Toby schwitzte. Stand klebte an seinem gesamten Körper. Seine Hosenbeine waren komplett durchnässt.
Er hatte verzweifelt nach Danny gerufen, doch der Junge war verschwunden geblieben.
Mit der Zeit, war auch Alan unruhig geworden.
Immer wieder hatte er vor sich hin gemurmelt und imaginäre Personen aufgefordert, Danny zu retten.
Dann, als er eine zeitlang beschwörend auf die Wasseroberfläche gestarrt hatte, meinte er plötzlich:" Wir müssen rüber zur Insel. Warte hier!"
Anschliessend war er im Dickicht des Jungles verschwunden.
Toby hatte ihm entgeistert hinterher gestarrt, bevor er sich ergeben an den Strand gesetzt hatte.
Er sah sich um in dem sommerlichen Paradis. Zum ersten Mal wurde ihm dessen Schönheit bewusst.
Unsicher versicherte er sich ob ihn jemand beobachtete. Dann zog er die Schuhe aus und grub vorsichtig seine Zehen in den weichen Sand.
Als Alan, nach einer gefühlten Ewigkeit wieder auftauchte, fühlte Toby sich ertappt. Rasch richtete er sich auf.
Alan fiel es jedoch gar nicht auf. Seine sonst immer Falten und fleckenlose Kleidung war an einigen Stellen zerrissen und seine früher pingelig nach hinten gekämmte Frisur, stand wild vom Kopf ab. Er hatte seine Hosenbeine locker hochgekrempelt. Seine Füsse sahen aus als hätten sie im Schlamm gebadet. Aber trotz alldem, zierte sein Gesicht ein breites Grinsen.
"Ich hab sie gefunden, sie lebt. Komm und hilf mir sie herauszuziehen!", kaum hatte er das gesagt, drehte er auch schon wieder um.
Toby sprang auf. Es widerstrebte ihm Alan zu folgen, aber vielleicht konnte er auf diese Weise Danny retten. Hilflos sah er auf die türkisblaue Wasseroberfläche und dachte an den kleinen, übermütigen Jungen. Er atmete entschlossen durch und folgte Alan.
Ob dem feurigen Sand fiel ihm ein, dass er seine Schuhe vergessen hatte. Mit brennenden Sohlen, erreichte er schliesslich das rettende Grün.
Ergeben drang er in den undurchdringlich scheinenden Urwald ein.
Es war extrem feucht. Sein Shirt klebte ihm nach wenigen Sekunden am Körper. Immer wieder kämpfte er mit widerspenstigen Pflanzen die ihm den Weg versperrten. Surrende Insekten schwirrten um ihn herum. Das Gehölz und Gestrüpp am Boden, machte seinen nackten Füssen zusätzlich zu schaffen. Alan vor ihm jedoch, schlug sich zufrieden pfeifend einen Pfad durch das Dickicht.
Toby bemerkte gehetzt, wie der Abstand zwischen ihnen immer grösser wurde. Irgendwann verlor er Alan aus den Augen.
Hektisch blickte er um sich.
Da krabbelte eine zottelige Spinne über seine Füsse. Entsetzt lief er los.
Als er überstürzt durch das Dickicht brach, stolperte er über eine Schlingpflanze und fand sich sogleich in einem sumpfigen Teich wieder.
"Da bist du ja", Alan stand nicht weit entfernt und strahlte ihn an. Mit einer ausladenden Handbewegung präsentierte er ihm ein altes, morsches Boot, das tief im Morast steckte:" Darf ich vorstellen, die gute alte Jacky. Nach all den Jahren liegt sie immer noch hier", gedankenverloren tätschelte er die algenbesetzten Planken.
Toby erfasste eine ungute Vorahnung. Er rappelte sich auf. Der Schlamm haftete an seinem ganzen Körper.
"Wir müssen uns jetzt überlegen, wie wir sie am besten hier herausbekommen", Alan stemmte nachdenklich die Hände in die Hüften.
Letztlich versuchten sie es mit schieben und ziehen, doch das Boot bewegte sich kein Stück. Toby war genervt. So würde er Danny niemals retten können.
Da streifte etwas unerwartet seine Füsse im Wasser.
Toby versuchte bestürzt in dem schlammigen Wasser etwas ausmachen zu können. Da fühlte er schon wieder das glitschige Monster an seinen Beinen. Es folgte ein Geräusch, dass für ihn wie ein kichern klang. Verwirrt schüttelte er den Kopf.
Dann spritzte nicht weit entfernt von ihm, eine riesige Fontäne auf, die sich über ihn ergoss.
"Was ist?", fragte Alan ihn neugierig.
Doch Toby war schon angsterfüllt auf dem Weg zum Ufer. Bevor er es erreichte, trat er jedoch in ein Wasserloch, hier wurde das Wasser plötzlich tiefer.
Toby tauchte unter. Seine Lunge füllte sich mit Wasser. Er strampelte panisch mit Händen und Füssen. Als er schon glaubte zu ertrinken, griffen filigrane Finger seinen Körper. Es waren mehrere Hände, die ihn sanft mit sich zogen. Toby versteifte sich. Aus irgendeinem Grund, waren ihm die Hände unangenehm.
Er kniff die Augen zusammen, während sein Körper rasend schnell durchs Wasser glitt.
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Bloody Legend - Coldblood
FantasyDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
