Toby's Laune befand sich an einem neuen Tiefpunkt. Kurz nachdem Alan endlich damit fertig gewesen war Trübsal zu blasen, hatten sie sich erneut auf den Weg begeben und Toby wünschte sich schon nach kurzer Zeit, dass er Alan noch länger hätte um seinen abgebrannten Baum trauern lassen. Seine Füsse hatten sich bereits nach dem steilen Aufstieg lautstark beschwert, inzwischen waren sie so taub, dass er sie jedoch überhaupt nicht mehr spürte.
Die ebene Fläche auf der sie sich bewegten schien sich endlos über die Hügel zu ziehen. Manchmal führte der Weg unvermittelt steil nach unten, nur um dann auf der anderen Seite wieder mühsam nach oben zu führen. Einige Male kamen sie an Stellen an denen zwischen dem Hügel auf dem sie sich befanden und dem anschliessenden Hügel, ein tiefer Abgrund klaffte. Dort warteten alte abgewetzte Steinbrücken, oder mitgenommen wirkende Hängebrücken auf sie. Es kostete Toby einiges an Überwindung über diese äusserst unsicher scheinenden Wegbereiter zu gehen.
Auch vor den konstanten Sonnenstrahlen gab es hier oben keinerlei Schutz. Toby badete in seinem eigenen Schweiss. Nachdem er erst so begeistert gewesen war nach so vielen Jahren endlich den wolkenlosen Himmel betrachten zu können verfluchte er ihn inzwischen aufs gröbste.
Er hatte bestimmt schon mehr Wasser getrunken, als gesund sein konnte und trotzdem war sein Mund ständig trocken. Dafür mussten sie ständig Pausen einlegen um ihre Blasen zu erleichtern.
Die karge, völlig abgebrannte Landschaft leistete ebenfalls keinen nennenswerten Beitrag um seine Stimmung zu heben.
Als die Dämmerung einsetzte meinte Alan schliesslich, dass sie nun bald am Ziel wären und zeigte auf einen besonders herrschaftlich aussehenden Hügel, der über den anderen aufragte. Toby schnaubte. Dieser Hügel schien ihm noch ziemlich fern zu sein. Er ahnte, dass der Aufstieg hinauf noch einmal um einiges anstrengender werden würde.
Während Alan und Danny tapfer voraus Schritten trottete er langsam hinterher. Insgeheim fragte er sich, ob man von dem hohen Hügel aus vielleicht sogar bis nach Larea und weiter bis zur Klippe blicken konnte. Sein Zuhause rückte mit jedem Schritt den er in Richtung der anderen Seite machte weiter in die Ferne. Obwohl er von Alan etliche Informationen über seinen Vater erhalten hatte, fühlte er sich seinem Erzeuger dadurch nicht näher. Im Gegenteil, es machte ihn wütend, dass er es bis jetzt noch kein einziges Mal geschafft hatte sich aus eigener Kraft zu verwandeln. Er gab sich grosse Mühe in der Hoffnung seinem Vater auf diese Weise näher sein zu können. Doch die sogenannten Flugstunden die ihm Alan bis jetzt erteilt hatte, hatten noch keinerlei Erfolg erbracht.
Das schlimmste aber war für ihn, dass sich Dannys Verhalten ihm gegenüber so drastisch entwickelt hatte. Der Junge war äusserst distanziert und abweisend und obwohl sich Toby bemühte es nicht zu zeigen konnte er doch nicht verbergen, wie sehr ihn dies verletzte.
Es war bereits dunkel geworden, als Toby an eine Kreuzung kam deren beider Wege in unterschiedlicher Richtung um den Hügel herum zu liefen schienen.
Suchend blickte er umher. Er hatte sich soweit zurückfallen lassen, dass Danny und Alan ausser Sicht geraten waren. Nun wusste er nicht welchen Weg er nehmen sollte.
Somit wartete er eine Weile in der Hoffnung, dass die beiden sein fehlen bemerken und umkehren würden um ihn zu holen. Doch niemand kam.
Wütend und frustriert beschloss Toby daraufhin es mit dem rechten Weg zu versuchen. Alan und Danny konnten ihm gestohlen bleiben. Er würde es auch alleine schaffen.
Der Weg beschrieb eine Biegung um einen weit herausragenden Felsen. Danach verlief er unvermittelt hinab. Die Hügel standen hier so dicht, dass zwischen ihren Felsen bloss ein schmaler Kiesweg blieb. Toby wurde zunehmend unsicher, ob dies wirklich der richtige Weg war. Als er drauf und dran war wieder umzudrehen, sah er hinter einem vor ihm aufragenden Felsen einen Lichtschein. Er glaubte schon daran endlich wieder auf Danny und Alan zu treffen, die dahinter auf ihn warteten, da vernahm er eine zischende Stimme. Sie sprach in einem leichten Singsang und ihre Worte liessen ihm das Blut in den Adern gefrieren.
Nadel, Nadel, spitze Nadel
Stich ins Fleisch, spalt es auf
Bis auf den letzten Tropfen saug es aus
Nadel, Nadel, spitze Nadel
Raub es ihm, schenk es mir
Den Saft der sie zu Sklaven macht
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Bloody Legend - Coldblood
FantasyDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
