Oh, does this feeling have some meaning?

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„Die kriege ich", meinte Sami. Kopfschüttelnd betrachtete ich die junge, hübsche Frau. „Wenn du das schaffst, dann", lachte ich. „Frisst du einen Besen?", beendete Osmo meinen Satz mit einem frechen Grinsen. „Nee höchstens Riku", erwiderte ich immer noch kopfschüttelnd und bekam sogleich einen entsetzten Blick von meinem besten Freund zugeworfen. Ich verdrehte die Augen. Sami würde die Lady nie kriegen.

Doch zu meinem Horror lag ich da entsetzlich falsch. Das Mädchen, das mindestens acht Jahre jünger war als er, ließ sich sehr wohl auf Sami ein. Ich biss die Zähne zusammen, als die beiden wild knutschend in einer Ecke saßen. Osmo zog die Augenbrauen hoch und auch Raul sah mich erwartungsvoll an. „Nein, niemals, vergesst es", sagte ich. Jeder wusste, wie One-Night-Stands unter Freunden für gewöhnlich ausgingen. Hätte ich doch lieber den Besen genommen. So betrunken war ich doch gar nicht. Mittlerweile sah auch Riku mich an. Sein Blick wirkte beinahe ängstlich. „Echt nicht, vergesst es", wiederholte ich. „Na gut", meinte Osmo, doch ich wusste, dass er mich nicht so einfach davonkommen ließ. „Dann tut ihr eben eine Woche lang so, als wärt ihr zusammen", war also sein Kompromiss. Ich seufzte und sah wieder zu Riku. „Wette ist Wette", mischte sich nun sogar Raul ein. „Das war keine Wette. Ich hab das so dahin gesagt", murrte ich. „Jetzt stellt euch nicht so an, das ist doch witzig", meinte Osmo. „Ja, witzig. Du vergisst wohl das Grillen am Freitag, zu dem wir zufällig unsere Eltern eingeladen haben", schnaubte ich, doch Osmo zuckte mit den Schultern. „Komm Samu, es ist nur eine Woche. Das packen wir irgendwie", versuchte jetzt auch Riku mich zu ermuntern. „Und wie genau?", fragte ich ihn genervt. „So?", schlug Osmo vor, kam zu uns rüber und nahm meine und Rikus Hand, um unsere Finger zu verschränken. Ich schüttelte den Kopf. Was hatte ich mir da schon wieder eingebrockt?

Am Abend saß ich Zuhause auf dem Sofa und schaute einen Film. Sonderlich viel bekam ich nicht mit. Ich versuchte nur die Zeit rumzukriegen bis Riku kam. Wir hatten uns für heute verabredet.

Endlich klingelte es. Seufzend ging ich zur Tür. Riku musterte mich. „Alles gut?", fragte er, während er eintrat und Schuhe und Jacke im Flur ließ. „Nein, alles gut", murmelte ich und setzte mich wieder vor den Fernseher. „Klingt nicht sehr überzeugend", nahm Riku neben mir Platz. Ich sah ihn an. „Ich kann doch nicht so tun, als wäre ich mit meinem besten Freund zusammen", meinte ich. Riku musterte mich nur weiter abwartend. „verliebt?", fragte er, als ich nichts sagte. Ich schüttelte den Kopf. „Was dann?", ließ er nicht locker. „Ich will nicht, dass es uns kaputt macht", seufzte ich. „Das wird es nicht. Wir wissen doch beide, was wir wollen", lächelte Riku mich aufmunternd an. Ich holte tief Luft und nickte.

„Und jetzt?", fragte ich, als wir uns vor dem Studio trafen. Riku zuckte mit den Schultern. „Was soll sein?", meinte er und zog die Tür auf. Raul und Sami saßen bereits auf einem der Sofas, Osmo kam direkt nach uns. Sami grinste uns an. „Wie geht es dem Traumpaar?", fragte er. Ich verdrehte die Augen. Riku hingegen nahm meine Hand. „Super", meinte er und drückte mir zu allem Überfluss einen Schmatzer auf die Wange.

Genervt ließ ich die Gitarre stehen und verschwand nach draußen. Mit einer Zigarette in der Hand starrte ich die Straße herunter und bließ den Rauch in den grauen Wolkenhimmel. Was war so schlimm daran? Dann spielten wir eben für eine Woche das Traumpaar, wie Sami es nannte. Ich seufzte. Wovor hatte ich Angst? Die Tür ging auf und Riku trat neben mich. „Was ist los?", fragte er leise und legte mir die Hand auf die Schulter. Ich lehnte mich gegen ihn. „Ich habe einfach Angst, etwas kaputt zu machen", hauchte ich. Mein Herz schlug immer ruhiger gegen meine Brust. „Ich lass dich nicht alleine, falls du das meinst", erwiderte Riku. Seine Hand rurschte auf meine Hüfte und zog mich in eine Umarmung. Ich ließ mich fallen. Wieso tat das so unglaublich gut? „Lass uns wieder reingehen, ok?", flüsterte er. Ich nickte und löste mich. Eine Weile sah ich ihn an. Ich war verwirrt von meinen eigenen Gefühlen. Dann drehte ich mich eilig um und verschwand nach drinnen.

Der Donnerstag war schneller rum als gedacht und plötzlich stand ich Hand in Hand mit Riku vor dem Studio. Er lächelte mich unsicher an. Schon seit heute Morgen war er so. Die anderen Jungs grinsten sich an, während Mikko nur den Kopf schüttelte. „Dann bis gleich", meinte er und verschwand in seinem Auto. Sami, Raul und Osmo taten es ihm gleich. Ich zögerte, doch dann drückte ich Riku einen Kuss auf die Wange, bevor auch ich in mein Auto stieg und den anderen zu Sami folgte, bei dem wir grillen wollten. Wir bereiteten alles vor. Osmo stand am Grill, Sami kümmerte sich um Getränke und Riku, Raul und ich um den Rest. Mikko holte die Gartenmöbel aus dem Keller.

Riku sah ziemlich verloren aus, als wir fertig waren. Er stand auf dem rasen und starrte Löcher in die Luft. „Riku", rief ich ihn und ließ mich auf einen der Stühle fallen, die abseits des Tisches standen, da sie zu viel waren. Riku drehte sich zu mir und sah mich fragend an. Ich klopfte auf meine Beine. Er zögerte, doch dann kem er zu mir. Ehe er sich wehren konnte, hatte ich ihn auf meinen Schoß gezogen, meine Arme fest um ihn und meinen Kopf auf seiner Schulter abgelegt. „Was hast du?", fragte ich. Ein kurzes Schulterzucken kam von ihm. „Du hast was, das weiß ich", meinte ich und lehnte meinen Kopf gegen seinen. Ich merkte, wie er sich verspannte und ein leises Seufzen über seine Lippen kam. Ich zog ihn noch fester an mich. Ich wollte, dass es ihm gut ging, doch er verkrampfte nur noch mehr. „Hey, was ist?", versuchte ich es erneut. Riku schüttelte langsam den Kopf, dann sah er mich vorsichtig an. Ich atmete flach. Als sein Blick für Millisekunden zu meinen Lippen huschte, konnte ich nicht anders. Ich küsste ihn. Richtig. Meine Hände landeten an seinen Wangen. Kurz löste er sich und sah mich fragend und ziemlich überfordert an, doch ich schnappte nur wieder nach seinen Lippen. Endlich ließ er sich fallen. Unsere Zungen spielten miteinander, während mein Herz heftig gegen meine Brust schlug. Noch nie hatte sich ein Kuss so gut angefühlt.

Ein lautes räuspern ließ uns auseinander zucken. Sami sah uns mit hochgezogenen Augenbrauen an. Ich löste meine Hände von Riku und ließ ihn aufstehen. Mir war schwindelig, als ich Samis Blick zu den zusammengestellten Tischen folgte, wo die anderen Jungs, unsere Eltern und sogar meine Schwester mit ihren Kleinen saß. Riku sah mich an, dann war er im Haus verschwunden. Ohne nachzudenken ließ ich Sami stehen und folgte ihm. „Riku!", klopfte ich gegen die verschlossene Badezimmertür. Es dauerte etwas, doch dann schloss er auf und trat zu mir auf den Flur. „Es tut mir leid", murmelte ich. Er seufzte und presste die Lippen zusammen. „Bereust du es?", fragte er. Ich sah zu Boden und schüttelte langsam den Kopf. Ich bereute es kein bisschen. „Wirklich nicht?", hakte Riku nach. Wieder schüttelte ich den Kopf. „ich würde es eher immer wieder tun", gab ich leise zu. Er hob mein Kinn an. Eine Weile verhakten sich unsere Blicke, dann lagen seine Lippen auf meinen. Ich drückte ihn gegen die Wand und meine Mitte gegen seine. Langsam wurde mir klar, was mich zu Beginn hatte zögern lassen. Ich hatte Angst, dass er nicht so fühlte wie ich. 

Siku-One-ShotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt