Teil 61

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Max' Sicht – Eine Woche später

Die Woche ist vorbei, aber irgendwie fühlt es sich an, als wäre sie im Zeitraffer vergangen.

Ich sitze auf meinem Bett, das Handy in der Hand, und starre auf die Nachricht, die ich gerade von TJ bekommen habe. „Alles cool bei euch?" – kurz, knapp, ohne Unterton. Genau so, wie er es immer macht, wenn er nicht will, dass jemand merkt, wie sehr er sich sorgt. Ich tippe schnell zurück: „Alles bestens. Chill."

Dann lege ich das Handy weg und lehne mich zurück. Ein leiser Seufzer entweicht mir.

Die letzten Tage waren... anders. Gut anders. Keine Explosionen, keine Dramen. Bobby und TJ haben sich erstaunlich normal verhalten – kein ständiges Nachfragen, keine spitzen Bemerkungen. Nur kleine neckische Kommentare, die mich gleichzeitig nerven und zum Lächeln bringen. Es fühlt sich... sicher an. Wirklich sicher.

Und trotzdem ist da Bradley.

Wir halten es noch immer geheim. Keine großen öffentlichen Gesten, keine Küsse auf dem Campus, nichts, das die anderen wirklich aufhorchen lassen würde. Aber es reicht, dass wir wissen, dass wir zueinander gehören. Dass wir... uns haben.

Ich höre, wie die Tür aufschwingt. Mein Herz macht einen kleinen Sprung – aber es ist nur TJ, mit seinem üblichen Grinsen.

„Hey, Maxy. Du willst heute wieder diese komischen Energy-Drinks testen?"

Ich rolle mit den Augen. „Komisch?"

„Na ja, sie brennen im Hals wie... na ja, wie Feuer." Er lacht und setzt sich auf das Bett neben mir.

Ich schüttele den Kopf, aber ein Lächeln drückt sich trotzdem auf mein Gesicht. Es ist seltsam, wie leicht alles jetzt ist. Kein Drama, kein Chaos, keine Unsicherheit. Nur Freunde, die mich so akzeptieren, wie ich bin.

Ich werfe einen Blick aus dem Fenster. Die Sonne scheint warm auf den Campus, die Vögel zwitschern, und irgendwo da draußen läuft Bradley. Wahrscheinlich ohne zu wissen, dass ich ihn beobachte, wahrscheinlich ohne zu wissen, dass ich innerlich schon wieder lächle.

Ein leiser Gedanke huscht mir durch den Kopf: Es ist noch geheim. Noch. Aber das ist okay. Für jetzt reicht es, dass wir wissen, was wir füreinander empfinden.

Ich lehne mich zurück, schließe die Augen und atme tief durch.

Ein Lächeln spielt auf meinen Lippen.

Weil ich gerade merke: Ich habe alles, was ich brauche. Freunde, die hinter mir stehen. Und jemanden, der still und sicher an meiner Seite ist, ohne dass er alles laut machen muss.

Und das reicht für den Moment.

Plötzlich fliegt die Tür auf, und Bobby kommt hereingestürmt, die Haare zerzaust, die Stimme halb schreiend, halb jammernd.

„Mann, ist das heiß hier drin! Und draußen noch viel mehr! Und bald Weihnachten! Wie soll es da bitte schneien, wenn es jetzt schon wie Hochsommer ist?!"

Ich muss lachen. Bobby, der sich über das Wetter aufregt, wirkt immer so... dramatisch. Aber irgendwie liebenswert.

„Aber zuerst... Halloween!", ruft er dann begeistert, seine Augen leuchten. „Was machen wir dieses Jahr? So wie immer, von Tür zu Tür mit den Skateboards? Als Geister verkleidet?"

Ich nicke eifrig. Ja, das klingt nach uns. Nach unseren verrückten, unvergesslichen Halloween-Traditionen.

Dann schwingt die Tür wieder auf, und Bradley tritt herein. Er grinst schelmisch, diese Mischung aus verschmitzt und selbstbewusst, die mich immer wieder aus der Fassung bringt.

„Echt? Ihr wart das immer?", sagt er lachend, die Hände locker in den Hosentaschen. „Ich erinnere mich noch genau... drei Geister auf Skateboards. Letztes Jahr. Total unmöglich zu übersehen."

Bobby steht langsam auf, will größer wirken, sich irgendwie gegen Bradley behaupten. „Ja, und? Problem?"

Bradley lacht nur, locker und warm. „Kein Problem."

Bobby verdreht die Augen, seine Mürrigkeit verzieht sich nur halb, während Bradley immer noch größer und breiter über ihm steht. Ich muss unwillkürlich grinsen, weil die beiden zusammen irgendwie... komisch perfekt wirken.

Bradley lehnt sich ein bisschen gegen den Türrahmen. „Also eigentlich wollte ich fragen, ob ihr mit auf die Halloween-Party wollt, auf die alle gehen."

TJ sitzt schon auf dem Bett, die Arme verschränkt, und ruft sofort: „Da dürfen sonst nur die allercoolsten Kids hin! Das wäre echt 'ne Ehre!"

Bobby grummelt erst, versucht cool zu wirken, aber sein leichtes Zucken um die Mundwinkel verrät, dass er sich insgeheim freut.

Ich sitze da und beobachte das Ganze, mein Herz macht diesen kleinen Sprung, den Bradley immer wieder in mir auslöst. Ich spüre, wie ich unbewusst die Hand in meiner Hosentasche ballen will – aus Freude, aus Nervosität, aus diesem leisen Gefühl von Vorfreude.

Bradley sieht mich an, sein Grinsen wird weicher, irgendwie warm. Und ich weiß genau: Er will, dass wir hingehen. Alle zusammen.

Hey sorry das solange nichts kam und danke an alle die noch weiter lesen 🥰.

Maxley Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt