Da jetzt Ferien sind habe ich wieder mehr Zeit. Und es geht weiter 💖.
Sicht Max
„Setz dich da hin", sage ich, vielleicht etwas schärfer, als ich wollte, und deute auf mein Bett. Die Matratze quietscht leise, als er sich darauf sinken lässt, langsam, als würde jeder Muskel in seinem Körper schmerzen – was vermutlich auch der Fall ist. Ich sehe ihm dabei zu, wie er sich stützt, wie er leicht zusammenzuckt, als seine Rippen den Druck spüren. Er versucht, es sich nicht anmerken zu lassen, aber ich kenne ihn zu gut.
Ohne ein weiteres Wort drehe ich mich um, gehe zum kleinen Schrank unter meinem Schreibtisch und krame das Erste-Hilfe-Set hervor. Die klappernden Geräusche des Verbandskastens füllen die Stille. Irgendwie beruhigt mich das, dieses banale, praktische Tun. Es lenkt mich ab. Von ihm. Von mir.
Ich setze mich ihm gegenüber auf die Bettkante. Zwischen uns ist kaum Platz, unsere Knie berühren sich beinahe. Ich reiße den Deckel des Kastens auf, hole Desinfektionsmittel und ein paar Pflaster raus. Als ich die Flasche öffne, steigt mir der stechende Geruch in die Nase – und gleichzeitig auch dieser andere Geruch: sein Shampoo, vermischt mit kaltem Schweiß und irgendetwas, das einfach nur nach Bradley riecht.
Ich atme flach.
„Zieh dein Shirt aus", murmle ich.
Er schaut mich an, hebt eine Augenbraue – zynisch, provokant. Aber dann tut er es, langsam, als wolle er es absichtlich schwerer machen. Jeder Muskel spannt sich unter seiner Haut, als er das Shirt über den Kopf zieht. Seine Finger zittern leicht. Das Licht der Nachttischlampe streift seinen Oberkörper, taucht die Kratzer, die Prellungen, die blauen Flecken in ein warmes, fast absurdes Leuchten.
Ich kann nicht anders, als einen Moment lang hinzusehen.
Seine Haut ist aufgeschürft. Eine Schürfwunde zieht sich über seine Schulter bis hinunter zum Brustkorb. Ich befeuchte ein Tuch mit Desinfektionsmittel und lege es vorsichtig an.
Er zuckt zusammen, sein ganzer Körper spannt sich unter meiner Berührung, seine Bauchmuskeln zucken.
„Sorry", murmle ich.
„Schon okay", haucht er, seine Stimme rau, heiser.
Ich streiche mit dem Tuch weiter über seine Haut. Meine Finger streifen ihn immer wieder aus Versehen – oder vielleicht nicht ganz aus Versehen. Und jedes Mal ist es, als würde ein Stromstoß durch mich fahren. Er sieht mich an. Direkt. Seine Augen fixieren meine, dunkel, tief. Ich will wegsehen. Ich sollte wegsehen. Aber ich tue es nicht.
Sein Blick sagt Dinge, die er nie aussprechen würde.
Und ich weiß nicht, ob ich will, dass er es tut.
Ich lege das Tuch zur Seite, greife zum Pflaster. Meine Finger streifen seine Haut, als ich es aufklebe. Sie ist warm, trotz allem. Ich spüre seinen Atem, spüre, wie sich seine Brust leicht hebt und senkt, direkt vor mir.
Ich kann nicht mehr klar denken.
„Du hast dich für mich geprügelt", flüstere ich. Ich weiß nicht, warum ich es sage. Vielleicht, um etwas zu sagen. Vielleicht, weil es mir auf der Seele brennt. „Warum, Bradley? Warum hast du das getan?"
Sein Blick wird weich – und gleichzeitig intensiver.
Er sagt nichts. Nicht sofort.
Dann hebt er die Hand und legt sie an meine Wange. Wieder dieser Strom. Wieder dieses Zittern unter der Haut. Sein Daumen streicht über meine Haut, und ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Herz gleich aus meiner Brust springt.
„Weil ich nicht zusehen konnte, wie sie dich fertig machen", sagt er leise.
Ich schlucke.
Meine Kehle ist trocken.
Ich bin so verdammt wütend auf ihn. Und gleichzeitig – so hilflos, wenn er mich so ansieht.
Sicht Bradley
Max sieht mich an, als hätte ich ihm gerade das Herz aus der Brust gerissen und es ihm wortlos in die Hände gelegt. Und vielleicht habe ich das auch. Ich weiß nicht, was ich erwarte – einen Schlag? Dass er mich wegstößt?
Aber er tut nichts davon.
Er sitzt einfach da. Seine Lippen leicht geöffnet, sein Atem unruhig. Und dann sehe ich es – diesen Moment, diesen Wimpernschlag, in dem er schwankt. Zwischen Wut und etwas anderem.
Etwas, das mir viel mehr Angst macht.
Ich lasse meine Hand an seiner Wange liegen. Nur ein paar Sekunden länger. Seine Haut ist weich, warm. So verdammt echt. Ich spüre, wie er sich anspannt – und nicht wegen des Schmerzes.
Er fühlt es auch.
Ich könnte jetzt etwas sagen. Könnte einen Witz machen, irgendwas Blödes sagen, damit es nicht so... bedeutungsvoll wird.
Aber ich tue es nicht.
Ich bewege mich nur ein bisschen. Nur so viel, dass unsere Stirnen sich beinahe berühren.
„Max", flüstere ich.
Er atmet scharf ein, so leise, aber ich höre es. Sein Blick wandert zwischen meinen Augen und meinen Lippen. Und meine? Meine wandern ebenfalls.
Ich will ihn küssen.
Aber ich tue es nicht.
Noch nicht.
Die Spannung zwischen uns ist wie ein Drahtseil, kurz vorm Reißen. Ich weiß nicht, ob er sich jetzt zurückzieht oder mich überrollt.
Aber ich weiß – irgendwas passiert.
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Maxley
FanfictionNach den Finals feiern alle eine riesige Party doch etwas geht schief und jemand wird verletzt. Währenddessen nervt Bradley Max extrem und sie bekommen nicht mit wie die Polizei auftaucht. Sie werden erwischt und müssen als Strafe die ganzen Ferien...
