Max' Sicht
Wir sitzen an einem kleinen Tisch in der Ecke.
Fensterplatz.
Draußen zieht der Morgen langsam an uns vorbei – Menschen, die zur Arbeit hasten, Kinder mit Schulranzen, ein Hund mit zu großem Halsband.
Aber hier drinnen ist alles still.
So still, dass ich fast vergesse, was vor einer halben Stunde passiert ist.
Fast.
Ich rühre nervös in meinem Cappuccino, obwohl der Schaum längst verschwunden ist.
Meine Gedanken wirbeln.
Bobby. TJ.
Sein Blick. Ihre Blicke.
Und vor allem:
Bradley, der da gegenüber sitzt, als hätte er gerade einen Spa-Morgen und nicht halb Entenhausen auf den Kopf gestellt.
Er nippt an seinem Espresso, beobachtet mich über den Rand der Tasse.
Und dann – wie immer – kommt dieser verdammte Blick.
Direkt. Klar. Warm.
„Du siehst aus, als hättest du gleich einen Nervenzusammenbruch, Maxy", sagt er und lehnt sich zurück.
„Ich glaub, Bobby kriegt eher einen."
Ich zucke die Schultern, versuche zu lachen.
„Er wird mich umbringen. Spätestens nach dem Mittagessen."
„Dann iss vorher noch schnell was Gutes."
Er grinst.
Ich lache leise, aber mein Magen verkrampft sich.
Ich kann das nicht so einfach.
Ich hab sowas noch nie so richtig gehabt – sowas Echtes.
Und jetzt ist es echt.
Bradley ist echt.
Und das macht mir mehr Angst als alles andere.
Ich sehe ihn an.
„Meinst du, das war... zu viel? Also, das mit Bobby. Und TJ. Und... uns?"
Er legt die Tasse ab.
Wischt sich mit dem Daumen einen Tropfen vom Mundwinkel.
Dann sieht er mich an.
Und wird ernst.
„Willst du, dass es zu viel war?", fragt er ruhig.
Ich halte inne.
Schlucke.
„Nein", sage ich leise. „Ich will nur nicht, dass alles wieder kaputtgeht. Dass sie mich... keine Ahnung... anders sehen."
„Max."
Er beugt sich nach vorn. Seine Stimme wird weicher.
„Wenn sie dich anders sehen, dann ist das ihr Problem. Nicht deins."
Ich starre in meinen Kaffee.
Die Worte sinken langsam ein.
Dann spüre ich seine Hand auf meiner.
Nicht fordernd.
Nicht dramatisch.
Nur da.
Ich sehe hoch.
„Ich steh zu dir", sagt er schlicht.
„Wenn du willst, bin ich da. Ob Bobby gerade hyperventiliert oder nicht."
Und plötzlich –
ist da kein Lärm mehr.
Keine Fragen.
Keine Unsicherheit.
Nur sein Daumen, der über meinen Handrücken streicht.
Sein Blick, der mir Halt gibt.
Und dieser Moment, der sich anfühlt wie:
Ankommen.
Ich lächle.
Klein, ehrlich.
Und sage:
„Okay. Dann... bleib einfach noch ein bisschen hier."
Er lehnt sich zurück, nickt.
„Ich hab Zeit. So viel du willst."
⸻
(Spaziergang zurück zur Uni)
Die Sonne steht höher, als wir zurückgehen.
Bradley läuft neben mir, die Hände in den Jackentaschen, sein Blick mal bei mir, mal auf dem Weg vor uns.
Ich weiß nicht genau, wann es passiert, aber irgendwann berührt seine Hand meine.
Nur kurz.
Und dann wieder.
Und dann lässt er sie da. Offen. Wartend.
Ich schaue ihn an.
Er sagt nichts.
Aber sein Blick fragt:
Darf ich?
Ich atme tief durch –
und nehme sie.
Warm.
Fest.
Richtig.
Niemand sagt etwas. Wir laufen einfach so weiter.
Nur ein paar Studierende überholen uns, ein Fahrrad fährt vorbei.
Und ich weiß, dass man uns jetzt sieht.
Dass es nicht mehr geheim ist.
Aber gerade fühlt es sich nicht schlimm an.
Gerade fühlt es sich an wie: Ich darf das.
Ich darf ihn halten.
Bradley sieht zu mir rüber, grinst leicht.
„War gar nicht so schlimm, oder?", murmelt er.
Ich verdrehe die Augen, kann aber nicht anders als lächeln.
„Red nicht. Du weißt genau, dass ich gleich innerlich sterbe."
Er lacht leise.
„Du stirbst süß."
Ich boxe ihn leicht in die Seite, aber lasse seine Hand nicht los.
⸻
(Vor dem Wohnheim)
Wir bleiben vor dem Eingang stehen.
Ich löse langsam meine Hand aus seiner.
Ein bisschen zu zögerlich, aber ich weiß, dass ich das jetzt allein machen muss.
„Ich geh lieber allein rein", sage ich.
Bradley nickt.
Kein Drama. Kein „Warum?".
Nur ein kurzes, ehrliches:
„Okay."
Ich zögere.
Dann:
„Danke... für eben. Für das alles."
Er hebt nur leicht die Schultern.
„Du musst dich bei mir nicht bedanken."
Dann tritt er einen Schritt vor.
Lehnt sich vor.
Ein schneller Kuss auf meine Stirn.
Und ein leises:
„Meld dich, wenn du Ruhe brauchst."
Ich nicke.
Und sehe ihm nach, wie er weggeht.
⸻
(Zurück im Zimmer)
Als ich die Tür öffne, sitzen Bobby und TJ auf ihren Betten.
Kein Donner. Keine Explosion.
Nur zwei Blicke, die sich sofort auf mich richten.
Ich bleibe stehen.
Versuche, ruhig zu atmen.
„Okay", sage ich. „Ich weiß, ihr seid wahrscheinlich sauer. Oder... enttäuscht. Oder denkt jetzt anders von mir, aber ich will einfach ehrlich sein."
Sie sagen nichts.
Ich rede weiter.
„Ich weiß, das war viel. Und es kam aus dem Nichts. Und ich hab das nicht geplant. Aber... ich hab Gefühle für ihn. Und ja, er war gestern bei mir. Und ja... wir haben... also, ihr wisst schon."
Stille.
Dann grinst TJ plötzlich.
„Du meinst, ihr habt geknutscht wie zwei verliebte Waschbären im Sommerregen?"
Ich starre ihn an.
„Was... nein. Ich..."
Bobby hebt die Hand.
„Max. Chill."
Ich blinzle.
Er steht auf. Kommt auf mich zu.
„Ich bin nicht sauer. Und ich seh dich auch nicht anders. Du bist immer noch Max. Unser Max."
Ich atme auf.
Kurz.
Dann verzieht sich seine Miene.
„Aber dass du ausgerechnet den Schnösel des Jahrhunderts an Land ziehst?! Ich mein – Bradley?!"
Ich stöhne.
„Bobby, bitte—"
„Er trägt Hemden beim Frühstück! Hemden!! Wer macht sowas freiwillig?!"
TJ lacht.
„Ich find ihn witzig."
„TJ, du findest auch Toast witzig, wenn er warm ist!"
Ich kann nicht anders. Ich lache.
Und plötzlich fühlt sich alles so... normal an.
Ich bin nicht allein.
Ich hab sie noch.
Trotz allem.
„Also... ihr habt kein Problem damit?", frage ich vorsichtig.
Bobby zuckt die Schultern.
„Solange er dich gut behandelt – und du nicht plötzlich anfängst, mit Seitenscheitel und Aktentasche rumzulaufen, sind wir cool."
Ich grinse.
„Okay. Deal."
————-
Richtig gut das max solche Freunde hat die ihn immer unterstützen 💖🤭.
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Maxley
Fiksyen PeminatNach den Finals feiern alle eine riesige Party doch etwas geht schief und jemand wird verletzt. Währenddessen nervt Bradley Max extrem und sie bekommen nicht mit wie die Polizei auftaucht. Sie werden erwischt und müssen als Strafe die ganzen Ferien...
