Kaisa hockte am Waldrand und beobachtete ihre Familie, wie sie mit ihren Freunden feierten. Ihr Onkel Santu war mit seiner Freundin da, und ihr anderer Onkel Samu mit seinen Bandjungs. Ihre Oma natürlich auch. Ein paar andere Freunde, Die beste Freundin ihrer Schwester. Nur hatte sie gerade keine Lust zu feiern. Sie wollte viel lieber ihre Ruhe haben, einfach so die Waldluft außerhalb von Helsinki genießen. Die Sonne schien warm auf das Mökki am See. Sie feierten Samus Geburtstag. Der Blick ihres blondhaarigen Onkels wanderte genau in diesem Moment zu ihr herüber. Verwirrt zog er die Augenbrauen zusammen und kam wenig später auf sie zu. „Alles gut?", fragte er. „Ja, und bei dir?", erwiderte Kaisa. „Ja, alles gut", grinste Samu. „Darf ich?", deutete er fragend auf den umgefallenen Baum, auf dem Kaisa saß. Sie nickte. „Wieso hast du niemanden mitgebracht, dann müsstest du nicht alleine hier sitzen?", wollte Samu wissen. „Wollte ich nicht", sah sie zu ihm auf. Sein Blick blieb fragend. „Ich wollte einfach mal die Ruhe genießen", erklärte Kaisa. Nun nickte Samu lächelnd. Ruhe beschrieb diesen wundervollen Ort wirklich gut. „Wieso bringst du eigentlich nie jemanden mit?", riss Kaisas Stimme ihn aus ihren Gedanken. „Tue ich doch", sah Samu verwirrt zu den anwesenden Gästen. „Ja, aber ich mein eine Freundin. Du hattest nie eine bei all den Geburtstagen dabei, an denen ich dabei war und so jung bin ich jetzt auch nicht mehr", erwiderte Kaisa. Samu kniff die Lippen zusammen. Seine Haltung spannte sich an. Schwer atmend kaute er auf seiner Unterlippe. „Was ist?", fragte seine Nichte verwundert. „Du darfst es niemandem sagen, ok?", sah er ernst zu ihr. „Auch nicht deiner Mama oder Oma, ja?" Kaisa nickte immer noch verwirrt. „Meine Freundin war die letzten Jahre immer dabei", sagte er, die Bezeichnung mit der Stimme in Anführungszeichen setzend. „Hä?", machte Kaisa. Ihr Blick huschte zu den Gästen. „Sorry, aber du hattest immer nur uns und deine Jungs dabei, manchmal ein paar mehr aus eurer Crew oder irgendeinen Kumpel vom Sport", meinte sie. Samu seufzte und folgte ihrem Blick zu seinen Freunden. Wieder gruben sich seine Zähne in die Unterlippe. „Warte", murmelte Kaisa. Samu nickte langsam und sah sie unsicher an. „Mit wem?", grinste seine Nichte. Samu fuhr sich durch die Haare. „Riku", hauchte er. „Niemand weiß das?", fragte sie ungläubig. Samu schüttelte den Kopf. „Wieso? Das hält doch keiner aus", machte Kaisa große Augen. Samu seufzte. „Ich will weder meine noch deine Mutter oder Santu enttäuschen. Und die Jungs genauso wenig", antwortete er. „Warum sollten sie enttäuscht sein? Oma war so glücklich, als Santu ihr endlich seine Freundin vorgestellt hat, wieso sollte sie sich bei dir nicht freuen?", schüttelte Kaisa den Kopf. „Weil er ein Mann ist. Und ich auch", erwiderte Samu bitter. Seine Nichte schnaubte. „Als ob die was dagegen hätten", meinte sie. Wieder seufzte ich Onkel. „Ich, ich geh mal wieder zu den anderen", murmelte er und erhob sich. Kaisa sagte das so einfach, sie war die erste Person vor der er überhaupt zugegeben hatte, dass er eigentlich auf Männer stand.
Kaisa schüttelte erneut den Kopf, obwohl es nun schon eine ganze Weile her war, dass Samu neben ihr gesessen hatte. Sie stand auf und lief nun doch zu den anderen. „Oma?", zog sie leicht an Eves Shirt. Die Frau sah sie sofort etwas besorgt an. „Kann ich dich mal was fragen?", sah sie sie an. Eve nickte und ließ sich von Kaisa zum See ziehen. „Du bist doch offen, oder? Also, wenn sich zwei Männer verlieben, dann macht dir das nichts, oder?", fragte sie. Eve lächelte und schüttelte den Kopf. „Wie kommst du denn darauf?", wollte sie verwundert wissen. Kaisa biss sich auf die Lippe. „Ähm", stammelte sie. Sie hatte ihrem Onkel schließlich versprochen nichts zu sagen. „Und Mama?", fragte sie, um von der Frage abzulenken. „Die ganz bestimmt auch nicht, sie hat doch eine Freundin, die mit einer Frau verheiratete ist", lächelte Eve noch immer. „Ok", murmelte Kaisa und ließ sie dann einfach stehen. Kopfschüttelnd sah ihre Großmutter ihr nach. „Wo ist Samu?", fragte sie ihre Mutter, als sie zurück bei den Gästen war. Sanna hob die Schultern. Also fragte sie bei Sami nach. „Er ist nur eben rein, wahrscheinlich auf Klo", meinte dieser. Kaisa nickte danken und verschwand im Mökki. „Samu?", fragte sie und lief ins Wohnzimmer durch. Erschrocken blieb sie stehen. „Sorry", biss sie sich auf die Lippe, als sie ihren Onkel mit seinem Bandkollegen an der Wand lehnen sah. Es war offensichtlich, dass die beiden sich mehr als innig geküsst hatten und dann eilig auseinander gezuckt waren. Rikus Blick huschte panisch zu seinem Freund. „Niemand hat was dagegen, denkt mal darüber nach, auch Oma nicht und Mamas Freundin ist auch mit einer Frau verheiratet", sagte Kaisa, nachdem sie sich gefangen hatte. „Kaisa, du", setzte Samu an. „Ich hab nichts gesagt, nur generell gefragt", erwiderte seine Nichte und war dann ebenso schnell verschwunden wie sie ihre Oma hatte stehen lassen. Samu und Riku sahen sich an. „Tut mir leid", murmelte Samu. Riku schüttelte den Kopf. „Meinst du nicht, sie hat recht?", fragte er. Samu nickte seufzend. „Wie haben wir das nur die ganze Zeit durchgehalten?", murmelte er. „Weil du immer noch Angst hast", hauchte Riku leise und strich ihm die Haare aus der Stirn. Eine Träne löste sich aus Samus Augen. „Ich kann es nicht vergessen", brachte er kaum hörbar hervor. „Samu, der idiotische Lehrer von damals, vergiss ihn, ok. Er ist es nicht wert dein Leben zu bestimmen", murmelte Riku sanft. Samu seufzte und lehnte sich fester an seinen Freund. Er hatte seinen aller ersten Kuss gehabt, mit einem Jungen, er war gerade dreizehn gewesen, sowieso total verunsichert von den Gefühlen gewesen, hatte sich endlich dazu überwunden und sich einen Ruck gegeben. Der Kuss war sogar schön gewesen, aber eine Stunde später musste sein Chemielehrer im Unterricht, vor der ganzen Klasse über Schwule daher ziehen, die ganze Klasse hatte über seine blöden Witze gelacht, ihm zugestimmt, als er meinte, diese Männer wären Gott aus seinem Mülleimer gefallen. Leise schluchzte er auf, als ihn die Erinnerungen gefangen nahmen. Plötzlich fühlte er sich wieder wie der kleine Schuljunge. Die Worte hatten sich in seinen Kopf gebrannt, er hatte mit Mädchen geschlafen, nur um sich selbst zu beweisen, dass er nicht aus Gottes Mülltonne war und es nur ein Ausrutscher war und um schließlich zu fühlen, wie sich ein wirklicher Orgasmus anfühlte, als er betrunken das erste Mal mit einem Jungen hatte.
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Siku-One-Shots
FanfictionSammlung von Siku (SamuxRiku) One-Shots und Hot-Shots. !Stories mit * sind P18! One Shot: „I gotta knooo-ooow if you'll be my boy", sang Samu und sah mich an. Ich denke, wenn er den Blick einer Frau zugeworfen hätte, sie wäre dahingeschmolzen. Doch...
