Teil 31

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Bradley's Sicht
Es tut mir so leid, was Max durchgemacht hat. Ich merke, wie er sich in sich zurückzieht, wie der Moment, in dem ich ihm von gestern erzähle, etwas in ihm auslöst, das er nicht so einfach verarbeiten kann. Es macht mich verrückt. Max tut mir wirklich leid. Er ist zwar stark, aber ich sehe, wie er mit den Erinnerungen und den Lücken in seinem Kopf kämpft. Es muss verdammt schwer für ihn sein, und ich wünschte, ich könnte ihm mehr abnehmen.

Ich spüre, wie sich die Atmosphäre verändert, als Max sich nach einem Moment der Stille aufsetzt. „Ich geh kurz auf's Klo wir treffen uns am Wagen", sagt er, und ich kann den Versuch, sich von mir zu distanzieren, deutlich erkennen. Er will nicht, dass ich sehe, wie diese ganzen Emotionen ihn belasten, aber irgendwie sehe ich es trotzdem.

Max steht auf, und ich kann sehen, wie er sich bemüht, normal zu wirken, als er aufsteht und zur Toilette geht. Aber der Ausdruck in seinem Gesicht...
Er will mir nichts zeigen, doch es ist unverkennbar.

Ich geh zum Auto und bleibe an der Autotür stehen und warte. Es fühlt sich an, als ob der Moment still steht.

Kurz darauf kommt er zurück. Max läuft langsam, fast bedrückt, und ich kann nicht anders, als ein paar Schritte in seine Richtung zu gehen, als er vor mir auftaucht.

„Max", sage ich leise, fast zögerlich, und warte, bis er mich ansieht. Seine Augen sind immer noch von diesem schmerzhaften Ausdruck geprägt, den ich mittlerweile schon zu gut kenne. „Es ist alles gut, okay? Ich war ja da. Du musst dir keine Sorgen machen."

Ich weiß nicht, was genau mich dazu bringt, aber plötzlich ergreife ich ihn, ziehe ihn in eine Umarmung. Ich spüre, wie er kurz zusammenzuckt, dann aber genauso zögerlich reagiert. Unsere Körper sind noch immer ein bisschen angespannt, als ob wir beide nicht wissen, was wir gerade tun. Aber irgendwie fühlt sich der Moment richtig an. Es ist so viel unausgesprochen, aber alles in diesem einen Moment scheint es irgendwie zu erklären.

„Es ist wirklich okay", sage ich, obwohl ich mich in diesem Moment vielleicht mehr selbst beruhige als ihn. Aber ich muss ihm das sagen, muss ihm klarmachen, dass er nicht alleine ist. Dass er immer auf mich zählen kann, egal was passiert. Auch wenn ich es nicht immer zeige. Auch wenn ich manchmal zu stur bin, das auszusprechen.

Max bleibt einen Moment ruhig in meinen Armen, aber ich spüre, wie seine Schultern sich ein wenig entspannen. Er ist nervös, das merke ich. Wir beide sind es. Aber das hier – das fühlt sich irgendwie gut an, auch wenn es ein bisschen unangenehm ist.

„Danke", murmelt er dann leise, so leise, dass ich es fast nicht höre. Aber ich verstehe es und nicke, ohne ein Wort zu sagen.

Schnell lösen wir uns voneinander, ich merke, dass wir uns nun beide unsicher fühlen. Der Moment ist total unangenehm wie komme ich auf die Idee ihn einfach zu umarmend, dass war ja mal richtig komisch. Schnell klopfe ich ihm auf die Schulter und sage: „Na schön genug damit hey wie wär's wenn du fährst du wolltest doch die Rückfahrt übernehmen, dass lenkt bestimmt ab."
Man ist das peinlich, nervös schaue ich auf den Boden.
Max nickt lächelnd und steigt ein.

Max's Sicht
Die Umarmung war... seltsam. Vor allem nach dem mir bewusst geworden ist wie viel Bradley mir eigentlich bedeutet.
Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Einerseits hat es sich irgendwie richtig angefühlt, wie ein Moment, in dem alles für einen Augenblick in Ordnung war. Andererseits war ich total überfordert. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn von all dem nicht auch noch belasten wollte, aber irgendwie hat er es trotzdem geschafft, mich zu beruhigen. Und das macht es nur noch komplizierter. Ich will nicht, dass er sich wegen mir Sorgen macht. Aber trotzdem weiß ich, dass er es tut.
Und dann dieser abrupte Cut und der Vorschlag das ich fahren kann wahr unerwartet. Aber egal ich glaub Bradley ist grade im Ernst nervös gewesen und das bringt mich zum Lächeln.
Ich bin mir zwar nicht sicher aber nur der Gedanke bringt meinen Bauch zum kribbeln. Schnell steige ich ins Auto ein damit er meine Nervosität nicht bemerkt.

„Also dann fahren wir", sage ich und versuche, mir den Kloß im Hals hinunterzuschlucken, während ich das Auto starrte. Ich merke, wie Bradley mir einen kurzen Blick zuwirft, bevor ich den Motor startet und wir uns wieder auf den Weg machen. Es ist still im Auto. Zu still.

Es gibt so viele Gedanken, die mir durch den Kopf gehen. Gedanken über das, was gestern passiert ist, was Bradley mir erzählt hat, und über das, was ich von Mick erfahren habe.

Ich will die ganze Situation begreifen, aber ich komme einfach nicht weiter. Ich erinnere mich nur noch an Bruchstücke – der Club, Mick, und dann Bradley, der mich plötzlich getragen hat. Und der Typ, der... ich schüttele den Kopf, als ob ich den Gedanken vertreiben könnte. Es fühlt sich alles so surreal an, als ob ich in einem anderen Leben wäre.

Aber was Bradley gesagt hat, dass er mich vor diesem Typen gerettet hat, das bleibt hängen. Er hat mich gerettet. Ich lasse das immer wieder in meinem Kopf abspielen. Die Erinnerung an seine Hand, die mich festhielt, wie er diesem Typen klar gemacht hat, dass er mich in Ruhe lassen soll. Es war irgendwie... beruhigend zu wissen, dass er da war.

„Max?" Bradley's Stimme reißt mich aus meinen Gedanken. Ich drehe mich zu ihm um, erwische ihn dabei, wie er viel zu intensiv auf mich starrt.

„Hm?"

„Alles okay?" fragt er. Es klingt ein bisschen besorgt, aber gleichzeitig auch vorsichtig.
„Ja", antworte ich, aber es klingt nicht wirklich überzeugend. Ich weiß, dass er das merkt, aber er sagt nichts mehr dazu.

Der Rest der Fahrt zieht sich. Die Landschaft zieht an uns vorbei, aber mein Kopf ist voll mit all dem, was ich noch nicht begreife. Warum hat Mick mich einfach im Club sitzen lassen? Und was genau geht in Bradley vor, dass er mich so schützt?
Und die Art wie er mich gerade angestarrt hat macht mich ganz unruhig.
Wieder spüre seinen Blick auf mir ich spüre wie mein Herz schneller schlägt.
Verdammt hör auf mich so anzusehen Bradley! Das macht mich noch verrückt!

Danke fürs lesen💖.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt