deine schuld

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02:45

Es war mitten in der Nacht, und ich wachte plötzlich auf. Das Bett neben mir war leer. Ich spürte eine Unruhe in meinem Herzen, die mich nicht mehr schlafen ließ. Ich setzte mich auf und schaltete die Nachttischlampe an. Der sanfte Lichtschein erhellte das Zimmer, aber die Dunkelheit in meinem Inneren blieb bestehen.

Ich stand auf und ging zur Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen. Als ich die Küche betrat, sah ich Jamal. Er saß am Küchentisch, eine Flasche Alkohol und ein Joint in der Hand. Der Raum war erfüllt vom Geruch des Grases, und seine Augen wirkten glasig und leer.

Ich stand an der Theke und beobachtete ihn stumm. Mein Herz schmerzte, ihn so zu sehen. Jamal trank selten, und ich wusste, dass etwas ihn tief verletzte. Ich wagte es nicht, etwas zu sagen, und doch konnte ich meine Besorgnis nicht verbergen.

Plötzlich brach er die Stille, seine Stimme klang rau und gebrochen. "Hast du mit Yanis geschlafen?"

Ich verschluckte mich fast an meinem Wasser und stellte das Glas zitternd ab. "Was? Nein, natürlich nicht! Du bist der einzige, Jamal. Du weißt das."

Er lachte spöttisch, ein kalter, herzloser Klang. "Warum sollte ich dir glauben? Warum sollte ich irgendjemandem glauben?"

Er stand abrupt auf und kam auf mich zu. Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, und ein Teil von mir wollte weglaufen. Aber ich blieb stehen, meine Füße wie angewurzelt.

"Jiyan, ich will die Wahrheit wissen," forderte er, seine Augen brannten vor Wut und Schmerz.

"Jamal, ich schwöre, ich habe nie mit Yanis geschlafen. Du bist der Einzige, den ich je geliebt habe und immer lieben werde."

Seine Hand streichelte plötzlich meine Wange, eine Geste, die früher Zärtlichkeit bedeutete, jetzt aber bedrohlich wirkte. Und dann, ohne Vorwarnung, schlug er mir ins Gesicht. Der Schmerz war intensiv und sofort spürte ich das warme Blut, das meine Lippen hinunterlief.

Ich schmeckte das Blut und spürte die Erniedrigung tief in meinem Inneren. Tränen stiegen mir in die Augen, und ich konnte sie nicht zurückhalten. Ich trat sofort einen Schritt zurück, entfernte mich von ihm, während die Tränen unkontrolliert über meine Wangen liefen.

Ich brach in Tränen aus, meine Stimme zitterte vor Schmerz und Verzweiflung. "Jamal, warum tust du das? Ich habe dir nie einen Grund gegeben, mir nicht zu vertrauen. Du bist betrunken und high, aber das ist keine Entschuldigung."

Ich packte meine Sachen zusammen, während die Tränen weiterflossen. Mein Herz schrie vor Schmerz, aber ich wusste, dass ich gehen musste. Die Erniedrigung, die Schläge, das Misstrauen – ich konnte es nicht länger ertragen.

Als ich zur Tür ging, lachte Jamal spöttisch hinter mir. "Du rennst immer weg, Jiyan. Du bist so vorhersehbar. Immer das gleiche Drama."

Seine Worte trafen mich tief, und ich brach erneut in Tränen aus. "Ich liebe dich, Jamal. Aber ich kann das nicht mehr. Ich hoffe, dass du morgen klarer siehst und verstehst, was du getan hast."

Ich verließ das Haus, mein Herz schwer und mein Geist zerrissen. Die Nachtluft war kühl und beruhigend, aber der Schmerz in meinem Inneren blieb bestehen. Ich wusste, dass Jamal verletzt und verloren war, aber ich konnte mich nicht weiter selbst zerstören, um ihm zu helfen.

Ich hoffte, dass er sich am nächsten Tag beruhigen würde, dass er erkennen würde, was er getan hatte. Meine Liebe zu ihm war tief, aber ich wusste auch, dass ich mich selbst schützen musste. Die Entscheidung, zu gehen, fiel mir schwer, aber ich wusste, dass es der einzige Weg war, um sowohl ihm als auch mir eine Chance zu geben, zu heilen.

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