Keep Dreamin'

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Ich beobachtete die dicken, weißen Schneeflocken, wie sie vom Himmel fielen. Genervt stieß ich die Luft aus. „Du kannst halt nicht einfach kommen und gehen wie du willst", schnaubte Vivi und stand vom Sofa auf. „Und du kannst mir nicht meine Freiheiten verbieten, verdammt", drehte ich mich zu ihr. „Ich kann dir aber, sagen, dass es mir nicht passt, wenn du nach Hause kommst, wann du willst, betrunken rumpolterst und ich nicht schlafen kann", erwiderte Vivi. „Ja, kannst du. Was ich daran ändere, ist immer noch meine Sache", meinte ich. „Klar, aber nicht mit mir", gestikulierte meine Freundin. „Was willst du damit sagen?", trat ich näher. „Entweder du stellst diese Sauftiraden mit deiner ‚Band' ein, oder wir müssen uns überlegen, wie es mit uns weiter geht", meinte Vivi stumpf. Ich wollte zu einer Antwort ansetzen, stockte aber und schnappte leise nach Luft. „Du willst Schluss machen, weil ich hin und wieder was mit den Jungs trinke?", hob ich ungläubig die Augenbrauen. „Ich will einfach, dass du nicht rumstreunst wie ein Alkoholiker", erwiderte Vivi. „Ich bin weder Alkoholiker, noch streune ich irgendwo rum, wir feiern halt hin und wieder", schnaubte ich. „Samu", sagte Vivi scharf. „Nichts, Samu. Ich lass mir das nicht verbieten, von niemandem, erstrecht nicht von dir", schüttelte ich den Kopf. „Gut, dann pack deine Sachen", sah sie mich auffordernd an. „Ernsthaft?", stieß ich die Luft aus. „Ja! Erstrecht nicht von dir. Samu, wenn du so mit mir redest", äffte Vivi mich nach. „Schön", seufzte ich und verschwand ins Schlafzimmer. Eine halbe Stunde später saß ich mit meinen wichtigsten Sachen im Auto. Ich ließ den Kopf aufs Lenkrad sinken. Über mir lag eine dicke Schneeschicht auf der Windschutzscheibe. Ich überlegte zu wem ich gehen konnte, doch keiner fiel mir ein. Sami war heute Morgen mit Raul in den Norden, um dort die Weihnachtstage zu verbringen. Hätte ich diese nicht mit Vivi verbringen wollen, wäre ich mitgefahren, doch jetzt hinterher fahren? Die Blöße wollte ich mir nicht geben. Und mehr Freunde hatte ich nicht mehr. Sie waren neben der Musik auf der Strecke geblieben. Unseren Manager Mikko, wollte ich gerade auch nicht beunruhigen, obwohl er der letzte gute Freund war. Also rollte ich mich auf den Sitzen zusammen und schloss die Augen. Geweckt wurde ich von einem lauten Klopfen am Seitenfenster. Schwerfällig richtete ich mich auf und rekonstruierte langsam, wie ich hierhergekommen war. Stöhnend fuhr ich mir durch das Gesicht und kurbelte dann das Seitenfenster herunter. „Alles ok bei Ihnen?", fragte ein älterer Herr. „Ja, ja", nickte ich, während ich ihn wahrscheinlich selten dämlich ansah. Durch das offene Fenster zog eisige Winterluft herein, gerade warm war es eh nicht, da ich ja nicht die ganze Nacht den Motor laufen lassen konnte. „Ok, dann entschuldigen Sie die Störung. Schönen Tag", hob der Herr die Hand und ging mit kleinen Schritten weiter. Eilig machte ich das Fenster wieder zu. Seufzend stieß ich die Luft aus. Ich dachte daran zu meiner Mutter in den Norden zu fahren, als mir unser Studio einfiel. Es war in einer alten Baracke, die Jukka und ich damals gemietet hatten. Gerade verbrachte er seine Zeit in den Staaten, Janne war weg und es fehlten uns Keyboarder und Gitarrist. Sami kannte da jemanden, einen kleinen Finnischen Musiker, der wohl super Klavier spielte, doch ob das klappte, würde sich erst nach den Feiertagen zeigen. Ich ließ den Kopf auf das Lenkrad sinken. Wie sollte ich so schnell eine neue Wohnung finden? Ich konnte ja nicht ewig im Studio wohnen. Ganz davon abgesehen, dass ich das auch nicht wollte. Mit einem weiteren Seufzen schnallte ich mich an und steckte den Schlüssel ins Zündschloss, um den Motor zu starten. Am Stadtrand parkte ich den Wagen vor dem ausgebauten Schuppen, stieg eilig aus und benutzte zunächst das kleine Badezimmer, ehe ich begann die wichtigsten Sachen aus dem Auto zu schaffen, um mich etwas einzurichten, schließlich war bald Weihnachten. Irgendwie hatte es auch etwas, die Vorstellung dann zwischen den Instrumenten zu sitzen und alleine Musik zu machen. Doch dann knurrte mein Magen und der Kühlschrank der kleinen Kochnische, war außer reichlich Alkohol leer. Also erhob ich mich. Ein paar Straßen weiter gab es einen Supermarkt, bei dem wir schon häufiger den ein oder anderen Schnaps Gekauft hatten. Die Winterluft war kalt und zog in meine Sachen, als ich mich auf den Weg machte. Schnee fiel in leichten Flocken hinab auf die ruhige Stadt. Überall in den Fenstern leuchteten Lichter, Tannenbäume waren bunt geschmückt. Ich seufzte und stieß den warmen Atem in einer Wolke aus. Das würde eben ein besonderes Fest werden. Und während die meisten Menschen im Supermarkt hektisch ihr Einkäufe für die letzten Vorbereitungen erledigten, konnte ich entspannt zusehen. Auf mich wartete keiner, ich hatte das Studio für mich. So weh es auch tat, es zuzugeben, es war schön, so unbeschwert ohne Vivi. „Entschuldigung, hätten Sie etwas Kleingeld?", tippte mich jemand an und riss mich aus den Gedanken. Ich wandte meinen Blick, von der dicken Schneeschicht auf dem Boden, über alte Winterstiefel, denen ein Schnürsenkel fehlte, weite, dreckige Jeans, einen schmalen Oberkörper in einer dicken, abgewetzten Winterjacke, zu einem kantigen Gesicht, das von fettigen braunen Locken umrahmt wurde. Seine Augen wurden groß, über seine Wangen zog ein tiefer Rotschimmer. Ich öffnete den Mund, brachte aber kein Wort heraus. „Riku", hauchte ich nach einer Weile. „Samu", erwiderte er leise. „Was zur Hölle machst du hier draußen", zog ich ihn dann einfach in meine Arme und drückte ihn fest an mich. Ein leichter Alkoholgeruch stieg mir in die Nase. „Das ist ne lange Geschichte", seufzte er. Ich löste mich wieder und musterte ihn. Seine abgetragenen Klamotten, die magere Statur. „Wartest du hier?", fragte ich. „Auf wen sollte ich warten?", meinte Riku verwirrt. „Auf mich, ich kauf kurz ein, dann komm ich wieder", sagte ich lachend. „Ja, wie du meinst, wo sollte ich auch hin", zuckte er mit den Schultern. „Gut", sah ich ihn an, ehe ich eilig meinen Einkauf erledigte. Als ich wieder aus dem Markt trat, stand Riku in dem Schneegestöber, die Arme um den Körper geschlungen und sah sich wartend um. „So", stellte ich mich zu ihm. „Hm?", hob er fragend den Kopf. „Ich will wissen, was passiert ist, aber vor allem will ich dich nicht in der Kälte stehen lassen", meinte ich, klang beinahe etwas empört. „Oh", sah Riku zu Boden. „Hey", legte ich ihm die Hand auf den Arm. „Kommst du mit?", fragte ich nach einer Weile, die er schwieg. „Ja, ok", seufzte er. Weiter schweigend liefen wir zum Studio zurück. „Hier wohnst du?", fragte Riku verwundert. „Nein, nicht wirklich", lachte ich und ließ uns herein. Riku musterte die Wände, die provisorisch schallgedämmt waren, dann wanderte sein Blick zu den umstehenden Gitarren. „Das ist ein Studio", sagte er. „Ja, meins. Also von meiner Band", erwiderte ich etwas stolz. Wie oft hatten Riku und ich von unserer eigenen Band, unserem eigenen Studio geträumt. Ein Stich zog durch mein Herz, als mir klar wurde, dass ich das alles ohne ihn aufgebaut hatte. Nach dem seine Eltern mit ihm weggezogen waren, hatte ich nichts mehr von ihm gehört und hatte irgendwann mit ihm abschließen müssen. Lange war ich sauer, enttäuscht, dass er sich nicht gemeldet hatte, doch mittlerweile war er eine schöne Erinnerung. Bis jetzt. Ich legte meine Sachen ab und setzte mich auf das rote Sofa an der Wand. „Komm", klopfte ich neben mich. Zögerlich legte auch er seine Jacke ab und hockte sich dann neben mich. „Wieso hast du dich nicht mehr gemeldet?", fragte ich leise, vorsichtig. Riku fuhr sich mit den Händen über das Gesicht. Plötzlich begann sein Körper zu beben. Unterdrückt schluchzte er. „Hey", legte ich ihm die Hand auf den Rücken. „Ist ok, ähm, ich kann auch erst erzählen", meinte ich. Er nickte erschöpft. Also erzählte ich, wie ich die Schule für die Musik abgebrochen hatte, Raul und Jukka kennengelernt hatte, schließlich mit ihnen die Band gegründet und Sami und Janne dazu geholt hatte. Ich erzählte von Vivienne, den Problemen, die Janne gemacht hatte und schließlich von der frischen Trennung, wie ich jetzt ins Studio gezogen war. Riku hörte schweigend zu, nickte hin und wieder. „Das tut mir leid", sagte er leise. „Nein, schon gut, das musste irgendwann so kommen", schüttelte ich den Kopf. Meine Geschichte schien gar nichts gegen seine zu sein. Riku seufzte schwer. „Erinnerst du dich daran, als wir uns das letzte Mal gesehen haben?", wollte er wissen. „Klar", hauchte ich. Das war auf der Geburtstagsfeier unseres besten Freundes. Irgendwann war Rikus Vater hereingestürmt und hatte ihn mitgezerrt. Danach hatte er nur noch seinen Spind in der Schule geleert und war mit seinen Eltern weggezogen. Erneut hörte ich Riku seufzen. „Meine Eltern haben herausgefunden, dass wir zusammen waren. Deswegen sind wir weggezogen. Dann durfte ich kaum raus, hatte kein Handy mehr. Mein Vater hat mich geschlagen, wenn ich nur eine Minute zu spät aus der Schule kam. Irgendwann hab ich nachts meine Sachen gepackt, bin mit meinem Rucksack aus dem Fenster geklettert und dann stand ich da. Wollte nicht zurück und hatte nichts, wo ich hin konnte. Das war im Sommer vor meinem achtzehnten Geburtstag und ich war so naiv zu glauben auf der Straße überleben zu können und bis zum Winter einen Job und eine Wohnung zu bekommen", lachte er bitter auf. „Weißt du wie kalt es ist, wenn du ohne Decke auf kaltem Stein schläfst? Ich musste anfangen zu betteln, ich habe geklaut und die Kälte mit Alkohol vertrieben. Mittlerweile sind es über zehn Jahre auf der Straße. Menschen behandeln dich wie Abschaum, niemand denkt an dich, niemand kümmert sich um dich, Menschen beklauen dich, du kannst nicht schlafen. Ich kenne zu viele, die an einer Überdosis gestorben sind", erzählte er. Eine Gänsehaut zog über meine Arme. Mit jedem Wort klang seine Stimme stumpfer. „Es tut mir leid", hauchte ich. „Was? Ist ja nicht deine Schuld", schüttelte Riku den Kopf. „Ich bin nun mal schwul, hab beschissene Eltern und hab beschissene Entscheidungen getroffen", murrte er. „Deine ist es genauso wenig", sah ich ihn fest an. „Mag sein", seufzte er. „Darf ich dich in den Arm nehmen?", fragte ich vorsichtig. „Hm, könnte ich mich vorher irgendwie waschen?", sah Riku unsicher zu mir auf. „Klar, also eine Dusche ist hier nicht, aber ein Waschbecken", nickte ich lächelnd. Ich deutete zu einer kleinen Tür in der rechten Ecke. Mit einem schwachen lächeln stand er auf und verschwand dahinter. Ich stand auf, drehte die Heizung auf und begann die Einkäufe zu verstauen, wozu der ganze Alkohol aus dem Kühlschrank in eine Ecke wanderte. „Danke", hörte ich eine gebrochene Stimme hinter mir. Eilig richtete ich mich auf und sah zu Riku. „Nicht dafür", lächelte ich. Ich ging auf ihn zu und schloss meine Arme um ihn. Er war mein erster und einziger fester Freund gewesen, allerdings auch die einzige Person, bei der ich mich vollständig angekommen gefühlt hatte. Als er wegbrach, klaffte ein riesiges Loch in mir, doch ich hatte darüber hinwegkommen müssen. „Hast du es jemandem erzählt?", fragte Riku gegen meine Schulter. „Was?", nuschelte ich. „Von uns, damals?", meinte er. „Nein, damals nicht, aber als du weg warst, habe ich es meiner Mum erzählt und später, ich habe niemandem mehr verschwiegen, dass ich mich auch in Männer verlieben kann", antwortete ich. Riku schwieg. Vorsichtig ließ ich meine Hand in seine Locken wandern, wie ich es früher so oft getan hatte. „Ich hab so oft an dich gedacht, ich hab dich vermisst", murmelte Riku. „Ich dich auch, auch wenn ich dachte, dass du einfach nichts mehr von mir wolltest", sagte ich leise. Riku lachte leicht ironisch auf. „Du bist der Grund wieso ich nicht längst aufgegeben habe, wieso ich mich durch all diese eisigen Winter gekämpft habe, weil ich mir immer gesagt habe, dass du es nie wollen würdest, dass ich mir das Leben nehme, auch wenn ich eigentlich schon keines mehr habe", gestand er. Tränen sammelten sich in meinen Augen, während ich mich langsam löste, um ihn anzusehen. „Nein, das hätte ich niemals gewollt. Und so schlimm die Umstände auch sind, du weißt nicht, wie glücklich ich gerade bin, dich wieder zu sehen", wisperte ich mit tränenerstickter Stimme. „Ehrlich?", hauchte Riku. „Ehrlich", zog ich ihn wieder an mich. Nach einer Weile löste ich mich vorsichtig. „Darf ich dir was kochen?", fragte ich, denn langsam kam der Hunger wieder, der mich überhaupt zum Supermarkt getrieben hatte. „Ähm, ja, also, ja", stammelte Riku. „Ok", lächelte ich und machte mich daran an dem kleinen Herd etwas zuzubereiten. Riku setzte sich zurück auf das Sofa und sah sich um, begutachtete unsere Instrumente. „Ihr seid ja richtig gut", schien er unsere Auszeichnung zu Fairytale Gone Bad entdeckt zu haben. „Hm", machte ich bloß. „Mit dir wären wir besser", drehte ich mich nach einiger Zeit zu ihm um. „Nein", hob Riku lachend abwehrend die Hände. „Jetzt sei nicht so bescheiden, du spielst so unfassbar gut", meinte ich. „Guck wieder auf den Herd", schüttelte Riku den Kopf. „Na gut", lenkte ich vorerst ein. Irgendwann war das Essen fertig. Ich stellte es auf den kleinen Tellern, die wir hier hatten, auf den niedrigen Tisch vor den Sofas und ließ mich Riku gegenüber in die Polster sinken. „Lass es dir schmecken", lächelte ich. Zunächst wirkte Riku sehr zögerlich, doch als ich mich meinem Essen widmete, schlang er die Spaghetti hinunter, als hätte er seit Tagen nichts gegessen. Ich schluckte. Vermutlich hatte er das wirklich nicht. „Danke", strahlten Rikus Augen mich an, während er sich mit vollem Bauch nach hinten fallen ließ. „Für dich immer gerne", erwiderte ich sein Strahlen. In diesem Moment, in dem wir uns einfach in die Augen sahen, war es fast wie früher. Doch ich konnte jeden einzelnen Tag, den Riku auf der Straße kämpfen musste, in seinen Augen sehen. „Ich hab eine Idee", erhob ich mich, nahm das benutze Geschirr mit und räumte es in die Spüle. Dann schnappte ich mir zwei E-Gitarren, schloss sie an einen Verstärker und hielt Riku eine der beiden hin. Überfordert nahm Riku sie mir ab. „Samu", ließ er das Instrument in seinen Schoß sinken. „Was ist?", sah ich ihn verwirrt an. „Ich, das, das geht nicht. Ich muss zu meinen Sachen und, und wie stellst du dir das grad vor?", ließ er die glückliche Blase platzen, in der ich mich befunden hatte. Stumm sah ich ihn an. Riku legte die Gitarre neben sich, um aufzustehen und zur Tür zu gehen. Als ich das Klicken im Schloss hörte, löste ich mich aus meiner Starre. „Riku!", lief ich ihm hinterher und hielt ihn fest. Überrumpelt drehte er sich zu mir. „Glaubst du, ich lass dich nochmal gehen? Glaubst du, ich lasse dich noch länger in der Kälte erfrieren, ohne Essen, ohne Wasser, ohne alles? Riku", sah ich ihn ernst an. Er seufzte. „Nein", schlich sich ein erschöpftes Lächeln auf seine Lippen. „Also, wir holen deine Sachen und dann bleibst du bei mir im Studio, keine Widerrede", meinte ich. „Was soll ich da noch sagen", lachte Riku. Ich sah mich kurz um, dann hauchte ich ihm eilig einen Kuss auf die Lippen. Mit großen Augen sah er mich an. „S-sorry", stammelte ich und fuhr mir durch die Haare, während ich von meinen Gefühlen überwältigt wurde. Plötzlich traf mich die ganze Situation mit einem Schlag, die ganze Realität brach über mir herein. Nichts hatte sich je so gut angefühlt. „Sch-schon ok", erwiderte Riku nicht weniger überfordert. „Ok, komm, wo müssen wir hin?", fragte ich, um von dem Thema abzulenken, das wir ganz sicher nicht hier auf der Straße besprechen würden. Wir liefen zurück zum Supermarkt, wo Riku sein weniges Hab und Gut zwischen zwei Müllcontainern hervorzog. Zwei Rucksäcke und eine Gitarre, das war alles. Ich holte tief Luft. Eisig zog sie in meine Lungen. Ich nahm Riku einen der Rucksäcke ab, damit wir uns eilig auf den Rückweg ins Warme machen konnten. Im Studio hielt ich es nicht mehr aus und zog ihn in meine Arme. Langsam legte auch Riku seine Arme um mich. „Magst du doch Musik machen?", fragte ich nach einer Weile. „Meinetwegen", murmelte Riku, doch er lächelte, als wir uns zusammen mit unseren Gitarren auf die Sofas setzten. Am Abend legten wir uns auf die Sofas. Riku schlief bereits, als ich zu ihm sah und versuchte, die Ereignisse des Tages zu begreifen. Da lag er. Riku, den ich so lange geliebt hatte, den ich so lange vermisst hatte. Plötzlich war er wieder da. Seine Haut war eingefallen, seine Haare fettig und zerzaust, seine Lippen zerschlissen. Er sah alt aus, älter als er war. Ich seufzte.

Siku-One-ShotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt