Ein Duft von frisch gebackenen Plätzchen lag in der Luft, als Samu in den Flur seines Elternhauses trat und seine Wintersachen ablegte. Aus der Küche kam Weihnachtsmusik und aus der Stube die lachenden Kinderstimmen seiner Nichten. Seine Mutter trat freudestrahlend aus dem Nebenzimmer. „Endlich sehe ich dich wieder", zog sie ihren Sohn in die Arme. Samu zwang sich zu einem Lächeln, als sie ihn wieder los ließ, doch Eve merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. „Was ist los?", fragte sie besorgt. Samu schluckte die Tränen herunter. „Nichts, schon ok", schüttelte er den Kopf. „Samu", mahnte Eve streng. „Oma", kam Kaisa gefolgt von ihrer kleinen Schwester aus dem Wohnzimmer gerannt und hielt sich an den Beinen ihrer Großmutter fest. „Hallo Onkel Samu", winkte sie kurz, als sie den blondhaarigen Mann bemerkte. „Hab dich", nutzte Samus jüngste Nichte ihre Chance und tippte Kaisa an. „Hey", beschwerte sich diese, drehte sich um und schon jagten die zwei wieder aus dem Raum. Eve hatte das ganze mit einem breiten Lächeln verfolgt, während in Samus Augen Tränen glänzten, die er mit Mühe versuchte zurückzuhalten. „Samu, bitte, sag mir, was los ist", legte Eve ihm ihre Hände auf die Schultern und sah ihn bittend an. Kraftlos ließ Samu sich in ihre Arme fallen. Seine Mutter strich ihm über den Rücken, bis er sich wieder gefangen hatte. „Wir wollen doch Weihnachten feiern, Mum, nicht jetzt", murmelte Samu, während er sich wieder löste. Eve seufzte. „Na schön", meinte sie. Samu trat in die Stube und wurde herzlich von seinen Geschwistern und Sannas Mann begrüßt, auch seine Nichten gaben ihm nun brav die Hand. Am Kamin sitzend sangen Weihnachtslieder, bis Kaisa sich ein Lied von Samu wünschte. Ihr Onkel schluckte. „Ein neues, was noch keiner kennt", fügte Kaisa hinzu. Samu holte tief Luft, da blieb ihm nicht viel Auswahl. Zunächst summend stimmte er „Little Bit Love" an. Seine Familie lauschte mit leuchtenden Augen. Als der letzte Ton verklungen war, zog Eve ihren Sohn stolz in die Arme. „Mum", befreite Samu sich, ehe er erneut in Tränen ausbrechen konnte. Eves Blick jedoch verriet ihm, dass er jetzt erstrecht um kein Gespräch herum kam. Nach dem Essen, als es draußen schon lange dunkel war, brachten Sanna und ihr Mann ihre Kinder ins Bett, Santu räumte bereitwillig die Küche auf und Eve zog ihren anderen Sohn beiseite ins Wohnzimmer. Fordernd sah sie ihn an. Samu ließ sich auf das Sofa fallen und rieb sich mit den Händen übers Gesicht. „Egal was ist, ich bin so stolz auf dich, auf alles, was du geschafft hast", setzte Eve sich zu ihm und legte ihm die Hand auf den Rücken. Das brach bei Samu alle Dämme, er schluchzte unterdrückt auf, während die Tränen nun unaufhaltsam seine Wangen hinab kullerten. „ich kann das nicht mehr, Mum", hauchte er. „Was? Sunrise Avenue? Die Musik?", fragte Eve vorsichtig nach. „Nein, naja", stammelte Samu. Geduldig ließ Eve ihm Zeit. „Ich kann nicht mehr all diese Liebeslieder über Frauen singen", brachte Samu hervor. „Wie meinst du das?", fragte Eve verwirrt. Erneut schluchzte Samu auf. „Hey", begann Eve wieder ihm über den Rücken zu streichen. „Du musst doch keine Liebeslieder schreiben", versuchte sie ihn aufzumuntern. „Ich weiß, aber ich kann gerade nichts anderes schreiben, weil sich alles nur darum dreht", schniefte Samu. „Du bist verliebt, hm?", erkannte Eve lächelnd. „Hm", machte Samu mit einem leichten Nicken, das Gesicht noch immer in die Hände gestützt. Seine rechte Hand schloss sich fest um den Anhänger der Kette, die er trug. „Aber ist denn irgendwas vorgefallen?", fragte Eve. Samu schüttelte den Kopf. „Sie ist nicht in dich verliebt?", strich seine Mutter ihm durch das blonde Haar. „Nein. Mum", seufzte Samu. Er holte tief Luft, dann hielt er ihr unsicher seine linke Hand hin. Eves Blick fiel auf den Ring an seinem Ringfinger, ehe er die Hand wieder unter sein Kinn stützte. „Du", stieß Eve hervor, löste sich von ihm und sah ihn mit weitgeöffneten Augen, schien nicht zu wissen, ob sie verärgert, verwirrt oder erfreut sein sollte. „Du bist verlobt", stammelte sie. Samu nickte, immer weiter in sich zusammensackend. „Wieso brichst du dann weinend vor mir zusammen? Ich wäre zwar froh gewesen, es vorher zu erfahren, aber", legte sie ihm die Hand aufs Bein und strich ermutigend darüber. „Weil du enttäuscht sein wirst", murmelte er. „Samu, ich bin vielleicht enttäuscht, dass du mir so etwas wichtiges nicht erzählst, dass ich sie nicht einmal kennenlernen durfte, aber ich bin doch nicht enttäuscht, weil du dich verlobst, mein Sohn heiratet, das ist das schönste, das passieren kann", brach es entrüstet aus Eve heraus. „Du kennst ... ihn aber", flüsterte Samu und sah auf. In seinen Augen schillerten noch immer Tränen, während sich ein breites Lächeln auf seine Lippen legte, als er an seinen Verlobten dachte. „Jetzt sag schon, wer ist es", meinte Eve ungeduldig. „Du, Mama, du hast kein Problem damit, dass er ein Mann ist?", stotterte ihr Sohn. „Nein, Samu, ich will aber endlich wissen, wer mein zukünftiger Schwiegersohn ist", fluchte Eve. „Riku", sagte Samu. Lachend fiel seine Mutter ihm in die Arme. „Ich freue mich so", drückte sie ihn.
Frohe Weihnachten!
DU LIEST GERADE
Siku-One-Shots
FanfictionSammlung von Siku (SamuxRiku) One-Shots und Hot-Shots. !Stories mit * sind P18! One Shot: „I gotta knooo-ooow if you'll be my boy", sang Samu und sah mich an. Ich denke, wenn er den Blick einer Frau zugeworfen hätte, sie wäre dahingeschmolzen. Doch...
