Triggerwarning - Depressionen, toxische Gedanken
Fortsetzung von Love Life (Out of the shadows), eigentlich auch einzeln lesbar
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Die Wände umschlossen mich. Es waren meine eigenen vier Wände, doch in diesem Moment fühlten sie sich so fremd an. Das beklemmende Gefühl wanderte durch meinen Körper. Ich zog die Knie an die Brust und schlang die Arme darum. Es war als säße ich neben mir, wäre nicht Teil dieser Welt, dieser tristen, grausamen Welt. Ein Summen drang durch meine Lippen. „Happiness", ein Lied, das Samu geschrieben hatte. Ich glaube, er hatte es über uns geschrieben, doch er stritt es ab. Es wäre nur darauf bezogen, dass es egal war, wen man liebte – ob Mann oder Frau oder so.
Ich merkte, wie ich meinen Körper sanft hin und her wiegte. Draußen war es dunkel. Gelbe Punkte der Straßenlaternen waren zu sehen und das weißgelbe Licht hinter einigen Fenstern der Nachbarhäuser. Das Licht um mich herum wirkte gewaltvoll. In meinen Augen flimmerte es, obwohl die Lampe vollkommen heile war. Es sandte einen Schauer über meinen Rücken, eine weitere beunruhigende Welle eines ekelhaften Gefühls, das ich nicht benennen konnte. Ich fühlte mich einsam und gleichzeitig war da etwas, das jede Bewegung, die ich machte, zu beobachten schien. Ich durfte nichts falsches machen. Also saß ich einfach da. Immer wieder schüttelte mich ein Zittern. Die Nacht, wieder machte sie mir Angst. Kalte Striemen brannten auf meinen Wangen. Tränen. Ein hilfloses Schluchzen verließ meine Lippen. Das Salz prickelte in meinen Augen.
„Riku." Zwei Hände legten sich an meine Wangen und strichen die Tränen zur Seite. Ein weiches Lippenpaar legte sich sanft auf meine. Samu trug noch seine Jacke. Seine Finger waren angenehm kühl. Das Schluchzen brach aus meiner Brust. Ich griff nach seinen Händen und klammerte mich daran. Er löste meinen Griff und zog mich auf seinen Schoß und ganz nah an sich. Sanft glitten seine Finger durch meine Haare. Meine Lider wurden schwer. Ein leises Summen drang an mein Ohr, als ich wegdriftete.
Dunkelheit umhüllte mich. Mondlicht fiel durch das Fenster und zeichnete Samus Silhouette davor ab. „Alles ok?", wisperte ich. Ganz leicht wandte er den Kopf, reagierte aber nicht. Ich schlug die Bettdecke zurück und stand auf. Der nächtliche Sternenhimmel sah einladend aus. Dunkelblau, silbern. Eine leichte Frostschicht glitzerte im Licht der Laternen auf den parkenden Autos. Samu schüttelte den Kopf. Immer und immer wieder. „Riku", hauchte er und drehte sich zu mir. Seine Augen waren wässrig glänzend. „Bitte lass dir helfen", flehte er, ebenfalls gehaucht, doch die Zerrissenheit war nicht zu überhören. „Ich kann nicht, nein, ich kann das nicht", stiegen mir sofort wieder die Tränen in die Augen. Ich konnte nicht über das Gedankenchaos, über das Düstere reden. Wie sollte das jemand nachvollziehen, geschweige denn verstehen können? Ich würde es nicht in Worte fassen können. Ich durfte nicht, es ging nicht. „Riku, bitte. Ich hab Angst, wenn ich dich so sehe, wie gestern Abend. Immer wieder sehe ich dich vor der Absperrung, sehe, wie du in diesem verfluchten Schutt vergraben wirst. Ich will das nicht! Du hast mir ein Leben gegeben, aber du brauchst es selber noch viel mehr. Und ich brauche dich zum Musik machen, zum Wohnen, zum Lachen, zum Weinen, um meine Gedanken und Gefühle zu teilen, um jemanden zu haben, dem ich nicht egal bin, der sich um mich sorgt, um jemanden zu haben, der mich liebt und um zu leben, um glücklich zu sein."
„Nein!", fauchte ich und hielt mir die Ohren zu. „Nein, sei leise, sei einfach leise", schluchzte ich und sackte auf den Boden. Mein Kopf schüttelte sich. Ich wollte das nicht hören. Es zerriss mich. „Riku", griff Samu nach seinen Händen. Ich spürte seine Verzweiflung, spürte das ängstliche Schütteln, das durch ihn fuhr. Es war ruhig, nur meine Schluchzer erfüllten die Nacht. Irgendwann rutschten Samus Hände von meinen Armen. Ganz langsam hob ich den Kopf, ließ meine Arme sinken und starrte in den Sternenhimmel. Mein Herz pochte noch immer, doch meine Atmung beruhigte sich. Mein Kopf und meine Gedanken leerten sich. Vorsichtig sah ich zu Samu, der vor mir auf dem Boden hockte. Als er meinen Blick bemerkte, legte sich der Hauch eines Lächelns in sein Gesicht. Sachte strich er über meinen Arm. „Deine Lieder sind so ehrlich, so wunderschön und ergreifend", flüsterte er. Ich seufzte. „Es sind Gedanken", murmelte ich. „Und Gefühle, ich weiß", fügte Samu hinzu. „Würdest du mir eine Chance geben, wenn wir ein Lied schreiben, über das, was dich beschäftigt. Niemand wird es hören, nur wir beide. Vertraust du mir soweit?", fragte er leise. Zögerlich nickte ich. Samus Lächeln wurde breiter. „Verrätst du mir eins?", sah ich vom Boden auf. Er nickte. „Die Wahrheit", setzte ich hinzu. Wieder nickte Samu. „Du hast Happiness über uns geschrieben, oder?", meinte ich. Samu biss sich auf die Lippe. „Hab ich", erwiderte er schließlich. Nun schlich sich auch auf meine Lippen ein Lächeln. „Du hättest es mir sagen können", entgegnete ich. „Ich wollte nicht, dass du so reagierst wie eben", nuschelte Samu. Ich schluckte. Er hatte damit gerechnet. Die Gedanken, Ängste, er hatte sie die ganze Zeit, er hatte sie nur nicht ausgesprochen. Meine Atem beschleunigte sich wieder. „Es wird schwer und bestimmt gibt es solche Momente wieder, aber ich ... ich hole mir Hilfe, versprochen", seufzte ich, festigte meine Stimme aber zum Schluss, ich meinte das wirklich. Ich wollte es, für Samu.
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Siku-One-Shots
FanfictionSammlung von Siku (SamuxRiku) One-Shots und Hot-Shots. !Stories mit * sind P18! One Shot: „I gotta knooo-ooow if you'll be my boy", sang Samu und sah mich an. Ich denke, wenn er den Blick einer Frau zugeworfen hätte, sie wäre dahingeschmolzen. Doch...
