unverständnis

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23:45

Seine Worte hingen schwer in der Luft, als ich mich bemühte, meine Gedanken zu ordnen. Ich wusste, dass ich mich nicht wieder in den Strudel seiner Anziehungskraft ziehen lassen durfte. Nicht jetzt. Nicht, wo meine Gefühle so durcheinander waren und er mich so verletzt hatte.

"Jamal, ich kann das nicht," sagte ich und schob seine Hand sanft von meinem Gesicht.
"Nicht jetzt. Wir müssen das klären, bevor wir wieder so weitermachen können."

Sein Blick verhärtete sich, aber ich blieb standhaft.

"Es tut mir leid, aber ich muss lernen, mich selbst zu respektieren und meine Grenzen zu setzen. Du kannst nicht einfach erwarten, dass ich dir sofort wieder verzeihe und mich dir hingebe, nachdem du mich so verletzt hast."
"Du redest ständig von Grenzen," sagte er frustriert.
"Aber was ist mit meinen Bedürfnissen, Jiyan? Ich habe auch Gefühle."
"Und was ist mit meinen Gefühlen?" konterte ich, die Wut in mir aufsteigend. "Du hast mich betrogen, Jamal! Und dann nennst du mich eine Schlampe, weil ich mit dir- einem Dealer geschlafen habe, nachdem ich mich dir anvertraut habe. Du kannst nicht erwarten, dass ich das einfach so vergesse."
"Ich habe das im Affekt gesagt. Du weißt, dass ich es nicht so gemeint habe," sagte er und versuchte, meine Hand zu ergreifen. Ich zog sie weg.
"Das macht es nicht weniger schmerzhaft. Du kannst nicht erwarten, dass ich mich dir sofort wieder hingebe, nur weil es dir danach ist. Ich bin nicht hier, um dich zu verwöhnen, wann immer du es willst."
"Also sollen wir jetzt einfach so weitermachen? Kalt und distanziert?" fragte er und stand auf, seine Frustration deutlich sichtbar.
"Wir müssen uns Zeit nehmen, um zu heilen, Jamal. Und du musst akzeptieren, dass ich Zeit brauche. Du musst warten und mir zeigen, dass ich dir wieder vertrauen kann."
"Das habe ich verstanden," sagte er wütend.
"Aber ich kann nicht ewig warten."
"Vielleicht solltest du das," sagte ich leise, aber fest.
"Vielleicht ist das genau das, was du tun musst, um zu beweisen, dass du es ernst meinst."

Er schnaubte verächtlich.

"Du erwartest zu viel von mir."
"Und du erwartest, dass ich dir sofort verzeihe und weitermache, als wäre nichts passiert," schrie ich.
"Das ist nicht fair, Jamal. Nicht nach allem, was du getan hast."

Die Spannung zwischen uns war unerträglich, und ich wusste, dass ich Abstand brauchte. Ich zog mir sein Shirt über und ging Richtung Tür.

"Wo gehst du hin?" rief er hinter mir her.
"Ich brauche Zeit für mich," sagte ich und verließ das Zimmer, bevor er etwas entgegnen konnte.

In der Lobby setzte ich mich auf eine Couch und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Die Ruhe der Hotelumgebung half ein wenig, aber ich wusste, dass die wirkliche Herausforderung noch vor uns lag. Jamal musste lernen, zu warten und mich nicht zu bedrängen. Und ich musste lernen, meine eigenen Grenzen zu respektieren und durchzusetzen.

Plötzlich tauchte der Barkeeper auf, der uns zuvor bedient hatte. Er hatte anscheinend gerade Feierabend.

"Alles okay bei dir?" fragte er freundlich.

Ich lächelte leicht und nickte.

"Ja, alles gut. Danke."

Er hielt mir plötzlich die Hand hin und half mir auf.

"Ich bin Luis, und ich habe gerade Feierabend. Hast du Lust, Spanien mal aus einer anderen Perspektive zu sehen? Nicht nur die touristischen Orte?"

Ich zögerte. Jamal würde bestimmt nicht begeistert sein, wenn ich einfach mit einem Fremden mitging. Luis bemerkte mein Zögern und lachte.

"Keine Sorge, ich bin kein Mörder. Versprochen." Seine Ehrlichkeit und sein Lächeln brachten mich zum Lachen.
"Okay, Luis. Zeig mir deine Stadt," sagte ich schließlich und ging langsam mit ihm.

in meiner Welt Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt