When You Fall Asleep

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Wörteranzahl: 3640
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Geht ruhig ohne mich...", hallte in seinem Kopf die Stimme des Jüngeren wieder. Wie ein Mantra wiederholte es sich, während er mit den anderen Bandmitgliedern im Halbschatten stand und auf das Auto wartete. Geht ruhig ohne mich...

Innerlich seufzend schüttelte er den Kopf, um die Worte hinauszuschütteln. Ergebnislos. Namjoon sprach ihn an. Ob Yoongi morgen wieder in sein Studio gehen würde? Vermutlich, war die kurz angebundene Antwort. Das Auto fuhr vor und allen wurde ein wenig leichter zumute.

Mit jedem Schritt auf den Wagen zu verdichtete sich etwas in Yoongi, als hätte man ihn festgebunden, wie einen Hund an einer Straßenlaterne. Ein inneres Bedürfnis, sich zu wehren ließ ihn stehen bleiben. Hobi klopfte ihm auf den Rücken und drängte sich vor, um seinen Platz im Wagen einzunehmen, während der Ältere immer noch zögerte.
Was ist los?, fragte Hobis Stirnrunzeln. Yoongi warf einen Blick zurück. Zurück bedeutete auf die Schatten der Bäume, die im frischen Abendlicht auf die Hauswand fielen. Zurück bedeutete, hinauf zu den Fenstern, die alle schlafend dalagen und sich nicht bewegten. Er suchte nach einer Verstimmung; einer Unruhe; einem Zeichen.

„Komm, Yoongi. Das wird schon, wir alle haben solche Tage. Die Ruhe wird ihm guttun.", wollte Hobi ihn aufmuntern. Schweigend nahm Yoongi neben ihm Platz. Er wusste, wenn er den ganzen Abend lang so ein Gesicht ziehen würde, verdarb er auch den anderen die heitere Stimmung. Sie alle hatten sich auf diesen Abend gefreut. So ein Event als Gruppe zu besuchen, war selbst für sie etwas besonderes. Doch Yoongi empfand keinerlei Begeisterung mehr. Er hatte nur noch Jimins Stimme im Kopf und sein Gesicht vor Augen... Der trübe Blick, die blassen Wangen. Sogar die Hände hatten leicht gezittert und er hatte sich schnell von dem Älteren abgewendet. Yoongi hatte ihm zum Abschied noch eine feste Umarmung geben wollen, doch da war er schon in seinem Zimmer verschwunden.  Geht ruhig ohne mich...

Und als die Türen des Wagens mit einem dumpfen Geräusch zuschlugen, fühlte Yoongi sich wie in einem Käfig und dieses Gefühl war so erdrückend, dass seine Atmung flach wurde. Der kurze Ruck als das Auto wendete, löste seine Starre und sein Denken verblasste hinter seinem Herzschlag.
„Nein.", entschied endlich ein unkontrollierbares Gefühl. Er schüttelte heftig den Kopf. Hobi sah nun wirklich besorgt aus. „Ich muss zurück. Ich bleibe auch hier.", erklärte Yoongi etwas ruhiger. Seine aufsteigende Panik flachte wieder ab und er wusste, dass diese Entscheidung vollkommen richtig war. Hobi seufzte und leitete die Worte an den Fahrer weiter. Der gerade erst beschleunigende Wagen hielt und Yoongi machte sich los, befreite sich aus dem Käfig und atmete tief die abendliche Luft ein.

Plötzlich war jedes Herzrasen und alle Eile aus ihm gewichen. Er legte den Kopf in den Nacken und versuchte erste Sterne zwischen dem tiefer werdenden Blau zu erkennen, welches sich gelassen über ihm ausbreitete.

Yoonmin OneshotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt