18:34
Die Tage vergingen, und ich fand mich langsam wieder in meinem Alltag zurecht. Es war als ob eine Last von meinen Schultern genommen wurde, seit ich Jiyan nicht mehr gesehen hatte. Ich war etwas lockerer drauf und konnte wieder lachen und Spaß haben, besonders wenn ich bei mir zuhause mit meinen Jungs abhing.
Unser Haus war zu einer Art Treffpunkt geworden, wo wir gemeinsam abhingen, Musik hörten und einfach das Leben genossen. Ich hatte mich entschieden, in ein eigenes Haus zu investieren, und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens gewesen. Die Jungs und ich lachten über alte Geschichten, erzählten uns Witze und redeten über Gott und die Welt.
Doch plötzlich wurde die fröhliche Stimmung unterbrochen, als mein Handy vibrierte und eine Nachricht von Jiyan auf dem Bildschirm erschien. Ich seufzte genervt und legte das Handy beiseite, ohne zu antworten. Die Jungs bemerkten sofort, dass etwas nicht stimmte.
"Was ist los, Jamal? Warum antwortest du nicht?" fragte Veysel besorgt.
Ich zögerte einen Moment, bevor ich antwortete.
"Es ist Jiyan. Sie will mich sehen."
Die Jungs tauschten bedeutungsvolle Blicke aus, und ich spürte ihre neugierigen Blicke auf mir ruhen.
"Und? Was läuft jetzt zwischen euch?" fragte Mali direkt.
"Ich will sie einfach vergessen" murmelte ich, obwohl ich wusste, dass es einfacher gesagt als getan war. Veysel schüttelte den Kopf.
"Ich glaube nicht, dass eure Geschichte schon zu Ende ist, Mann. Du solltest um sie kämpfen."
Mali widersprach sofort.
"Unsinn, du solltest dich nicht für sie klein machen. Verarsch sie oder räche dich auf irgendeine Weise."
Alim unterbrach ihn schnell.
"Nein, das wäre falsch. Du kannst nicht einfach so mit den Gefühlen anderer spielen."
Mali sah mich direkt an.
"Was ist das Wichtigste bei einer Frau, Jamal?"
Ich dachte einen Moment nach, bevor ich antwortete.
"Respekt und Ehrlichkeit."
Alim nickte zustimmend, während Mali einen spöttischen Blick aufsetzte.
"Das ist lächerlich. Du solltest versuchen, sie ins Bett zu bekommen."
Safraoui lachte nur, während Alim mich besorgt ansah.
"Das würdest du niemals tun, oder?" Fragte Alim.
Veysel mischte sich wieder ein.
"Jiyan ist ein gutes Mädchen. Sie würde das niemals zulassen."
"Das wichtigste bei einer Frau ist ihre Jungfräulichkeit, und genau das solltest du ihr nehmen" sagte Mali Desinteressiert.
Ein bedrückendes Schweigen lag über uns, als ich über Malis Worte nachdachte. Seine Worte trafen mich wie ein Schlag ins Gesicht, und ich spürte, wie sich mein Zorn langsam in meinem Inneren aufbaute.
"Mali, du solltest dich schämen, so etwas zu sagen!" rief Alim empört aus.
"Das ist respektlos und Jiyan ist nicht irgendein Mädchen."
Mali grinste siegerisch.
"Ach komm schon, Alim. Jamal weiß doch, dass ich recht habe. Wenn sie ihn so sehr verletzt hat, dann sollte er sich doch zumindest ein bisschen Spaß gönnen, oder?"
Ich ballte die Fäuste, und mein Zorn brodelte wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch.
"Sie fühlt sich schuldig und vermisst ihn, wenn Jamal wieder zu ihr geht und sie verführt, fällt sie drauf und kann nicht nein sagen, weil sie ihn nicht nochmal verletzten wird" grinste Mali.
"Das ist nicht das, wonach ich suche, Mali. Ich will mich nicht auf dein Niveau herablassen."
Veysel legte beruhigend eine Hand auf meine Schulter.
"Jamal, du musst nicht auf Malis Provokationen eingehen. Wir wissen alle, dass du ein anständiger Kerl bist."
Aber Malis Worte hatten bereits einen Keil zwischen uns getrieben, und ich konnte spüren, wie mein Entschluss zu handeln immer fester wurde. Ich wollte Jiyan zeigen, dass sie nicht einfach so davonkommen konnte, nachdem sie mein Herz gebrochen hatte.
"Mali hat aber recht" sagte ich plötzlich und erhob mich vom Sofa.
"Ich werde mich rächen."
Mali grinste triumphierend, während Alim und Veysel mich schockiert ansahen.
"Jamal, das meinst du nicht ernst, oder?" fragte Alim besorgt.
"Es ist meine Entscheidung, Alim," sagte ich entschieden.
"Ich werde nicht einfach so zulassen, dass sie mich verletzt, ohne Konsequenzen zu tragen."
"Ohne Konsequenzen? Sie bereut es doch zurzeit? Warum willst du's ihr noch schwerer machen?" Fragte Safraoui verwirrt.
"Warum nicht?" Fragte Mali lachend.
Safraoui und Veysel versuchten, mich aufzuhalten, aber ich war bereits entschlossen. Ich holte mein Handy vom Tisch und öffnete die Nachricht von Jiyan.
"Ich werde ihr antworten und sie dazu bringen, sich mit mir zu treffen. Und dann werde ich meinen Plan in die Tat umsetzen."
Mali grinste breit.
"Das ist der Jamal, den ich kenne. Lass sie bereuen, dass sie dich je verlassen hat."
Ich nickte zustimmend und begann, eine Antwort auf Jiyan's Nachricht zu tippen. Ich würde sie dazu bringen, sich mit mir zu treffen, und dann würde ich ihr zeigen, was es bedeutete, mich zu verletzen. Ich würde sie leiden lassen, so wie sie mich hatte leiden lassen. Und ich würde sicherstellen, dass sie es nie vergessen würde.
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in meiner Welt
FanfictionJiyan und Jamal leben in zwei völlig unterschiedlichen Welten. Sie stammt aus einem guten Elternhaus und träumt von einer strahlenden Zukunft. Er hingegen kämpft ums Überleben auf den Straßen, verstrickt in Drogenhandel, um seine Familie über Wasser...
