Teil 58

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Max' Sicht (Ich-Perspektive) — der Morgen danach

Ich werde langsam wach.
Nicht, weil ich ausgeschlafen bin.
Sondern weil ich etwas spüre.

Etwas Warmes, Weiches –
eine Hand auf meiner Taille.
Ein Bein über meinem.
Atem an meinem Nacken.

Für einen Moment vergesse ich, wo ich bin.
Dann schießt alles zurück.

Letzte Nacht.
Seine Lippen. Seine Hände.
Seine Stimme.
„Du gehörst mir."

Ich blinzle. Es ist hell im Zimmer.
Der Regen von gestern ist verschwunden, nur ein paar Sonnenstrahlen tanzen auf dem Boden.

Ich drehe den Kopf ganz leicht.
Und sehe ihn.

Bradley.
Schlafend. Oder fast.
Sein Gesicht ganz nah, seine Wimpern dunkler als sonst, sein Mund leicht geöffnet.
Sein Arm liegt locker um mich.

Ich könnte weinen, so sehr drückt es mir das Herz zusammen.
Ich habe noch nie jemanden so nah bei mir gehabt.
Noch nie so echt.
Noch nie so ruhig.

Ich drehe mich vorsichtig zu ihm.
Seine Hand rutscht mit, gleitet über meine Hüfte.

Er öffnet die Augen. Nur ganz langsam.

„Hey", flüstere ich.
Meine Stimme klingt noch rau.

Er lächelt. Verschlafen, aber ehrlich.
„Hey."

Ein paar Sekunden sagen wir nichts.
Wir sehen uns nur an.

Dann:
„Du schnarchst übrigens doch", murmle ich, weil ich plötzlich nervös werde.
Ich lache leise. Nur um die Spannung zu durchbrechen.

Er zieht eine Augenbraue hoch.
„Ach ja?"
Dann rollt er sich auf den Rücken, streckt sich, gähnt gespielt dramatisch.
„Na gut, dann schlaf ich nächstes Mal auf dem Boden."

Ich lege mich halb über ihn.
„Wage es ja nicht", murmle ich.

Er lacht leise.
Dann zieht er mich wieder an sich.
Ich lasse mich einfach fallen. Auf seine Brust. Seine Hand fährt mir durch die Haare.

Wir liegen schon eine ganze Weile so da.
Sein Finger zeichnet Kreise auf meinem Rücken.
Immer wieder.
Immer langsamer.

Ich sollte einfach genießen, dass es still ist.
Dass er mich hält.
Dass wir atmen und niemand sonst hier ist.
Aber mein Kopf ist zu laut.

Ich beiße mir auf die Lippe.
Höre, wie sein Herzschlag langsam geht, gleichmäßig, beruhigend.

Und trotzdem kommt die Frage.
Sie drängt sich auf wie ein unausgesprochener Gedanke zwischen zwei Küssen.

„Bradley?"
Meine Stimme ist kaum mehr als ein Hauch.

„Hm?" Er sieht mich nicht direkt an, aber seine Hand bleibt ruhig.

Ich zögere.
Dann:
„Heißt das jetzt... wir sind zusammen?"

Ich warte auf eine Reaktion.
Ein Lachen. Ein Grinsen. Ein Ausweichen.
Aber nichts davon kommt.

Er dreht sich ein Stück, sieht mich an.
Seine Stirn liegt jetzt ganz nah an meiner.
Sein Blick ist ernst. Klar.
Warm.

„Du meinst, wie... so richtig? Mit Händchenhalten in der Cafeteria und Küssen, wenn keiner guckt?"
Ein leichtes Grinsen blitzt in seinem Blick auf, aber es verschwindet sofort wieder.

Ich nicke langsam.
Mein Herz hämmert.

Er atmet tief ein.
Dann legt er seine Hand an meine Wange.
Zieht mich noch näher.
Und küsst mich.

Nicht wie letzte Nacht.
Nicht mit Gier.
Sondern mit Ruhe.
Mit Antwort.

Als er sich löst, sagt er:
„Ich hab dich letzte Nacht nicht so gehalten, weil ich irgendwen wollte."

Er legt die Stirn gegen meine.
„Ich wollte dich."

Stille.
Dann:

„Also ja", murmelt er. „Wir sind zusammen. So richtig. So nervig romantisch, wie du's willst."
Er grinst.

Ich lache leise.
Und schlage ihm sanft gegen die Brust.
„Ich bin nicht romantisch."

Er zieht mich enger an sich.
Seine Nase an meinem Hals.

„Nein. Du bist viel schlimmer."
Und ich weiß:
Er meint das genau so, wie es sich anfühlt.

Als das Beste, was ihm je passiert ist.

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Uieee sie sind jetzt zusammen 💖. Hahha endlich eigentlich wollte ich nur so 15 Kapitel schreiben und jetzt sind es fast 60 😅.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt