Sicht Max
Der Wecker hat noch nicht mal geklingelt, aber ich starre schon seit einer Ewigkeit an die Decke. Schlafen? Keine Chance. Mein Kopf ist ein einziges Chaos, und der Hauptgrund dafür ist Bradley. Ich habe mir gestern fest vorgenommen, heute mit ihm zu reden, doch allein der Gedanke daran bringt meinen Magen zum Flattern.
Was soll ich überhaupt sagen? Was, wenn er mich ignoriert? Oder schlimmer – was, wenn er wütend ist? Ich seufze und schlage die Decke zur Seite. Liegenbleiben bringt nichts. Es ist viel zu früh, aber ich muss etwas tun, um diesen Knoten in meinem Bauch loszuwerden.
Langsam schleppe ich mich ins Bad, ziehe mein Shirt aus und lasse das Wasser der Dusche laufen. Der Raum füllt sich schnell mit Dampf, und ich trete unter den warmen Strahl.
Die Wärme beruhigt mich ein wenig, aber Bradley ist immer noch in meinem Kopf. Seine Stimme, sein Blick, seine Nähe vorgestern Abend... Nein, Max, reiß dich zusammen. Es ist doch nicht das erste Mal, dass du mit jemandem redest. Nur... es fühlt sich anders an. So, als ob es mehr ist.
Ich seife mich ein, während ich mir im Kopf wieder und wieder ausmale, wie unser Gespräch verlaufen könnte. Vielleicht entschuldige ich mich. Oder ich frage ihn direkt, was er eigentlich will. Oder... vielleicht sage ich gar nichts und lasse ihn zuerst reden.
„Ugh, Max, du bist echt ein Idiot," murmle ich mir selbst zu und lasse das Wasser über mein Gesicht laufen.
Nachdem ich fertig bin, trockne ich mich ab und ziehe mir frische Kleidung an. Die Sonne ist noch nicht mal aufgegangen, aber ich fühle mich irgendwie wacher. Vielleicht wird das heute ja gar nicht so schlimm.
Vielleicht.
Ich bin total hibbelig wir drei gehen zusammen zum Bäcker und holen uns was zu frühstücken. Ich halte immer wieder Ausschau doch ich sehe ihn nicht.
Die Vorlesungen beginnen und dauern und dauern und da enden sie endlich.
Und da spüre ich ein flaues Gefühl in meinem Magen stärker denn je, als wir durch die Flure der Uni laufen. Bobby erzählt irgendwas Witziges, aber ich höre ihm nur halb zu. Mein Blick scannt unwillkürlich jede Ecke, jede Gruppe von Leuten, in der Hoffnung – oder vielleicht auch Angst – Bradley zu sehen.
Doch bis jetzt? Nichts. Vielleicht ist er nicht hier. Vielleicht habe ich Glück, oder... Pech?
Erst als wir in Richtung Mensa abbiegen, bleibt mein Blick wie von selbst an einer Gruppe hängen. Da ist er. Bradley. Er läuft mitten durch den Flur, umgeben von seinen Freunden, die laut lachend irgendeinen Scherz machen, der ganz offensichtlich auf Kosten von jemand anderem geht.
Aber Bradley? Er lacht nicht. Sein Gesicht ist wie eine Maske – kühl, unberührt, fast arrogant. Seine Augen sind auf einen Punkt in der Ferne gerichtet, als wäre alles um ihn herum unwichtig.
Mein Herz schlägt schneller. Ich schlucke schwer und sammle meinen Mut. Das ist meine Chance, oder? Jetzt oder nie.
Ich setze einen Schritt nach vorne, dann noch einen. „Bradley...", will ich sagen, aber die Worte bleiben mir im Hals stecken, als er einfach an mir vorbeiläuft.
Kein Blick. Kein Wort. Nichts.
Er streift mich nicht mal mit einem Seitenblick, sondern marschiert an mir vorbei, als wäre ich unsichtbar. Arrogant, unnahbar – fast wie der Bradley, den ich am Anfang des Semesters kennengelernt habe.
Ich bleibe wie angewurzelt stehen, geschockt. Was... was ist das? Warum tut er so, als ob nichts gewesen wäre? Ist das seine Art zu sagen, dass alles vorbei ist, bevor es überhaupt richtig angefangen hat?
„Immer noch der Alte," höre ich Bobby hinter mir sagen, fast spöttisch. „Manches ändert sich wohl nie."
PJ murmelt etwas Zustimmendes, aber ihre Stimmen klingen wie durch einen Schleier. Ich höre sie kaum, mein Kopf ist viel zu voll.
„Na los, Max, komm," sagt Bobby und klopft mir auf die Schulter. „Lass ihn. Wir gehen jetzt essen."
Aber ich bewege mich nicht. Meine Beine fühlen sich an, als hätten sie Wurzeln geschlagen. Ich starre auf die Stelle, wo Bradley gerade noch war, während meine Gedanken wild durcheinandergehen.
Ist das wirklich das Ende? Hat er mich so schnell abgeschrieben? Oder war das nur... Fassade?
Warum fühlt es sich an, als hätte ich gerade etwas unglaublich Wertvolles verloren?
Was macht er da? Wie kann er einfach so tun, als wäre nichts gewesen? Als wäre ich nichts? Die Worte, die er gesagt hat, die Nähe, die wir hatten – hat das alles für ihn keine Bedeutung?
Ohne groß nachzudenken renne ich los. Ich ignoriere die Rufe von Bobby und PJ hinter mir, bahne mir den Weg durch die Flure und stoße dabei ein paar von Bradleys Freunden zur Seite. Ihre empörten Ausrufe überhöre ich. Mein einziger Fokus ist Bradley.
Ich packe seine Hand, bevor er reagieren kann, und ziehe ihn einfach mit mir. Er sträubt sich, protestiert, aber ich lasse nicht los, bis wir in einem leeren Hörsaal sind. Die Türe fällt mit einem dumpfen Knall hinter uns zu, und erst da lasse ich ihn los.
Bradley schaut mich mit diesem arroganten, kühlen Blick an, den ich mittlerweile hasse. „Was zum Teufel soll das, Max?" zischt er, seine Stimme vor Wut geladen.
„Was das soll?" Ich kann nicht glauben, wie er sich verhält. „Was das soll?! Bradley, was zum Teufel soll das hier? Was war das da draußen? Warum ignorierst du mich einfach? Was hast du überhaupt für ein Problem?"
Er sagt nichts, sein Blick gleitet stur an mir vorbei. Sein Kiefer ist angespannt, seine ganze Haltung strotzt vor Abwehr. Ich folge seinem Blick und bemerke, was er zu verbergen versucht.
Ein blaues Auge.
„Bradley..." Meine Stimme wird automatisch weicher, meine Wut schmilzt sofort in Besorgnis. „Was ist passiert? Wer hat dir das angetan?"
Da explodiert er. Sein Blick wird hart, wütend. „Hör mal, Max, hör mir gut zu!" Seine Stimme schneidet durch den Raum. „Nur weil wir vorgestern Abend irgendwas gemacht haben, heißt das nicht, dass du dich in mein Leben einmischen kannst! Klar?! Also lass mich in Ruhe. Oder du wirst es bereuen."
Seine Worte treffen mich wie ein Schlag ins Gesicht. Für einen Moment stehe ich wie versteinert da, der Schmerz durchzuckt mich, bevor die Wut zurückkehrt. „Was soll das, Bradley?!" Ich sehe ihn an, fordere eine Erklärung.
Er hält meinem Blick stand, sein Gesicht abweisend, fast kalt. Aber... da ist etwas. Ein winziger Moment des Zögerns, ein kaum wahrnehmbares Flackern in seinen Augen.
„Ich sehe doch, dass du das nicht willst!" Ich zeige mit meiner Hand auf ihn, meine Stimme jetzt fast flehend. „Ich sehe es, Bradley. Du willst mich nicht von dir stoßen. Also hör auf damit! Hör auf, dich so zu verhalten. Sag mir einfach, was passiert ist!"
Sein Gesicht verhärtet sich, und für einen Moment denke ich, dass ich durchdringe. Doch dann wird sein Blick wieder dunkel, und er zischt: „Was verstehst du an ‚lass mich in Ruhe' nicht?"
Ich öffne den Mund, will protestieren, aber er redet weiter, mit einer Bitterkeit, die ich nie bei ihm gesehen habe: „Ich will nichts mit dir zu tun haben, Max. Diese Reise? Sie war dafür da, dass ich nicht aus der Uni fliege, kapiert? Und für dich –" er lacht höhnisch, „– stand ja sogar noch dein kostbares Stipendium auf dem Spiel. Also ja, ich wollte, dass die Kaffeemaschine heil ankommt. Aber den Rest? Den kannst du vergessen."
Seine Worte fühlen sich wie ein Messerstich an. Ich kann nicht atmen, geschweige denn sprechen.
Bradley reißt sich von mir los, dreht sich um und geht zur Tür. Mit einem letzten kalten Blick sagt er: „Vergiss es einfach, Max."
Die Tür fällt mit einem Knall ins Schloss, und ich bleibe alleine zurück.
Ich will ihm folgen. Ich will ihn anschreien, ihn festhalten, ihm sagen, dass er lügt. Aber ich kann nicht. Meine Beine sind wie festgenagelt, mein Kopf ein einziges Chaos.
Das kann nicht das Ende sein. Das darf nicht das Ende sein.
Ja ik ein mieser cut aber es ist echt spät 🥲.
Eigentlich hatte ich überlegt die Story langsam zu enden aber was wäre das Leben ohne ein wenig Drama. Also geht es noch weiter 💗.
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Maxley
FanfictionNach den Finals feiern alle eine riesige Party doch etwas geht schief und jemand wird verletzt. Währenddessen nervt Bradley Max extrem und sie bekommen nicht mit wie die Polizei auftaucht. Sie werden erwischt und müssen als Strafe die ganzen Ferien...
