Teil 51

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Sicht Max

Er steht so nah. Ich spüre seinen Atem auf meinen Lippen.

Er hat es gesagt. Schon wieder. Ich liebe dich. Ich will dich.

Und ich? Ich halte es nicht mehr aus.

Ich lehne mich vorsichtig vor, ganz sanft, als müsste ich mich erst vergewissern, dass das hier wirklich passiert – dass es echt ist. Und dann berühren sich unsere Lippen. Nur kurz. Zart. Und ich ziehe mich wieder zurück, starre nervös auf den nassen Boden zwischen uns.

„Ich liebe dich auch, Bradley", flüstere ich, meine Stimme kaum hörbar. „Es tut mir leid, dass ich weggerannt bin. Ich war nur so verwirrt und... irgendwie wütend."

Da hebt er mein Kinn an. Ganz behutsam, mit zwei Fingern. Ich muss ihn ansehen. Muss mich seinen Augen stellen.

Und dann ist es, als würde etwas in ihm explodieren.

Er packt mich plötzlich. Mit beiden Händen. Eine presst sich fest gegen meinen unteren Rücken, zieht mich mit Kraft an seinen Körper, die andere legt sich warm und fordernd an meine Wange.

Seine Lippen stürzen sich auf meine. Kein Zögern mehr. Kein Zweifel.

Nur noch Verlangen.

Er küsst mich so, als hätte er sich all die Wochen danach gesehnt. Tief. Roh. Ungezähmt. Unsere Münder verschlingen sich, unsere Körper kleben aneinander, durchnässt vom Regen, aber davon bekommen wir nichts mehr mit.

Ich stöhne leise gegen seinen Mund, als seine Finger sich fester in meinen Rücken graben, als wolle er mich nie wieder loslassen. Mein Herz schlägt wie verrückt, ich greife nach seinem Nacken, ziehe ihn noch näher, als das überhaupt möglich ist.

Unsere Lippen tanzen nicht – sie kämpfen, drücken sich, drücken alles aus, was wir so lange zurückgehalten haben: Schmerz, Sehnsucht, Liebe, Wut.

Er küsst mich, als würde er sich in mich hineinatmen wollen. Seine Hand wandert kurz nach oben, in meinen Nacken, seine Finger vergraben sich in meinem Haar, und ich lasse mich ganz in ihn fallen.

Es fühlt sich an wie Feuer in meinem Inneren.

Sicht Bradley
Seine Lippen. Endlich.

Ich hatte keine Ahnung, wie sehr ich sie vermisst habe, bis sie gerade eben wieder meine berührt haben – sanft, zögernd, als wäre er sich nicht sicher, ob er das darf.

Aber verdammt – ich brauche ihn. Ich brauche ihn jetzt.

Als ich seine Worte höre – Ich liebe dich auch – da zerreißt etwas in mir. Ich kann nicht mehr stillstehen. Ich packe ihn. Ziehe ihn mit einer Hand an seinem Rücken so fest an mich, als könnte ich ihn in mich hineinziehen, die andere Hand lege ich an seine Wange, streiche mit dem Daumen sanft über seine nasse Haut.

Und dann... küsse ich ihn.

Nicht mehr vorsichtig. Nicht mehr zurückhaltend.

Ich küsse ihn, als hätte ich wochenlang danach gehungert. Als wäre das der einzige Ort auf der Welt, an dem ich atmen kann – direkt hier, an seinem Mund.

Seine Lippen sind weich und warm, trotz des Regens, trotz der Kälte, die uns umgibt. Und sie öffnen sich unter meinen – empfangen mich, geben nach, ziehen mich hinein. Ich schmecke ihn. Ich spüre, wie sein Körper gegen meinen drückt, seine Hände in meinem Nacken, seine Finger in meinem Shirt.

Und dann stöhnt er leise – dieser kleine, zittrige Laut, direkt an meinem Mund – und ich verliere komplett die Kontrolle.

Ich presse ihn noch fester an mich, mein Herz hämmert, mein Kopf ist leer, außer von ihm. Mein Kuss wird härter, verlangender, tiefer. Unsere Zungen berühren sich, erkunden, fordern. Meine Finger krallen sich in sein Haar, und ich will mehr. Mehr von ihm. Mehr von diesem Moment.

Ich ziehe ihn leicht nach hinten, dränge ihn unter einem Baum in Sicherheit vor dem stärksten Regen, unsere Körper eng aneinandergeschmiegt. Meine Lippen verlassen kurz seinen Mund, wandern über seine Wange zu seinem Kiefer, dann wieder zurück, ich kann nicht genug bekommen.

Er zittert. Ich zittere.

Nicht vor Kälte.

Vor dem, was das gerade ist.

Und als ich ihn wieder ansehe, seine nassen Wimpern, seine weit geöffneten Augen, seine geröteten Lippen – da weiß ich es: Ich werde ihn nie wieder loslassen können.

Sicht Max
Der Regen tropft noch immer schwer von unseren Haaren, unsere Klamotten kleben an uns, aber ich spüre nichts davon – nur Bradley. Wie er so dicht vor mir steht, mich gegen den Baum drückt, seine Augen auf mich gerichtet, diese Wärme, die durch meinen ganzen Körper schießt. Seine Lippen sind leicht geöffnet, seine Brust hebt und senkt sich schneller als normal, und obwohl mir kalt sein sollte, brennt meine Haut unter seinem Blick.

Ich schlucke hart, kann seinem Blick nicht standhalten, also senke ich meinen Kopf und flüstere: „Komm, Bradley... lass uns zurückgehen. Wir sind total durchnässt."

Für einen Moment sagt er nichts. Dann – dieses Grinsen. Es ist nicht überheblich wie früher, sondern weich, ehrlich, irgendwie... verliebt.
„Ja, du hast recht," sagt er leise. „Lass uns zurückgehen."

Wir setzen uns langsam in Bewegung. Unsere Schultern berühren sich manchmal leicht, unsere Arme schwingen nebeneinander her, als würden sie schon wissen, dass sie eigentlich zusammengehören.

Und dann, ganz plötzlich – seine Hand. Sie schließt sich um meine.

Mein Herz setzt für einen Moment aus. Ich sehe ihn kurz von der Seite an, aber er schaut geradeaus, als wäre das ganz selbstverständlich. Als hätten wir das schon immer so gemacht.

Seine Finger sind warm, fest. Ich könnte mich ewig daran festhalten.

Ich spüre, wie meine Wangen heiß werden, obwohl der Regen noch immer auf uns niedergeht. Mein Herz schlägt so laut, dass ich sicher bin, er muss es hören können. Aber ich sage nichts. Ich lasse es einfach zu. Ich lasse ihn zu.

Und so laufen wir weiter – Hand in Hand, durch den Regen, zurück zur Uni zu meinem Zimmer

Danke fürs lesen 🤭.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt