Azura richtete sich auf. Der Singsang ihrer Schwestern, kündigte den Neuankömmling an. Seit sich die Nachricht von seiner Ankunft verbreitet hatte, waren alle in Abwehrhaltung gegangen.
Offenbar hatten ihre Schwestern ein neues Lied. Es bestand aus nur einem Wort. Der Begriff Blauauge bekam vom mächtigen Chor, einen verheissungsvollen Klang.
Azura verstand weshalb ihre Schwestern aufgeregt waren, doch sie wollte keinen voreiligen Schlüsse ziehen und sich erst selbst ein Bild machen.
Sie bemühte sich um einen nichtssagenden Gesichtsausdruck. Diese Begegnung würde darüber entscheiden, was mit ihrem Königreich passierte. Es war eine schwerwiegende Aufgabe, welche sie sehr ernst nahm.
Trotzdem erfasste sie eine starke Neugier. Dies war jedoch verständlich. Schliesslich würde sie gleich den Jungen kennenlernen, der über ihr aller Schicksal verfügte.
Er kam allein. Langsam und bedacht schritt er über die Steine, die durchs Wasser führten. Kurz vor ihr blieb er stehen und verneigte sich. Dann blickte er erwartungsvoll zu ihr auf.
Azura war erstaunt. Es überraschte sie wie jung er noch war. Sie hatte erwartet er würde älter sein, wenn er zu ihr käme. Dieser Junge war noch ein Kind.
Sie betrachtete ihn eingehend. Sein dünnes blondes Haar, seine blasse ebenmässige Haut.
Er sah etwas kränklich aus, doch diese Vermutung wieder legte sich sobald sie in seine Augen sah. Wie Diamanten strahlten sie zu ihr auf.
Diese Augen, die den Anschein machten alles durchblicken zu können, hinter die Fassade zu sehen. Azura lief es kalt den Rücken hinab. Obwohl sie schon mehrmals ein Kaltblut angeblickt hatte, erfasste sie immer noch diese innere Kälte.
Ihm schien ihre argwöhnische Haltung nichts auszumachen. Neugierig beobachtete er sie ebenfalls ganz genau.
Gegen ihren Willen musste Azura Lächeln. Dieser Junge hatte nichts bedrohliches an sich. Und auch wenn er noch sehr jung war, konnte man erahnen, dass er einmal ein sehr hübscher junger Mann werden würde.
"Wie heisst du Junge?"
"Danny", antwortete er bereitwillig.
"Wie bist du hierher gekommen?"
"Ich bin ins Wasser gefallen."
Azura musst sich beherrschen nicht breit zu grinsen.
"Was willst du hier?",ernst sah sie ihn an, um im klarzumachen dass es von Bedeutung war was er antwortete.
"Alan hat uns hierhergeführt. Wir wollen auf die andere Seite", er lächelte, als wäre dies vollkommen normal.
Bei diesem Namen horchte Azura auf:" Alan Sanchez begleitet dich?"
Danny nickte:"Er führt uns."
Azuras ohnehin bröckelndes Misstrauen, verschwand. Dies warf ein völlig neues Licht auf die Sache.
"Wer ist noch bei euch?"
"Mein bester Freund, Toby."
"Was willst du auf er anderen Seite?", sie sprach absichtlich nur ihn an.
Traurigkeit schlich sich in seinen Blick:"Ich hoffe dort Hinweise auf meine Familie oder Verwandte zu finden."
Azura nickte nachdenklich. Sie überlegte wie sie vorgehen sollte.
Wahrscheinlich wäre es besser, erst Alan persönlich zu befragen. Er konnte ihr möglicherweise Antworten, auf ihre Fragen liefern.
Sie nickte ihren engsten Schwestern zu, die zu ihrem Schutz im Raum geblieben waren - sie hatten sich zu beiden Seiten Dannys positioniert, um ihn jederzeit ausschalten zu können.
"Holt mir Alan Sanchez und diesen...", sie wedelte ungeduldig mit der Hand.
"Toby", half Danny mit einem strahlenden Lächeln nach.
"Diesen Toby", schloss Azura. Ein Teil ihrer Schwestern tat wie befohlen.
Die anderen, wies Azura an:" Nehmt den Jungen in Gewahrsam, aber behandelt ihn wie einen Gast!"
Der Gesichtsausdruck ihrer Schwestern zeigte deren Unwillen, doch sie gingen freundlich mit Danny um.
Azura sah den Jungen sanft an:" Du brauchst keine Angst zu haben."
Er blickte entschieden zu ihr auf. Sie war überrascht über seinen unbeugsamen Gesichtsausdruck:" Ich habe keine Angst."
Dann wurde er abgeführt. Azura schaute ihm noch lange hinterher. Der Junge war wirklich aussergewöhnlich.
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Bloody Legend - Coldblood
FantasíaDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
