Teil 62

29 2 2
                                        

Bradley's Sicht

Ich lehne mich lässig an den Türrahmen, während ich die beiden beobachte. Bobby wirkt wie immer dramatisch, als würde die Sonne persönlich gegen ihn verschwören, und TJ sitzt da, als hätte er den coolsten Platz im ganzen Universum ergattert.

Und Max... Max ist irgendwo dazwischen. Aufgeregt, nervös, aber auch glücklich. Ich sehe, wie er unbewusst die Hand in der Hosentasche ballt, und ein kleines, warmes Gefühl breitet sich in meiner Brust aus.

„Also eigentlich wollte ich fragen...", sage ich noch einmal, obwohl ich weiß, dass sie die Einladung zur Party schon gefühlt fünfmal durchgekaut haben. Ich will nur sehen, wie Max reagiert. Wie er auf mich reagiert.

Sein Blick trifft meinen, und für einen Moment vergesse ich fast, dass Bobby und TJ überhaupt im Raum sind. Dieser leichte, nervöse Ausdruck in seinen Augen – das ist... süß. Echt süß. Ich muss schlucken.

TJ springt fast auf, wild gestikulierend. „Da müssen wir hin! Das wird der absolute Wahnsinn!"

Bobby brummt erst, aber ich sehe, wie er sich gegen seine eigene Freude stemmt. Klassisch. Ich lache leise in mich hinein. Diese zwei... unverbesserlich.

„Cool", sage ich dann, meine Stimme ruhiger, aber mit einem kleinen Grinsen. „Dann machen wir das."

Max lächelt zurück, klein, ehrlich. Dieses Lächeln trifft mich jedes Mal. Ich muss mich kurz räuspern, um nicht zu... na ja, zu schwach zu wirken. Nicht, dass er merkt, wie sehr mich dieser Anblick schon wieder aus dem Konzept bringt.

Ich lehne mich ein Stück vor, nur leicht, und spreche leise, so dass es nur Max hören kann:
„Wenn du willst... können wir vorher schon ein bisschen üben. Skateboards, Geister-Style. Nur du und ich."

Er schaut hoch, überrascht, und dann breitet sich dieses verschmitzte Lächeln auf seinem Gesicht aus, das mich jedes Mal umhaut.

„Du willst mich einschüchtern, oder?" sagt er leise zurück, fast ein Flüstern.

Ich grinse nur. „Vielleicht ein bisschen. Aber eher... motivieren."

Er lacht, kurz, aber es klingt wie Musik in meinen Ohren. Die anderen merken nichts von unserer kleinen Unterredung, und das ist gut so. Ich mag diese Momente, in denen es nur wir zwei sind. Ganz still, ohne Zuschauer.

Halloween. Skateboards. Geister. Und Max. Ich kann kaum erwarten, dass wir all das zusammen erleben.

—————

Ich kann mir ein leichtes Lachen nicht verkneifen, als ich die drei Laken mit den ausgeschnittenen Augenlöchern sehe. Ganz ehrlich, die sehen aus wie... na ja, wie drei sehr unbeholfene Geister. Und die schwarzen Sonnenbrillen obendrauf machen es nur noch bizarrer.

Dann schaut Max mich herausfordernd an. Dieses Funkeln in seinen Augen ist kaum zu übersehen. „Hier, Bradley", sagt er, die Stimme leicht nervös, „zieh das mal an. Versuch damit Skateboard zu fahren. Gar nicht so einfach."

Ich grinse schelmisch. „Das denke ich nicht."

Bevor er reagieren kann, packe ich ihn sanft an der Hand und ziehe ihn zu mir. Ich nehme eines der Laken, schlüpfe hinein und lasse das Stoffteil locker über meine Schultern fallen. Sofort spüre ich Max' Blick auf mir. Sein Gesicht ist eine Mischung aus Staunen, Nervosität und... etwas, das mich innerlich aufwühlt.

Ich grinse noch stärker, als er schnell einen Schritt zurücktritt, die Augen groß, leicht rot vor Aufregung. „Na dann... los! Ab zum Skateplatz!" sagt er, und seine Stimme zittert ein wenig.

Ich werfe ihm einen verschmitzten Blick zu. „Keine Angst, Max.Ich werd schon nicht hinfallen."
Er nickt leicht, versucht ein selbstbewusstes Nicken – wirkt aber alles andere als sicher. Mein Grinsen wird breiter. Ich liebe diese Momente. Diese kleinen, heimlichen Spannungen zwischen uns.

Mit einem schnellen Schritt nehme ich die Führung, wir rennen hinaus, die Laken flattern im Wind. Ich spüre, wie Max hinter mir herläuft, ein Hauch von Panik in seinen Bewegungen, und gleichzeitig dieses kleine, leise Vertrauen, dass er mir schenkt, obwohl er nervös ist.
——————

Ich stehe auf dem Skateboard, das Laken locker über den Schultern, und merke sofort: Das ist deutlich schwerer, als es aussah. Das Stoffteil hängt in meinen Augen, die Bewegungsfreiheit ist fast null, und die Sonnenbrille rutscht ständig.

„Okay... das war leichter in meiner Vorstellung", murmele ich, während ich versuche, das Gleichgewicht zu halten.

Max steht ein paar Meter entfernt, verschränkt die Arme, die Stirn leicht gerunzelt, und beobachtet mich. Sein Blick ist... interessant. Er will lachen, aber gleichzeitig sieht er ein kleines bisschen besorgt aus. Ich spüre förmlich, wie sein Herz ein kleines Stück schneller schlägt – genau wie meins.

Ich wanke, ein Bein rutscht aus, und ich stoße mich mit den Händen ab, um nicht umzufallen. „Uff... okay, das ist tatsächlich schwieriger, als ich dachte", gebe ich zu und kann nicht anders, als dabei zu grinsen.

Max tritt ein paar Schritte näher. „Du... du solltest dich nicht so bewegen! Sonst rutschst du voll ab." Seine Stimme ist leise, aber es klingt fast wie ein Flüstern. Ich sehe, wie seine Augen über meine Bewegungen huschen, wie er sich unwillkürlich ein bisschen nach vorne lehnt.

„Ich krieg das schon hin", sage ich, doch als ich einen kleinen Trick versuche, stolpere ich leicht, das Laken fliegt ein Stück nach vorne, und für einen kurzen Moment ist alles nur noch Stoff und Chaos.

Max lacht leise – leise genug, dass es nur für mich ist. Dieses Lachen lässt mich kurz innehalten, und bevor ich mich versehe, reicht er mir seine Hand. Ein bisschen zögerlich, ein bisschen verspielt.

„Hier, halt dich fest, sonst... na ja, du weißt schon", sagt er, und ich nehme die Hand. Warm, fest, richtig.

Für einen Moment bleibt die Welt stehen. Nur wir beide. Halloween, Skateboards, Geisterkostüm – alles verblasst, und ich merke, wie mein Herz einen kleinen Satz macht.

Dann ziehe ich schnell wieder los, um nicht komplett rot zu werden. „Okay, okay, ich krieg's... ich brauch nur ein bisschen Übung."

Max nickt, grinst verschmitzt und tritt einen Schritt zurück. „Na dann... auf geht's, Bradley. Zeig mir, dass du ein Geister-Skateboard-Pro bist."

Ich lache, auch wenn ich weiß, dass ich mich gleich wieder fast auf die Nase legen werde. Und genau das macht diesen Moment perfekt – chaotisch, witzig und trotzdem... irgendwie vertraut.

———————
Und gefällt es euch?💖

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt