Teil 25

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Sicht Bradley

Ich starre an die Decke, während die Uhr auf meinem Nachttisch leise tickt. 2:57 Uhr. Max ist immer noch nicht hier.

Mit einem genervten Seufzen wälze ich mich auf die Seite. Wahrscheinlich feiert er immer noch mit diesem Mick. Der Gedanke lässt mich die Zähne zusammenbeißen. Warum zur Hölle interessiert mich das überhaupt? Er kann machen, was er will, oder?

Ich ziehe die Decke über meinen Kopf und versuche, meine Gedanken zur Ruhe zu bringen. Aber da ist dieses nagende Gefühl, das ich einfach nicht loswerde. Ein seltsames Unbehagen, das tiefer geht als bloß Ärger. Was, wenn er... Ich schüttle den Kopf. Nein, Max kann auf sich selbst aufpassen.

Aber als die Uhr 3:10 anzeigt, habe ich genug. Ich schwinge die Beine aus dem Bett und ziehe mir schnell eine Jacke über. Vielleicht ist er einfach irgendwo auf dem Deck, rede ich mir ein. Vielleicht raucht er draußen oder quatscht mit jemandem. Aber als ich die Tür öffne und sehe, wie Mick allein in sein Zimmer geht, zieht sich mein Magen zusammen.

„Hey!" Meine Stimme klingt härter, als ich wollte, aber ich halte Mick davon ab, die Tür hinter sich zu schließen. Er dreht sich überrascht um.

Mi: „Bradley? Was willst du denn?" Er wirkt ehrlich verwirrt, was mich nur noch mehr reizt.

„Wo ist Max?" frage ich direkt, ohne Umwege.

Mick blinzelt, dann runzelt er die Stirn.
Mi: „Er war noch an der Bar, als ich gegangen bin. Ich hab ihm gesagt, dass er auch besser zurückkommen sollte."
Br:„Und? Ist er zurückgekommen?"
Mick zuckt mit den Schultern.
Mi: „Keine Ahnung. Vielleicht wollte er noch bleiben."
Ich schnaube abfällig und schiebe mich an ihm vorbei.
Br:  „Großartig. Super hilfreich, danke."
Ohne auf seine Antwort zu warten, marschiere ich los.

Der kühle Wind der Nacht schlägt mir entgegen, als ich die Treppe hinunter zum Club auf der Fähre eile. Die Musik ist immer noch laut genug, dass ich sie schon höre, bevor ich die Tür öffne. Mein Schritt wird schneller, während ich durch die Gänge gehe. Warum mache ich mir überhaupt die Mühe? Wenn Max zu blöd ist, um auf sich aufzupassen, dann ist das doch sein Problem, oder?

Aber in meinem Kopf sehe ich ihn vor mir, wie er an der Bar sitzt, mit zu vielen Drinks intus und vielleicht ein paar Idioten, die sich das zunutze machen könnten.

„Verdammt, Max," murmele ich und beschleunige meine Schritte. Es ist nicht meine Aufgabe, auf ihn aufzupassen. Das sage ich mir immer wieder. Aber irgendwie scheint mein Herz da anderer Meinung zu sein.

Sicht Max

Ich starre in mein leeres Glas und winke dem Barkeeper zu, damit er mir noch einen einschenkt. Der Alkohol brennt angenehm in meiner Kehle, aber mein Kopf fühlt sich schon schwer an. Mick hat recht gehabt – ich sollte längst zurückgehen. Doch der Gedanke, wieder in dieses winzige Zimmer zu kommen, wo Bradley wahrscheinlich schon genervt darauf wartet, mir eine Predigt zu halten, lässt mich in meinem Stuhl verharren.

„Einen für dich." Die tiefe Stimme reißt mich aus meinen Gedanken, und ich blicke auf. Ein Mann, vielleicht Mitte dreißig, mit charmantem Lächeln und einem auffällig teuren Hemd stellt ein neues Glas vor mich hin. „Du siehst aus, als könntest du Gesellschaft gebrauchen."

Ich nicke zögernd und nehme einen Schluck. Der Mann setzt sich neben mich und mustert mich mit einem Blick, der mir leicht unangenehm ist. „Alles okay? Du siehst aus, als hättest du einen echt schlechten Tag."

„Geht schon," murmle ich und schüttle den Kopf. „Ich hab keinen schlechten Tag, nur... keine Lust, ins Zimmer zurückzugehen."

Er lacht leise und lehnt sich näher zu mir. „Versteh ich. Manchmal braucht man einfach eine Pause von allem, oder? Was hältst du davon, wenn wir ein bisschen rausgehen? Frische Luft und so. Ich hab 'ne tolle Aussicht von meinem Zimmer aus. Könnte dir guttun."

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt