Teil 38

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Sicht Max
Ich stehe vor dem Restaurant und versuche, tief durchzuatmen. Mein erstes Date mit Roxanne. Ein Date. Das klingt so... seltsam, so ungewohnt. Vor allem, weil ich mir sicher war, dass ich mich darüber freuen sollte. Früher hätte ich das auch. Roxanne ist hübsch, witzig, selbstbewusst. Sie ist eigentlich genau mein Typ, mit dem ich mich hätte verabreden sollen.

Aber trotzdem... irgendwas fühlt sich falsch an. Oder vielleicht bin ich einfach nur nervös. Ja, das muss es sein. Ich schüttele den Gedanken ab, als Roxanne die Straße entlangkommt. Sie trägt ein rotes Kleid, und ich kann nicht anders, als zu grinsen. „Du siehst toll aus", sage ich, und sie lächelt zurück.

„Danke. Du auch", sagt sie, bevor sie sich bei mir einhakt.

Das Restaurant ist gemütlich, eine Mischung aus modern und rustikal. Wir bestellen etwas zu trinken, und Roxanne redet locker über ihre Kurse, ihre Freunde, ein paar witzige Geschichten aus ihrem Alltag. Ich höre ihr zu, lächle an den richtigen Stellen, nicke, wenn es nötig ist. Aber tief in meinem Inneren schweife ich immer wieder ab. Mein Kopf kehrt ständig zu Bradley zurück.

Ich versuche, es wegzuschieben, versuche mich auf Roxanne zu konzentrieren, als plötzlich ein Schatten auf unseren Tisch fällt.

„Na, Max. Und ich dachte, du bist nicht der Dating-Typ."

Ich friere ein. Die Stimme ist unverkennbar. Bradley.

„Was willst du hier?" Ich sehe auf, und da steht er, lässig wie immer, aber in seinen Augen glimmt etwas, das ich nicht deuten kann. Seine Freunde stehen ein Stück hinter ihm, feixend und tuschelnd.

„Nur schauen, wie mein Lieblings-Loser so lebt", sagt Bradley, während er sich vor unserem Tisch aufbaut. „Ist das dein Date?" Er mustert Roxanne mit diesem arroganten Blick, der mich immer wieder aus der Fassung bringt.

„Geh einfach, Bradley", sage ich, versuche ruhig zu bleiben. Doch er lässt nicht locker.

„Weißt du, Roxanne", beginnt er, und ich sehe, wie ihr Gesicht sich verzieht. „Max hier... der kann dich nicht mal beschützen, wenn es darauf ankommt. Er ist nur gut darin, vor Problemen wegzulaufen."

„Halt die Klappe, Bradley!" Ich springe auf, mein Herz rast. Aber bevor ich etwas tun kann, steht Roxanne ebenfalls auf.

„Weißt du, was, Bradley? Du bist ein verdammter Idiot." Und dann – ich kann es kaum glauben – verpasst sie ihm eine Ohrfeige, die durch das ganze Restaurant hallt.

Bradley ist so überrascht, dass er tatsächlich einen Schritt zurückweicht. Roxanne greift nach ihrer Tasche. Bradley sieht sie wütend an.
„Ich denke ich gehe jetzt besser. Es war wirklich schön mit dir Max das sollten wir wiederholen." Sie wirft mir einen kurzen Blick zu, bevor sie nach draußen verschwindet und in ein wartendes Uber steigt.

Ich bleibe zurück. Mein Puls hämmert in meinen Ohren, und ich spüre Bradleys Blick auf mir. Seine Freunde stehen hinter ihm, grinsen breit, als wäre das hier irgendein Spiel.

„Was zur Hölle ist dein Problem?" Ich drehe mich zu ihm um, meine Stimme zittert vor Wut.

„Mein Problem?" Bradley grinst kalt. „Vielleicht, dass du denkst, du kannst einfach weitermachen, als wäre nichts gewesen. Als hättest du irgendeine Ahnung, was..." Er bricht ab, sieht mich an, seine Fassade aus Arroganz beginnt zu bröckeln.

„Was?" Ich mache einen Schritt auf ihn zu. „Was willst du, Bradley? Und von wegen ich laufe von meinen Probleme weg?! Das machst du doch!"

Doch bevor ich eine Antwort bekomme, schiebt er mich plötzlich mit beiden Händen zurück, so heftig, dass ich gegen die Stuhllehne pralle. Seine Freunde lachen, feuern ihn an.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt