Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

Cause tonight you love somebody *

323 13 4
                                        

Samu:

Eigentlich war ich Mister I don't dance. Zumindest nachdem unsere Platte veröffentlicht wurde. Aber ganz ehrlich, jeder tanzt, wenn die Stimmung und der Alkoholpegel richtig sind. Und die Musik. Ich ließ meinen Blick über das Publikum wandern, bis er bei dem braunhaarigen Typen vor mir hängen blieb. Riku grinste mich an. „Lass das bloß nicht die Klatschblätter sehen. Das gibt einen Skandal: Samu Haber kann doch tanzen", lachte er. „Idiot", schüttelte ich den Kopf. Ich tat, als würde ich ihn antanzen. Riku erwiderte die Gesten. Grinsend legte ich meine Hände an seine Hüften. „Du, ähm, ich bin kurz auf Klo", meinte er eilig. „Servierst du mich gerade ab?", fragte ich lachend. „Ich serviere doch nicht meinen besten Freund ab!", schüttelte Riku ebenfalls grinsend den Kopf. Ich hatte gar keine Zeit mich länger um ihn zu kümmern, denn nun nährte sich mir eine blondhaarige Frau, die offensichtlich nicht nur scherzte. „Du siehst gut aus", sagte sie. „Danke", murmelte ich. Ich kam nicht drumherum mit ihr zu tanzen. Sie hatte etwas ansteckendes. Wir kamen uns näher, ihre Lippen waren nur noch Millimeter von meinen entfernt. Mein Atem ging schneller, dann küsste sie mich. Ich hatte seit Ewigkeiten kein Sex mehr gehabt, vor allem nicht mit einer Frau. Ihre Lippen ließen das Verlangen in mir steigen. Bestimmend zog sie mich aus dem Club. Draußen war es eisig, kein Wunder, es war finnischer Winter. Meine Jacke hatte ich bei den Jungs an der Theke gelassen, wäre auch überflüssig bei der Hitze drinnen gewesen, doch nun wünschte ich, dass ich sie dabei gehabt hätte. Ihre Lippen verwöhnten schon wieder meine. Naja. Zumindest sollte es wohl so sein. Die Kälte nahm mir das Verlangen und brachte die Einsicht, dass es nie hundertprozentig da gewesen war. Als ihre Finger sich an meinem Gürtel zu schaffen machten, stieß ich sie weg. Es war kein bewusstes Handeln, sonst hätte ich es ihr anders beigebracht. Sie stolperte auf keuchend zurück und sah mich verständnislos an. Ich biss mir auf die Lippe, drehte mich um und rannte davon.

Riku:

Als ich von der Toilette wiederkam, tanzte Samu mit einer Frau. Ich schnaubte. Wie war das mit dem Abservieren. Gut, er war „nur" mein bester Freund, aber es tat weh. Ich hatte gedacht, wir würden den Abend endlich zu zweit genießen, höchstens noch mit den anderen Jungs aus der Band und der Crew. Irgendwann waren die beiden nach draußen verschwunden. Also verabschiedete ich mich vorzeitig von den Jungs und ging zurück zum Bus. Das was ich dort tat, war ehrlich nicht geplant, aber ich hatte mein Handy in der Hand, klickte durch Videos auf YouTube und stieß durch Zufall auf einen Kurzfilm. Zwei Jungs, eine Nacht, Sex. Natürlich an der besten Stelle gecuttet. Ich wollte mehr, mein Gehirn funktionierte nicht mehr vernünftig, zumindest nicht rational. Es gehorchte meinem kleinen Freund. So kam ich also dazu, dass ich mit dem Handy in der Koje lag und einen Porno schaute. Das stöhnen turnte mich an. Ich wollte unbedingt wieder jemanden haben mit dem ich das auch tun konnte. Es mir nicht nur auf einem winzigen Bildschirm ansehen. Ich wollte es fühlen. Mein Handy glitt zur Seite. Meine Hand strich über meine Brust hinunter zu meiner Mitte und umfasste sie. Leise seufzte ich auf.

Samu:

Ich hatte mich etwas verlaufen, kam aber schließlich doch am Bus an. Ich wollte einfach meine Ruhe haben, das Geschehene vergessen. Es war still. Ich atmete tief durch, nahm mir ein Glas Wasser und stieg, nachdem ich getrunken hatte, die Treppe zu den Kojen hinauf. Ich stutze. Das klang verdächtig nach ... einem Stöhnen. Wer zur Hölle war da? Oder besser gesagt: wer zur Hölle hatte diesen Klingelton? Das Geräusch war nämlich etwas metallen. Ich schob die Tür auf. Plötzlich folgte ein echtes Stöhnen. Ich biss mir auf die Lippe. Das war Riku. Eilig drehte ich mich wieder um und verschwand nach unten. Das war zu viel für einen Abend. Erst diese Blondine, dann Riku. Wieso war er nicht mehr bei den Jungs? Hatte er einen Freundin und ... Telefonsex? Ich schüttelte den Kopf. Das wollte ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Riku:

Es geht doch nichts über eine Aftershowparty, oder? Ok, Ironie beiseite. Ich hatte echt genug. Ich wollte nicht noch einen zweiten Abend miterleben, wie Samu irgendeine Frau abschleppte. Natürlich wurde ich mitgeschleppt, was hätte ich auch sagen sollen? „Riku, was ist los?", fragte mich Raul. „Nichts, ich bin nicht in Partystimmung", murmelte ich. „Vermisst du jemanden?", fragte Samu und wackelte anzüglich mit den Augenbrauen. Ich schnaubte. „Fragt der, der schon wieder irgendwelche Frauen abschleppt? Ich habe dich vermisst, gestern", knurrte ich. „Wow", hob Samu die Hände, schwieg aber. Ich unterhielt mich weiter mit Raul, während Samu abzog.

Er tanzte. Mein Blick streifte seinen. Seine Hände ruhten auf der Hüfte einer Frau. Schlank. Blondhaarig. Ein Ebenbild seiner gestrigen nächtlichen Gesellschaft. Wie erwartet dauerte es nicht lange, bis die zwei nach draußen verschwanden.

Samu:

„Danke", grinste ich die junge Frau an. „Gerne, lässt du mich wieder zu meiner Freundin?", lächelte sie. Ich nickte. Sie verschwand. Ich wartete kurz. Es war meine Idee, aber sie hatte mir den Denkanstoß gegeben, als sie fragte, warum ich so nachdenklich dreinschaute. Ich holte tief Luft und ging ebenfalls wieder zurück. Riku saß mit dem Rücken zu mir bei den Jungs, unterhielt sich aber nicht mehr. Grinsend schlang ich von hinten meine Arme um ihn und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Erschrocken sah Riku von seinem Bier auf. „Samu?", stammelte er. „Kommst du kurz mit?", fragte ich. Überfordert nickte er und stand auf. Mit Jacken bewaffnet traten wir zurück an die Kälte. „Was machst du noch hier?", fragte Riku. „Mit dir reden und deine Eifersucht in Schach halten", grinste ich. „Eifers-?", stotterte Riku. „Ich hatte gestern nichts mit der Frau, wir haben rumgemacht ja, aber nur weil ich dachte, unbedingt mal wieder Sex haben zu wollen", erklärte ich. „Hattest du dann doch nicht? Und das eben?", schüttelte Riku den Kopf. Er glaubte mir nicht. „Ich wollte dich eben etwas aufziehen", sagte ich. „Aha", machte er. „Riku ... wieso bist du gestern früher gegangen?", fragte ich ihn schließlich zögerlich. „Ich war müde", meinte er. „Müde? Riku, ich war im Bus, ich hab ... das gehört", murmelte ich. Riku fuhr sich durch die Haare. „Fuck! Samu, das war ... keine Ahnung, scheiße, es war einfach so, ich weiß doch auch nicht", stammelte er. „Sagst du mir wenigstens wen du angerufen hast? Oder wer dich?", flüsterte ich und senkte den Blick. „Angerufen?", fragte Riku verwirrt. Ich sah ihn doch wieder an. „Oh, nein, Samu, nein. Ich, das ist nicht weniger peinlich, aber ich hab nur ein ... Video geschaut", schüttelte er den Kopf. Ich lachte auf. „Video?", hob ich die Augenbrauen. „Hör auf", knurrte er. „War es heiß?", wollte ich grinsend wissen. Ich musste ihn damit aufziehen. „Samu", schlug Riku mir frech gegen die Brust.

Zurück im Bus ließ Riku sein Handy verführerisch unbeaufsichtigt in der Sitzecke liegen. Meine Finger kribbelten, also griff ich danach und klickte auf seinen Suchverlauf. Die Jungs waren noch feiern. Der Ton war zum Glück aus, aber allein das was ich sah, machte mich unglaublich an. Ich biss mir auf die Lippe. Das war mehr als heiß. Die zwei Typen waren hot, vor allem der eine. „Samu!", zog Riku mir panisch das Handy weg. „Wieso gehst du einfach daran?!", regte er sich auf. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ein Schmunzeln wanderte über meine Lippen. Ich nahm seine Hände und zog ihn näher, um meine Arme um ihn zu legen. Das Kinn auf seiner Brust abgestützt blickte ich zu ihm auf. „Weißt du, wieso gestern nichts lief, mit der Frau?", murmelte ich grinsend. Riku schüttelte verwirrt den Kopf. „Ich steh nicht auf Frauen", gab ich zu. „Du? Nicht?", wurden Rikus Augen groß. „Nope", stellte ich mich hin, um ihn vernünftig ansehen zu können. „Ich steh auf Männer, genauer gesagt ... gibt es einen, der mir ziemlich den Kopf verdreht", hauchte ich. Riku öffnete seinen Mund, fand aber anscheinend keine Worte, weshalb er ihn wieder schloss. Seine blauen Augen schienen verzweifelt eine Antwort in meinen zu suchen. Es machte Spaß, ihn etwas zappeln zu lassen, doch dann beugte ich mich endlich vor und küsste ihn. Er seufzte auf. „Du bist so fies", nuschelte er. „Hab dich auch lieb", erwiderte ich. Er legte seine Hände an meine Wangen und zog mich wieder zu sich. Sanft, zärtlich küsste er mich. Das Gefühl war unglaublich. Unsere Lippen bewegten sich sacht gegeneinander und schickten ein wahnsinniges Kribbeln durch meinen Körper. Mit meinen Hände strich ich über seinen Rücken. Ein Seufzen kam über meine Lippen.

Sami:

Draußen war es eisig, weshalb ich eilig die Treppen des Busses hochstieg. „Du bist so eine Frostbeule!", rief Osmo mir hinterher, er hatte aber selber eine fette Gänsehaut auf den Armen. Raul schloss die Tür. „Wow", blieb mein Blick an der Sitzecke hängen. Die Augen der anderen folgten meinen. Klar, unsere zwei Kuschelmonster hatten sich schon immer mehr als gut verstanden und hatten den Namen nicht umsonst. Küsschen hier, Küsschen da. Aber das ... damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Dass die beiden sich richtig küssen würden. „Ich schätze, wir haben was verpasst", grinste Raul. „War Samu nicht gestern noch mit dieser Frau weg?", meinte Osmo. Die Zärtlichkeit mit der sich die beiden küssten und der Fakt, dass sie uns noch immer nicht bemerkt hatten, sprachen ziemlich dagegen. Das sah ziemlich nach dem Anfang einer Beziehung aus. Ich lächelte. Die beiden passten ohne Frage gut zueinander. 

Siku-One-ShotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt