Fortsetzung von „Could You Love A Nightmare?"
Möglichst nur lesen, wenn du den ersten Teil kennst
„Riku", klopfte seine Mutter an die Tür des Badezimmers. Das Wasser der Dusche rauschte, unterlegt mit einem leisen Summen. Am Ende des Flures wurde eine Tür geöffnet. „Hast du mich gerufen, Mum?", steckte Riku den Kopf hervor. „Ja, ... ich ... hä? Wer ist denn im Bad, ich dachte, du würdest duschen", sah sie ihren Sohn verwirrt an. Riku biss sich auf die Lippe. „Ein, ein Freund", nuschelte er. „Wieso muss der bei uns duschen?", schüttelte seine Mutter den Kopf. Ihr Gesichtsausdruck verriet, dass sie nicht zufrieden damit war. Fieberhaft suchte Riku nach einer glaubwürdigen Antwort. „Wir haben Sport gemacht", murmelte er. „Und jetzt die Wahrheit", murrte seine Mutter ungeduldig. Wieso durchschaute sie ihn auch immer? Riku seufzte. Die Wahrheit konnte er unmöglich verraten. „Das ist aber keines von diesen Straßenkindern, oder?", wurde ihr Blick durchdringend. Riku sah zu Boden. Das kam an die Wahrheit heran. „Riku", schimpfte seine Mutter. „Sein Vater wollte ihn nicht haben!", wurde Riku laut und sah auf. „Wir sind trotzdem kein Waisenhaus", erwiderte seine Mutter streng. Das Duschwasser wurde ausgestellt. Sie sah zur Tür und klopfte nun erneut. „Bin gleich fertig, Rik", rief eine Jungenstimme. „Beeil dich und tu das Handtuch danach in die Wäsche, ich rufe das Jugendamt", drang ihre Stimme durch die Tür. „Mum, nein, bitte", flehte Riku und hielt sie am Ärmel fest. „Keine Diskussion, ich möchte keinen Ärger haben", schüttelte sie den Kopf und schritt die Treppe hinunter, um zum Telefon zu greifen. „Samu", klopfte nun Riku. Die Tür wurde vorsichtig geöffnet. Der blondhaarige Junge trug nur eine Boxershorts, die Haare waren noch nass. „Es tut mir leid", hauchte Riku. In seinen Augen schimmerten Tränen. „Ist nicht deine Schuld, dass ich der Meinung war duschen zu müssen", erwiderte Samu und strich ihm durch die braunen Locken. „Ich will nicht, dass du gehst", ließ Riku sich in seine Arme ziehen. „Werde ich auch nicht", meinte Samu. „Ich bin ein Nightmare, wenn alle Stricke reißen hau ich ab", fügte er wispernd hinzu. Seufzend nickte Riku. „Zieh dir besser was an", murmelte er, ehe er sich langsam aus der Umarmung wandte und aus dem Bad ging.
Riku lag im Bett, das Kissen über seinen Kopf gezogen. Sie hatten ihn mitgenommen, einfach so. Seinen Freund. Ein Schluchzen drang über seine Lippen. Schon seit einer Woche hatte er nichts von ihm gehört, nichts gesehen. Er hätte doch vorbeikommen können. Stöhnend rappelte er sich auf und schlurfte ins Bad, um sich fertig zu machen. Der Ort, wo alles aufgehört hatte. Er schüttelte den Kopf, um den Gedanken loszuwerden. „Riku, Schatz", versuchte seine Mutter ihn in der Küche anzusprechen. Er hatte die ganze letzte Zeit kaum ein Wort mit ihr geredet. „Mum, er war mein Freund! Und du schmeißt ihn einfach raus! Hätten wir das zusammen besprochen oder so, hätte ich mich vielleicht damit abfinden können, aber einfach so?", schnaubte Riku, während er sich seine Schultasche schnappte. „Es tut mir leid, Schatz. Ich wusste nicht, dass ihr euch so nahe steht", sagte seine Mutter. „Ja, du hast ja nicht mal gefragt. Und hör auf mich Schatz zu nennen", fauchte Riku, ehe er in den Flur verschwand und die Haustür hinter sich zu schlug.
Schmollend saß Riku auf seinem Platz im Klassenraum, als ein zögerliches Klopfen erklang. Es war kurz nach acht, der Unterricht hatte gerade angefangen. Ihr Englischlehrer wandte den Kopf und ging zur Tür, um zu öffnen. Ein blonder Junge kam zögerlich herein. Augenblicklich saß Riku kerzengerade auf seinem Stuhl. „Hey, ich bin neu in euerer Klasse", lächelte Samu unsicher. Gemurmel ging durch die Reihen. Jukka, Sami und Raul warfen Riku überraschte Blicke zu. Er hatte ihnen erzählt, was vorgefallen war. „Wie heißt du denn?", fragte der Klassenlehrer. „Samu. Haber", sagte der blondhaarige Junge noch immer merklich verunsichert.
„Mann, wo warst du denn so lange?", zog ausgerechnet Jukka den schüchternen Jungen beiseite, als es zur Pause klingelte. „Riku hat sich echt Sorgen gemacht, der hat kaum gesprochen die letzte Zeit", fügte Sami hinzu. Samu sah zu Boden, eingeschüchtert von der Gruppe Jungen um ihn herum. Dann wanderte sein Blick zu Riku. „Es tut mir leid. Es war alles so viel und surreal, ich hatte gefühlt keine ruhige Minute", leuchteten Samus Augen entschuldigend. „Komm", griff Riku nach Samus Händen und zog ihn zu sich. Kurz drückte er ihm einen Kuss auf die Lippen, ehe er ihn fest in die Arme zog. „Aber jetzt erzähl mal, was ist passiert und wie geht es jetzt weiter", forderte er ihn schließlich auf. „Ich bin bei Pflegeeltern hier in der Nähe und soll erstmal bei euch auf der Schule bleiben, hab da extra gefragt, ob ich in eure Klasse kommen kann", funkelten Samus Augen. „Das klingt ja super!", grinste Riku und konnte es nicht unterdrücken ein paar Mal in die Luft zu springen, während er noch immer Samus Hände hielt. „Hey, Schwuchtel! Schon neue Freunde gefunden?", trat ein breit grinsender Janne zu ihnen. „Schnauze Janne", stellte Riku sich vor Samu. „Oh du beschützt ihn wie süß. Ich sag dir, Schwuchtel, du hast dir die falschen Freunde ausgesucht", meinte Janne überheblich und blickte auf sie herab, obwohl Samu und Riku beide größer waren als er. Samu schob Riku zur Seite und trat mit einer erstaunlichen Selbstsicherheit vor Janne. „Schieb dir deine Beleidigungen sonst wo hin, ich weiß selbst, dass ich schwul bin, brauchst mir das nicht unter die Nase reiben", schnaufte er. „Ach, du gibst es auch noch zu", lachte Janne. Samu warf einen kurzen Blick zu Riku und ging dann an Janne vorbei, rempelte ihn an und wie durch Zufall rutschte Jannes Hose hinab, so dass er vor der ganzen Schule nur in Boxershorts auf dem Schulhof stand. Zufrieden grinste Samu in sich hinein. Riku und seine Freunde folgten ihm lachend und setzten sich zu ihm auf die kleine Mauer am Ende des Hofes. „Wo kommt denn diese Selbstsicherheit plötzlich her?", beugte Raul sich vor, um Samu anzusehen. Samu zuckte mit den Schultern, legte aber kurz den Kopf auf Rikus Schulter, was den Jungs wohl Antwort genug war.
DU LIEST GERADE
Siku-One-Shots
FanfictionSammlung von Siku (SamuxRiku) One-Shots und Hot-Shots. !Stories mit * sind P18! One Shot: „I gotta knooo-ooow if you'll be my boy", sang Samu und sah mich an. Ich denke, wenn er den Blick einer Frau zugeworfen hätte, sie wäre dahingeschmolzen. Doch...
