Ein bisschen Thriller angehaucht, keine Ahnung, was mein Kopf wieder hat.
Um die Straße herum war es vollkommen dunkel. Samus Schatten tauchte vor ihm auf, sobald er unter der Laterne hindurch war, zog sich immer länger, bis er von dem Lichtkegel der nächsten Laterne verschluckt wurde und das Spiel von vorn begann. Samu konzentrierte sich nur auf seinen Schatten, sperrte die Umgebung aus. Seine Hände waren tief in den Taschen seiner Jacke vergraben. Der Atem unter seinem Schal ging schnell und hinterließ kleine Wölkchen in der kalten Nachtluft. Außer seinen blonden Haaren und ein, zwei Reflektorstreifen war nichts helles an ihm. Es war keine gute Idee so spät abends diesen Weg alleine zu gehen, doch was blieb ihm anderes übrig? Janne hatte ihm ausdrücklich gesagt, er solle gehen, wenn ihre kleine Affäre keine Folgen haben sollte. Es war keine Liebe, von beiden Seiten aus. Samu wusste nicht, was es war. Außer dass es einem reinsten Hirngespinst entsprungen war. Ein Motor hinter ihm heulte auf, obwohl der Weg für Autos und andere Kraftfahrzeuge verboten war. Samus Schritte beschleunigten sich, während er einen Blick nach hinten warf. Grelle Scheinwerfer blitzten auf, fuhren mit Aufblendlicht auf ihn zu, blendeten ihn, so dass er nichts mehr sah. Nur Weiß und tiefes Schwarz. Das Auto zischte an ihm vorbei, gerade so sprang er zur Seite. Der Windsog zerrte an seiner Kleidung. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Dann waren Schritte zu hören, eilige Schritte. Das Auto war abrupt stehen geblieben. Eine Person stieg aus, war nur als düsterer Schatten zu erkennen. Samu spürte einen heißen Atem in seinem Nacken. Hände legten sich um ihn, eine auf seinen Mund, die andere presste ihn an einen Körper in seinem Rücken. Er musste etwa die gleiche Größe haben wie er. Die Hand in seinem Gesicht war kalt, aber nassgeschwitzt. Samu konnte den schnellen, warmen Atem noch immer schwer in seinem Nacken spüren, während ihm selbst alle Glieder gefroren, er konnte nicht einmal den Versuch starten zu schreien. Sein Herz schlug ihm bis zur Brust, sein Kopf schrie nur nach einer Fluchtmöglichkeit, sagte ihm, er müsse hier irgendwie herauskommen. „Komm nicht näher!", drang eine unnatürlich hohe Stimme direkt an seinem Ohr über die Straße zu der schwarzen Gestalt am Wagen. Etwas glitzerte im funzeligen Licht der Straßenlaterne. Es sah beinahe aus wie ein Pistolenlauf, wie in einem Krimi. „Er gehört mir, lass ihn los!", erwiderte nun die andere Stimme. Sie kam Samu erstaunlich bekannt vor, doch der Nebel der Panik in seinem Kopf blockierte alle Möglichkeiten sie zuzuordnen. Seine Beine zitterten. Dann trat die Person am Wagen in den Lichtkegel. Samus Atem stockte. Das Gesicht würde er jeder Zeit erkennen. Janne. Und er richtete tatsächlich einen Pistolenlauf auf ihn. Besser gesagt auf die Person hinter Samu. „Janne, nein!", kratzten die Worte aus Samus Kehle. „Dachtest du, ich lasse dich so einfach davonkommen nachdem du mich bestielst?!", rief er. Samus Beine drohten jeder Zeit unter ihm zusammenzubrechen. Er hatte doch nichts getan. „Das war ich! Du hast ihn ausgenutzt, ich habe nur geholt, was ihm zusteht!", nun war die Stimme tiefer, als hätte sie zuvor durch einen Heliumballon gesprochen. Und nun erkannte Samu sie, drängte sich noch dichter an den Körper und versuchte an ihm Schutz zu finden. Ein weiteres Motorengeräusch brummte auf, dann quietschten Bremsen direkt hinter ihnen. Die Hand in der Janne die Pistole sank hinab, ließ die Gefahr fallen, ehe sich beide Hände über seinen Kopf hoben. Polizisten stürmten an ihnen vorbei. Samus Augen schlossen sich. Als er sie wieder öffnen konnte, war das Specktakel vorbei. Sanitäter hockten neben ihm, kontrollierten, dass er wieder stabil war, ehe er ins Polizeiauto gebracht wurde. Neben ihm auf dem Sitzt saß der Mann mit den braunen, lockigen Haaren. Sein bester Freund. Riku. Der ihm womöglich gerade das Leben und seine Band gerettet hatte. Janne hatte seine Musik gestohlen, er hatte ihn ausgenutzt, ihn erpresst und Samu hatte nichts mehr tun können. Riku hatte ihn gewarnt, doch Samu hatte nicht hören wollen. Hatte sich in Gefühle hineingesteigert, Gefühle für Janne, die er nie gehabt hatte. Es gab nur einen für den er echte Gefühle hatte. Und diesen jemand hatte er von sich gestoßen. Samu sank in sich zusammen, Schluchzer erfüllten das Polizeiauto. Es hielt vor einem Wohnblock. Riku wurde die Tür geöffnet. „Er kommt mit zu mir", wandte er sich an den Polizisten, der daraufhin auch Samus Tür öffnete. Riku half ihm heraus. Tief Luft holend strich Samu sich die Tränen von den Wangen. Ihm war kalt. Das blaue Auto fuhr davon, während Riku sich zur Tür wandte und aufschloss. Die Stille im Treppenhaus war gespenstisch. Das Klacken im Schloss zu Rikus Wohnung hallte beinahe. Riku schaltete das Licht ein, zog seine Sachen aus und hängte sie an die Garderobe. Zitternd schälte auch Samu sich aus Jacke und Schuhen. „Tee?", fragte Riku. Samu nickte und verschwand an ihm vorbei ins Badezimmer. Er hatte das Gefühl, als hätte seine Blase ihn schon lange im Stich gelassen. „Wieso warst du da?", hauchte er, als er sich schließlich zu Riku auf das Sofa setzte. Ließ sich widerstandslos in eine Decke hüllen und nahm Riku die heiße Teetasse ab. „Danke", nuschelte er. „Samu, ich brauche dich. Ich lasse doch nicht zu, dass dieser Wahnsinnige dich erschießt, nur weil du ein bisschen blind warst", sah Riku ihn fest an. Samu ließ erneut ein Nicken vernehmen. „Danke, Riku, für alles", wisperte Samu. Tief holte er Luft. „Ich dich auch", sagte Riku, ehe er die Worte überhaupt ausgesprochen hatte. Samus Blick schoss ruckartig nach oben und sah ihn überrumpelt an. Riku nahm ihm die Tasse aus der Hand, stellte sie auf dem Couchtisch ab, ehe seine Hände ihren Weg an Samus Wange fanden. Sanft strich er darüber. „Wieso musst du auch alles immer über den komplizierten Weg mitteilen? Wieso hast du es mir nicht einfach gesagt?", flüsterte er. Erstickte den möglichen Ansatz einer Antwort jedoch in einem lange, liebevollen, leidenschaftlichen Kuss.
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Siku-One-Shots
FanfictionSammlung von Siku (SamuxRiku) One-Shots und Hot-Shots. !Stories mit * sind P18! One Shot: „I gotta knooo-ooow if you'll be my boy", sang Samu und sah mich an. Ich denke, wenn er den Blick einer Frau zugeworfen hätte, sie wäre dahingeschmolzen. Doch...