Bradleys Sicht
Ich wollte eigentlich einfach gehen.
Ehrlich.
Ich wollte mir die ganze Scheiße nicht länger antun – die Musik, die Leute, das Getue.
Vor allem nicht ihn, wie er da mit Roxanne lacht, als wär nie was gewesen.
Also dreh ich mich um, gehe Richtung Tür, und in meinem Kopf läuft nur ein Satz:
Er verletzt mich. Er hat den Kuss zu gelassen.
Aber dann kommt dieser andere Gedanke. Leise, hartnäckig.
Er gehört mir. Und ich lasse ihn mir nicht nehmen.
Ich bleibe stehen. Atme einmal tief ein – und dann kehre ich um.
Mein Herz hämmert, meine Hände zittern leicht, aber ich weiß genau, was ich tue.
Ich dränge mich durch die Menge, raus aus der stickigen Halle, bis ich sie sehe.
Max.
Und Roxanne.
Sie hebt dieses Laken an, kichert – und das reicht.
Mir wird heiß vor Wut.
Ich stürme los, greife nach ihrer Schulter und zerr sie einfach weg.
„Fass ihn nicht an!" knurre ich, viel lauter als geplant.
Sie stolpert, sieht mich entsetzt an.
„Was soll das—?"
„Er gehört mir!", fauche ich, und meine Stimme überschlägt sich fast.
Um uns herum wird's still. Nur Musik in der Ferne, irgendwo im Haus.
Max steht da, völlig überfordert.
Seine Augen sind weit, er sagt kein Wort.
Ich atme schwer, meine Finger ballen sich zu Fäusten.
Dann geh ich auf ihn zu, greife nach seinem Arm.
„Wir reden jetzt", sag ich rau.
Er zuckt leicht zusammen, aber ich halt ihn fest.
„Und du hörst mir zu."
Ohne groß nachzudenken, zieh ich ihn mit mir.
Raus. Weg von der Party, weg von all den Leuten, die plötzlich tuscheln.
Wir gehen durch die Tür in den Garten, über den Kies, dann auf die Wiese hinter dem Haus.
Die Luft ist kühl, die Nacht still. Nur mein Herz schlägt so laut, dass ich's fast hören kann.
Ich bleibe stehen, dreh mich zu ihm.
Er sieht mich mit großen Augen an – nervös, fast kleinlaut.
Und obwohl ich gerade eigentlich wütend bin, durchzuckt mich dieser Gedanke:
Verdammt... ist der süß.
Aber die Wut ist stärker.
Ich greife nach dem Laken, das noch halb an ihm hängt, und reiß es runter.
„Versteck dich nicht hinter so 'nem Scheißkostüm, Max!"
Die Worte klingen härter, als ich sie meine.
Er zuckt kurz, steht da, bar jeder Verteidigung.
Und ich merk, wie mir plötzlich die Luft wegbleibt –
nicht vor Wut,
sondern, weil er da steht,
so nah, so echt,
und ich eigentlich nur will, dass er mich endlich versteht.
Bradleys Sicht – „Sag's mir ins Gesicht"
„Was soll das, Max?!"
Ich hör mich selbst schreien, bevor ich's überhaupt merke.
Meine Stimme zittert vor Wut, aber irgendwo dazwischen ist noch etwas anderes – dieses Gefühl, das mich seit Wochen fertig macht.
Max hebt abwehrend die Hände.
„Bradley, warte, das war nicht—"
„Nicht was?" fahr ich ihn an. „Nicht das, wonach's aussah? Ich hab gesehen, wie sie dich geküsst hat!"
Ich mach einen Schritt auf ihn zu, mein Atem geht schnell.
Er weicht einen halben Schritt zurück, seine Stirn legt sich in Falten.
„Sie hat mich nicht geküsst!"
„Ich hab's gesehen!"
„Du hast geglaubt, es zu sehen!"
Die Worte treffen mich, schärfer als sie sollten.
Er klingt nicht trotzig, sondern verletzt.
Und das bringt mich nur noch mehr durcheinander.
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Maxley
Fiksyen PeminatNach den Finals feiern alle eine riesige Party doch etwas geht schief und jemand wird verletzt. Währenddessen nervt Bradley Max extrem und sie bekommen nicht mit wie die Polizei auftaucht. Sie werden erwischt und müssen als Strafe die ganzen Ferien...
