder ein bisschen lebendiger und vor allem auch wacher fühlte. Als sie den Strand erreichten, kam sie sich wieder wie ein ganz normaler Mensch vor.
Ihre Füße sanken im Sand ein, als sie die ersten Schritte machten. Suchend blieben sie stehen, blickten umher, doch da es bei diesem Abschnitt fast keine Beleuchtung mehr gab, konnten sie nicht viel erkennen.
Links von ihnen waren die strahlenden Umrisse der Hotels zu sehen, die man auch aus dem Fernsehen kannte. Dort tummelten sich Sterbliche an Strandbars, ganz leise Musik drang zu ihnen, obwohl die Wellen das meiste übertönten. Annabeth sah auf das Meer und kniff die Augen zusammen. Kleine Lichtpunkte waren zwischen den Wasserbergen, die sich immer wieder auftürmten, zu sehen. Zuerst wusste sie nicht, was das war und erwartete schon ein mythisches Wesen, doch dann erkannte sie, dass es sich tatsächlich um Surfer handelte.
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Die Waffe der Meere
FanfictionPercy hat es geschafft- er ist aus der Vergangenheit zurück. Doch viel Zeit zum Erholen bleibt ihm nicht, denn die Zeit drängt. Die Halbgötter müssen versuchen, Bethanys geheimnisvolle Hinweise zu entschlüsseln und das Versteck des Dolches finden. L...
