Max Sicht
Der Wagen rollt endlich von der Fähre, und ich könnte schwören, dass ich diesen Moment in goldenen Buchstaben in ein Tagebuch schreiben möchte. Das hat ewig gedauert. Mein Kopf dröhnt noch immer, mein Magen knurrt, und meine Geduld ist so gut wie am Ende.
Ich lehne mich in meinem Sitz zurück, die Sonne scheint durch die Windschutzscheibe und lässt meine Augen brennen. Es ist schon fast 14 Uhr. Ich kann nicht glauben, dass ich so lange geschlafen habe. Aber ehrlich gesagt... ich fühle mich immer noch nicht wirklich erholt.
Bradley sitzt neben mir am Steuer, seine Hände umklammern das Lenkrad ein bisschen fester als nötig. Seit wir Mick zurückgelassen haben, ist er irgendwie... angespannt. Gereizt. Was ist eigentlich sein Problem?
Bevor ich überhaupt an Essen denken kann – was mein Magen mir mit einem weiteren grollenden Knurren wärmstens empfiehlt – drängen sich all die Fragen, die mich quälen, in den Vordergrund.
„Bradley", beginne ich und werfe ihm einen kurzen Blick zu.
„Hm?" Er antwortet, ohne den Blick von der Straße zu nehmen, aber seine Stimme klingt abweisend.
„Was ist gestern eigentlich passiert?" frage ich direkt. Ich verschränke die Arme vor der Brust und sehe ihn an, auch wenn er mich ignoriert. „Ich meine, ich erinnere mich an... einiges. Aber nicht an alles. Da sind diese Lücken, weißt du?"
„Du hast getrunken wie ein Loch. Das war wohl zu erwarten", murmelt er, seine Stimme noch immer angespannt.
„Ja, danke für die Info", sage ich trocken. „Aber das erklärt nicht, warum ich mich daran erinnere, dass du mich getragen hast. Und wieso überhaupt? Ich dachte, Mick hätte mich ins Zimmer gebracht."
Bradley gibt keinen Ton von sich, nicht mal ein genervtes Brummen. Ich starre ihn an, aber er bleibt stur, sein Blick auf die Straße geheftet.
„Hallo?" Ich schnaube frustriert und lasse meinen Kopf gegen die Kopfstütze fallen. „Willst du mir jetzt ernsthaft nicht antworten?"
„Nicht jetzt, Max", sagt er schließlich, aber sein Ton ist abweisend, fast scharf.
„Warum nicht?" Ich setze mich aufrechter hin, meine Stimme wird fordernder. „Ich habe das Recht zu wissen, was passiert ist, oder nicht?"
„Max." Jetzt sieht er mich an, nur kurz, aber sein Blick sagt mehr, als mir lieb ist. Gereiztheit, Müdigkeit... und irgendwas anderes, das ich nicht deuten kann. „Ich habe Hunger. Können wir nicht erst was essen?"
„Hunger?" Ich starre ihn an, als hätte er den Verstand verloren. „Ich sterbe hier fast vor Neugier, und du willst was essen?"
„Ja." Das war alles, was er sagte. Keine Erklärung, keine Entschuldigung, nichts. Er schaut wieder nach vorne und lenkt den Wagen auf eine Landstraße, als wäre das Gespräch beendet.
Aber ich werde nicht aufgeben. Nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass er mir etwas verschweigt. Ich lasse meinen Blick nicht von ihm, beobachte, wie seine Finger das Lenkrad umklammern, ein wenig zu fest.
„Bradley", beginne ich erneut, diesmal langsamer, ruhiger. „Warum bist du so gereizt? Was ist dein Problem? Geht es um Mick? Hast du mit ihm ein Problem?"
Er spannt sich merklich an, und das sagt mir mehr, als er wahrscheinlich beabsichtigt. Aber er sagt nichts. Nicht mal ein Wort.
„Okay", murmele ich, mehr zu mir selbst. „Du willst also nicht reden. Fein. Aber ich werde es rausfinden. Du kennst mich, Bradley. Ich lasse nicht locker."
Seine Lippen zucken leicht, aber er bleibt stumm. Ich verschränke die Arme vor der Brust und starre aus dem Fenster. Soll er doch machen, was er will. Ich werde meine Antworten bekommen, ob er will oder nicht.
DU LIEST GERADE
Maxley
FanfictionNach den Finals feiern alle eine riesige Party doch etwas geht schief und jemand wird verletzt. Währenddessen nervt Bradley Max extrem und sie bekommen nicht mit wie die Polizei auftaucht. Sie werden erwischt und müssen als Strafe die ganzen Ferien...
