Teil 34

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Sicht Max

Ich stehe am Ankunftsterminal des Flughafens und halte Ausschau nach Bobby und PJ. Es dauert nicht lange, bis ich die beiden entdecke – PJ schiebt einen kleinen Koffer vor sich her, und Bobby winkt mir mit seinem typischen Grinsen zu.

„Hey, ihr zwei!" rufe ich und gehe ihnen entgegen.

„Max!" Bobby klopft mir auf die Schulter, während PJ mich umarmt.

„Wie war's?" frage ich, als ich ihnen mit den Taschen helfe.

„Ganz okay," sagt PJ. „Oma geht's zum Glück wieder besser. Sie ist zwar noch nicht ganz fit, aber immerhin aus dem Gröbsten raus."

„Das ist gut zu hören," sage ich ehrlich. Die beiden wirken entspannt, als wäre die Zeit bei PJs Oma gar nicht so schlimm gewesen.

Auf dem Weg zum Auto fangen sie an zu erzählen, doch plötzlich fragt Bobby grinsend: „Und, wie war's mit Bradley?"

Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen, und zucke mit den Schultern. „Nervig, wie immer. Was soll ich sagen?"

Bobby lacht. „Oh man, also bei uns war's eigentlich ganz cool. Du hast echt was verpasst."

Ich murmele irgendwas Unverständliches und lenke das Thema schnell auf ihre Reise, doch mein Magen zieht sich zusammen. Warum müssen sie ausgerechnet ihn erwähnen?

Als wir im Auto sitzen, reden sie weiter über ihre Zeit bei der Oma. PJ erzählt, wie sie sich um sie gekümmert haben, von Arztbesuchen und langen Gesprächen. Bobby grinst, als er erzählt, wie sie trotzdem Zeit fanden, zum Strand zu gehen.

„Der Sonnenuntergang war der Hammer, Max," schwärmt er. „Hättest du sehen müssen."

Ich nicke und lächle mechanisch, aber meine Gedanken schweifen immer wieder ab. Bradley. Sein Blick. Der Kuss. Das, was danach passiert ist. Und seine Stimme – wütend, verzweifelt, und dann... leise.

„Max?" PJs Stimme reißt mich aus meinen Gedanken.

„Hm?" Ich sehe sie an, und sie hebt eine Augenbraue.

„Du hörst gar nicht zu, oder?" sagt er, halb belustigt, halb genervt.

„Doch, klar," lüge ich. „Strand, Sonnenuntergang... klingt super."

Bobby schnaubt. „Alter, wo bist du mit deinen Gedanken? Du bist doch nicht mal richtig hier."

„Bin ich doch," protestiere ich, doch mein Tonfall überzeugt nicht mal mich selbst.

Um das Gespräch wieder in Gang zu bringen, schlage ich vor, in die Stadt zu fahren und einen Kaffee zu trinken. Vielleicht kann ich mich dort besser konzentrieren – oder zumindest so tun, als ob.

Als wir schließlich in einem kleinen Café sitzen, erzählen die beiden weiter von ihrer Reise. PJ beschreibt die Spaziergänge am Meer, Bobby schwärmt von einem kleinen Fischrestaurant, das sie entdeckt haben. Ich nicke an den richtigen Stellen, murmele ein paar Antworten, aber meine Gedanken schweifen immer wieder ab.

Ich sehe Bradley vor mir, wie er mich ansieht, wie er mich küsst. Wie ich einfach weggelaufen bin. Und jetzt weiß ich nicht mal, ob ich ihn wiedersehen will oder nicht.

„Max?" Bobby stupst mich mit einem Löffel an.

„Was?" frage ich und blinzele ihn an.

„Du bist echt woanders heute," sagt er, diesmal ernster. „Alles okay?"

Ich zwinge ein Lächeln. „Ja, klar. Bin nur ein bisschen müde. Ist früh am Morgen, weißt du?"

„Mhm," murmelt er skeptisch, doch er lässt das Thema fallen.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt