Kapitel 59

406 17 4
                                        

Stella:

Schon im Aufzug war ich eifersüchtig auf die beiden, als Marry sich zu Sarah lehnte um ihr etwas in Ihr Ohr zu raunte, war ich durchgedreht, konnte nicht anderes und berührte sie unauffällig. Den ganzen Tag schon, als ich die Kleinere im Gang oder ihrem Büro sah, musste ich wegen ihres Outfits sabbern es macht mich einfach verrückt. Vorallem nach der heutigen Nacht, schon seit ich hier bin kann ich mich kaum konzentrieren, versuche meine Müdigkeit zu überspielen und nicht durch zu drehen! Ich musste mir ein Lachen verkneifen, als Marry der Kleineren etwas "zu flüsterte ", da ich es sehr wohl hörte. Schließlich sitze ich im kleinen Imbiss gegenüber vom Büro und nippe an meinem Kaffee, welcher ziemlich gut ist wenn ich ehrlich bin. Unter dem Tisch schlage ich meine Beine übereinander, lehne mich im Stuhl zurück und schaue ihn die Runde. Jackson spricht mal wieder über die Arbeit, nicht mal in der Pause kann er damit aufhören, denke ich und grinse etwas. Auch wenn sich gerade alle unterhalten und ich schweigend da sitze, stört es mich nicht, im Gegenteil. Es ist auch mal entspannend einfach da zu sitzen und den Gesprächen zu lauschen und selbst in Gedanken versunken zu sein. ,,Wie kommst du mit den Bewerbungen voran?", wendet sich Jackson zu Sarah, welche lächelt. ,,Sehr gut, ich bin fast durch", erwidert sie stolz, ,,hätte Marry nicht bescheid gesagt, würde ich immer noch da sitzen und konzentriert arbeiten", lacht sie auf und sieht kurz zu mir. Als sich unsere Blicke treffen verändert sich ihrer, jedoch kann ich diesen nicht wirklich deuten. Vielleicht ist es Neugier, Selbstbewusstsein oder Erregung, keine Ahnung. Oder es ist eine Mischung aus allen dreien?,,Dann ist es ja gut, dass du mal eine Pause gemacht hast", lacht Jackson auf, nippt an seinem Kaffee und sieht zu mir herüber. Er öffnet seinen Mund um zu sprechen jedoch taucht im gleichen Moment eine hübsche Kellerin auf. ,,Schön sie zu sehen", begrüßt sie die Runde. Im Winter bin ich hier immer Stammgast, Jenna lächelt mich breit an, wir sind eigentlich ziemlich zu befreundet. ,,Lange nicht gesehen", meint sie zu mir und reicht jedem von uns eine Karte. ,,Stimmt, wie geht es Katy?", will ich wissen, stütze meinen Kopf auf den Händen ab und lege den Kopf etwas schief. ,,Ganz gut, sie spielt viel mit ihren Freunden, macht aber gerade eine Phase durch", erklärt die Rothaarige. Nachdem wir unser Gespräch! Nach wenigen weiteren beendet haben, zieht sie sich diskret zurück.
An meinem Kaffee nippend schaue ich in Sarah's Richtung, ihr Blick sag alles. Die Kleinere ist eifersüchtig! Grinsend stelle ich die Tasse ab, verschränke meine Arme vor der Brust, so dass meine Brüste etwas angehoben werden. Ihr Blick gleitet sofort zu meinem Oberteil, die Spannung zwischen uns ist zum greifen nahe, dass es die Anderen eigentlich ebenfalls spüren sollten. Hinter mir prasseln große Regentropfen an die Scheibe und ich habe meinen Schirm nicht dabei! Auch wenn es nur wenige Meter von hier bis zum Gebäude sind, wenn es,später genau so weiter regnet werden wir alle total durchnässt sein. Durchnässt, denke ich und kann mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen, welches ich jedoch hinter der Speisekarte verstecke. ,,Das Schinken Sandwich mit Ei hört sich gut an", murmelt Jackson von sich hin, während ich schon längst weiß was ich will.
Nachdem alle fertig sind, bezahlt haben und ich nun wieder an meinem Schreibtisch sitze, schaue ich seufztend auf die Uhr. Es sind gerade mal zwanzig Minuten vergangen, in denen ich durchgängig telefonierte. Vom einen auf den anderen Moment überkommt mich die Müdigkeit, welche mich den ganzen Tag schon verfolgt, jedoch nicht allzu schlimm war. Jetzt gähne ich auf, will einen Schluck aus meiner Tasse nehmen, doch sie ist bereits leer. Keine Ahnung wie viele ich Tassen Kaffee ich schon intus habe aber helfen, tun sie nicht wirklich. Zudem hatte ich bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden mit Sarah zu sprechen und sie zu fragen, wieso sie gestern so plötzlich wollte, dass ich sie bei ihr Zuhause absetze. Eine neue Mail kündigt sich mit einem kleinen "Ping" an, was mich aus meinen Gedanken reißt und mich wieder auf die Arbeit konzentrieren lässt - zumindest so gut ich es gerade kann. Die Mail war nicht wirklich wichtig, da sich eine Kundin nur vielmals für die fertigen Entwürfe bedankte, jedoch schrieb ich ihr eine nette Nachricht zurück, dass es eben mein Job ist und es mich freut, dass sie damit zufrieden ist. Gerade als ich mich dazu entschließe aufzustehen und mir erneut einen Kaffee zu holen klingelt mein Telefon. Seufzend setze ich mich auf halben Weg wieder und melde mich freundlich mit:,,Combert Design, Personalabteilung, Clarkson was kann ich für Sie tun?", während ich dies sage rolle ich meinen Kugelschreiber auf dem Tisch herum. ,,Hallo, Kathy Roocland mein Name, ich möchte bald heiraten und weiß einfach nicht welche Art von Stoff ich tragen möchte." Bei dem Nachnamen "Roocland" bildet sich eine Gänsehaut in meinem Nacken, jedoch atme ich tief durch. Der Name ist nicht selten, also beruhig sich Stella, ernahne ich mich gedanklich selbst. ,,Wissen Sie denn schon wo genau die Hochzeit stattfinden soll? Das würde mir helfen, da ich so weiß ob der Stoff etwas wärmer sein muss oder nicht", frage ich freundlich nach, lehne mich in meinem Stuhl zurück, nehme meinen Kugelschreiber in die Hand und notiere mit auf meinem kleinen Block einige Sachen. ,,Da sind mein Verlobter und ich uns noch nicht ganz sicher aber ich persönlich tendiere eher zu drinnen, da es noch zu kalt ist", erklärt die Frauen Stimme am anderen Ende. Fleißig notiere ich mir diese Punkte, ,,Okay, gut. Ms. Roocland, wissen Sie denn schon ob der Raum beheizt sein wird?", stelle ich weiter meine Fragen, um ihr schlussendlich den perfekten Stoff finden zu können. Nachdem sie mir weitere Informationen vermittelt hat, verabschieden wir uns und sind so verblieben, dass sie nochmals mit ihrem Verlobten sprechen soll und sich dann nochmal meldet. Mit geschlossen Augen strecke ich mich erst einmal, erhebe mich dann aus meinem Stuhl, verlasse mein Büro nur um dann wieder in der Küche an der Kaffeemaschine zu stehen um mir die nächste Ladungen Koffein zu geben.

Clarkson & RooclandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt