Teil 72

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Max Sicht
Die Musik setzte wieder ein, laut und vibrierend, als wäre nichts gewesen. Nur dass alles anders war. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, und ich hatte immer noch das Gefühl, dass alle Augen auf uns gerichtet waren – obwohl die meisten schon wieder tanzten oder redeten.

Da kamen auch schon Bobby und TJ durch die Menge gestapft, beide mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Boah, das war ja richtig krass!", rief TJ, während Bobby nickte. „Alter, das war wie in so nem Film. Alle haben's voll gefeiert!"

Ich lachte nervös, rieb mir kurz den Nacken. „Ja, äh ... das war nicht ganz so geplant."

„War aber perfekt", sagte Bobby mit einem Zwinkern. „Wirklich, Mann, alle reden noch drüber."

Bevor ich überhaupt antworten konnte, spürte ich, wie sich eine vertraute Hand um meine Schulter legte. Bradley.
Er zog mich sanft näher zu sich, sein Arm lag schwer und beruhigend auf mir. Ich spürte die Wärme durch das Kostüm hindurch, und es half. Alles wurde plötzlich stiller in mir.

Ich sah kurz zu ihm hoch – er grinste, so ein echtes, unbeschwertes Grinsen, das mich jedes Mal fast umhaute. „Na, Superstar?", murmelte er leise.

Ich musste lachen. „Hör auf."

Der Rest des Abends verging irgendwie wie im Rausch. Wir tanzten, lachten, redeten mit allen möglichen Leuten – und immer wieder kam jemand vorbei, der meinte: „Ihr zwei seid so süß zusammen!" oder „Endlich habt ihr's gecheckt!"
Ich wurde jedes Mal rot, und Bradley grinste nur stolz, zog mich dabei manchmal noch ein Stück näher an sich.

Irgendwann wurde es uns aber zu viel. Zu laut, zu voll, zu viele neugierige Blicke. Bradley beugte sich zu mir runter und flüsterte: „Lass uns abhauen."

Ich nickte sofort. „Aber nicht allein. Wir nehmen die Chaoten da mit."

„Welche Chaoten?"

Ich zeigte zu Bobby und TJ, die gerade versuchten, aus einer Salatschüssel Popcorn zu essen. Bradley lachte. „Na klar."

Und so schlichen wir uns gemeinsam raus – Bobby, TJ, Bradley und ich. Die Nachtluft war kalt, aber irgendwie tat sie gut. Ich sah zu Bradley rüber, wie er neben mir ging, leicht übermütig, aber mit diesem Blick in den Augen, der sagte, dass alles zwischen uns gerade richtig war.

„Und, wohin jetzt?", fragte Bobby.

Ich grinste. „Von Tür zu Tür. Ist doch Halloween, oder?"

Bradley sah mich an, sein Mundwinkel hob sich. „Du bist verrückt."

„Ich weiß", sagte ich und grinste zurück. „Aber du ja auch."

Sicht Bradley

Wir liefen von Haus zu Haus, unsere Taschen wurden mit jedem Haus  voller, und ich schwöre, ich hatte schon seit Ewigkeiten nicht mehr so viel gelacht.
Max hüpfte fast neben mir her, seine Augen funkelten im Licht der Straßenlaternen, und jedes Mal, wenn er sich zu mir umdrehte, grinste er so breit, dass ich einfach mitgrinsen musste. Bobby und TJ machten die ganze Zeit irgendwelche Sprüche, versuchten bei jedem zweiten Haus, sich doppelt Süßigkeiten zu erschleichen – und manchmal klappte es sogar.

Es war verrückt. Laut, chaotisch, perfekt.

Ich war so... leicht. Keine Schwere, kein Nachdenken, einfach nur dieser Moment – Max' Lachen, der Wind, die kalte Luft und das Gefühl, dass alles gut war.

Als wir schließlich wieder an der Uni ankamen, waren wir völlig außer Atem. Wir stiegen die Treppen hoch zu der Wohnung von Max, Bobby und TJ. Drinnen war es warm, das Licht fiel gemütlich über den Teppich, und ich ließ mich einfach aufs Bett fallen.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt