Sicht Max
Ich will mich wieder abwenden, irgendwas sagen, irgendwas tun, das diese Spannung vertreibt – aber da...
Da rollt plötzlich eine Träne über Bradleys Wange.
Ich starre ihn an.
Eingefroren.
Ich hätte nie – nie im Leben – gedacht, dass ich ihn mal so sehen würde. Bradley. Der Kerl, der immer zu cool, zu laut, zu stolz war, um auch nur eine Sekunde Schwäche zu zeigen. Und jetzt... jetzt sitzt er da, mit einer Träne auf der Wange, die sich langsam ihren Weg über seine Haut sucht.
Aber er wischt sie sofort weg, fast wütend – und zuckt dann zusammen, als er dabei über die Schürfwunde an seiner Wange streift.
„Verdammt", murmelt er leise, kaum hörbar. Seine Lippe blutet immer noch leicht.
Ich atme tief durch, versuche mich zu fangen. Ich darf jetzt nicht durchdrehen. Nicht, wenn er so aussieht.
Langsam gehe ich wieder auf ihn zu. Setze mich schweigend neben ihn aufs Bett. Unsere Schultern streifen sich beinahe, und ich spüre die Wärme seiner Haut, als hätte sie mich schon vermisst.
Ich hebe den Arm, halte das Wattepad in der Hand, sehe ihn an.
„Na komm", murmle ich, meine Stimme sanft. „Ich muss noch deine Lippe desinfizie–"
Doch er unterbricht mich.
Er greift nach meiner Hand. Hält sie fest. Und ich... ich friere wieder ein.
Seine Finger sind warm. Ruhig. Und irgendwie verzweifelt.
Er sieht mich an. Tief. Mit diesem Blick, der mir den Atem raubt.
Und dann sagt er:
„Max, ich muss dir was erklären."
Seine Stimme zittert. Nicht aus Angst. Sondern weil das, was er sagen will, so groß ist, dass es ihn fast zerreißt.
Ich kann nichts sagen. Ich kann mich nicht mal bewegen.
Ich starre ihn einfach nur an.
Warte.
Und mein Herz schlägt so laut, dass ich denke, er muss es hören.
Ich... kann nichts sagen.
Er hält meine Hände noch immer. Und obwohl sein Griff leicht zittert, hält er mich so fest, als würde er mich verlieren, wenn er loslässt.
„Weißt du noch, an dem Abend, als wir zurückgekommen sind und du mich geküsst hast?", fragt er plötzlich.
Ich spüre, wie mein Herz aussetzt. Kurz.
Ich nicke. Nervös. Schaue runter auf unsere Hände. Er hält sie so fest. Und ich... ich lasse es zu.
Dann spricht er weiter.
„Naja... mein Vater hat den Kuss gesehen."
Ich reiße die Augen auf, sehe wieder zu ihm hoch.
„Er ist total ausgerastet. Hat mich als eine Schande bezeichnet. Und noch mehr."
Seine Stimme wird leiser. Bricht fast. Ich sehe, wie er schluckt. Wie schwer es ihm fällt.
Ich will etwas sagen, ihn irgendwie unterbrechen, ihn schützen, aber ich komme nicht dazu.
„Auf jeden Fall... hat er gesagt, dass ich dich nie wieder sehen darf", fährt er fort. „Und ich hab mich dagegen gewehrt, Max. Ehrlich. Ich hab ihm gesagt, dass ich das nicht tun werde. Dass ich... dass ich dich nicht einfach so vergessen kann."
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Maxley
FanfictionNach den Finals feiern alle eine riesige Party doch etwas geht schief und jemand wird verletzt. Währenddessen nervt Bradley Max extrem und sie bekommen nicht mit wie die Polizei auftaucht. Sie werden erwischt und müssen als Strafe die ganzen Ferien...
