"Ich danke dir Azura", Alan sah dankbar zu der Meerjungfrau auf. Sie schwebte in einer Wassersäule, oberhalb der Wasseroberfläche.
"Dank mir nicht", seufzend blickte Azura zum Strand, an dem Danny im Sand spielte.
Nicht weit von Ihnen entfernt, lagen einige von Azuras Schwestern argwöhnisch auf der Lauer. Sie unterstützen die Entscheidung ihrer obersten Schwester nicht, den Jungen frei zu lassen.
Azura nahm nervös den Anhänger, der an einer Kette um ihren Hals hing in die Hand. Er zeigte ein goldene Muschel. Ilan kannte den Anhänger nur zu gut. Er hatte ihn ihr damals geschenkt.
Azura sah ihn ernst an:" Du hast dich bestimmt schon gefragt, weshalb ich überzeugt davon bin, dass Danny eine Gefahr für uns darstellt. Wir Meerjungfrauen haben das Orakel befragt, welches uns die Zukunft beschrieben hat."
Ilan nickte. Er wusste, dass die Meerjungfrauen bei Vollmond anhand der Meeresströmung die Zukunft voraussagen konnten. Die Zentauren taten dasselbe mithilfe der Sterne. Diese beiden Rassen gaben extrem viel auf ihre Voraussagen.
Sie nickte ernst:" Die Prophezeiung besagt, dass die Mauern in Gefahr sein werden. Jemand werde kommen und deren Bau infrage stellen. Und nun seit einiger Zeit spüre ich, wie die Mauern an Kraft verlieren. Aber es darf nicht passieren, dass sie einstürzen. Seit es die Mauern gibt geht es uns allen viel besser. Wir müssen jede Gefahr für die Mauern von vornherein eliminieren. Ich habe einen Eid geschworen, Alan", sie umklammerte den Anhänger und Alan erkannte bestürzt, dass sie Tränen in den Augen hatte.
Er erkannte erst jetzt, wie verzweifelt Azuras Lage in Wirklichkeit war. Sie war gerade dabei, alles woran sie glaubte zu verraten, für Danny. Er erinnerte sich, wie schlecht es den Meerwesen vor den Mauern gegangen war und empfand tiefes Mitleid mit Azura.
Entschlossen nahm er ihre Hand:" Das alles wird sich nicht wiederholen. Sieh ihn dir an", ihre beider Blicke glitten zum Strand. Danny spielte inzwischen mit einigen Meerkindern fangen, im seichten Wasser;" Du tust das richtige. Dieser Junge wird die Welt noch verändern, aber nur zum Guten", überzeugt drückte er ihre Hand.
Azuras Blick blieb noch lange auf dem Blondschopf liegen. Dann wischte sie sich die Augen und lachte:" Du solltest nicht so oft herkommen. Ich weine jedes Mal, wenn du da bist."
Er lächelte nachdenklich und fragte sich, ob er sie wohl wieder treffen würde:" Es war schön dich wiederzusehen."
Sie lächelte ebenfalls. Dann wurde sie erneut ernst.
"Pass gut auf ihn auf."
Es war ein Befehl keine Bitte.
"Das werd ich"
"Wir werden nicht die einzigen gewesen sein, die sein Leben bedrohen. Es gibt so viele die ihm den Tod wünschen", eindringlich sah sie ihn an.
"Danny ist beinahe wie ein Sohn für mich. Ich werde ihn beschützen", entschlossen hielt er ihrem Blick stand.
Sie lächelte:" Du bist einer der wenigen von denen ich weiss, dass du das kannst. Ich vertraue ihn dir an. Erzieh ihn zu einem rechtschaffenen Menschen"
"Ich werd es versuchen, auch wenn ich glaube, dass es eher umgekehrt sein wird."
Azura nickte wissend. Dann hob sie den Kopf gen Himmel, von dem die Sonne unermüdlich niederbrannte:" Keine einzige Wolke. Jahrelang sah man den Himmel nicht mehr, und nun? Seit drei Monaten hat es nicht mehr geregnet und jeden Tag wird es wärmer. Was mag das bedeuten?", sie schien ziemlich genau zu wissen, was es bedeutete, doch sie schien es ihm nicht verraten zu wollen.
Sie verabschiedeten sich. Alan merkte wie Azura zögerte, doch diesmal blieb es bei einer Umarmung.
Nachdem sie Unterwasser verschwunden war, ruderte er zu dem Stein, um den sich mehrere Meermädchen versammelt hatten. In ihrer Mitte sass Toby und versuchte den enttäuschten Meermädchen zu erklären, weshalb er nicht für immer bleiben konnte.
"So Mädels jetzt muss ich ihn euch leider wegnehmen", lautstarker Protest schlug ihm entgegen. Er winkte Toby zu sich;" Na los du Herzensbrecher, die Reise geht weiter."
Toby schien erleichtert, doch als er sich schliesslich mit Mühe der sturen Meermädchen entledigt hatte und im Boot sass, sah er doch ein bisschen betrübt zurück.
Anschliessend legten sie am Strand an.
"Und wohin jetzt?", fragte Toby während sie sich die, mit frischem Proviant gefüllten Rucksäcke aufschulterten.
"Folgt mir", mit einem freudigen Grinsen führte Alan sie erneut in den Jungle.
Es war zum Glück nur ein kurzer Marsch, denn Toby begann schon wieder sich zu beschweren. Doch als Alan den beiden ihr Reisegefährt für die nächsten Tage zeigte, waren beide sogleich begeistert.
Es war ein grosses Floss auf dem eine kleine Hütte und ein Segelmast standen. Es ankerte an einem Fluss, der von der Lagune her in einen Tunnel durch den Felsen floss.
Als sie ablegten, warf Toby ein:" Weisst du überhaupt wie man so etwas steuert?"
"Sicher", antwortete Alan überschwänglich und riss das Ruder dabei etwas zu fest herum.
Toby schien nicht sonderlich überzeugt und hielt sich skeptisch am Mast fest.
Danny währenddessen kletterte aufs Dach und liess die Beine über den Rand baumeln.
Alan lächelte. Er war froh die beiden bei sich zu haben.
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Bloody Legend - Coldblood
FantasyDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
