Iwan hatte sich an dem mickrigen Holztisch, in seinem ärmlichen Verschlag befunden, als er er von dem Angriff der Halbblüter erfahren hatte. Er hatte sich ermüdet über den Bart gestrichen und auf das Bild seiner Familie geblickt, die er allesamt an die Halbblüter verloren hatte. Eigentlich wollte er nichts mehr mit diesen Biestern zu tun haben, doch der Gedanke, dass auch andere Familien das gleiche Schicksal ereilen würde wie die seine, trieb ihn schliesslich nach draussen. Hasserfüllt hatte er sich seine Axt gegriffen und sich verbittert in den Kampf gestürzt.
Seit einiger Zeit nun schon, metzelte er jeden Halbblüter nieder, der ihm über den Weg lief.
Iwan war gross und kräftig. Obwohl er selbst auch schon einige blutige Wunden und Kratzer davon getragen hatte, scherte er sich nicht darum. Er raste geradezu vor Wut. Endlich konnte er den Biestern heimzahlen, dass sie ihm seine Söhne genommen hatten.
Doch Iwan war nicht dumm. Er sah, wie die Halbblüter einen Mischblüter nach dem anderen niederschlugen. Es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis sie die ganze Stadt ausgelöscht hätten.
Iwan hatte sich bis auf den Marktplatz durchgeschlagen. Hier, tobte ein verbitterter Kampf zwischen den Halbblütern in Grau und einigen wagemutigen Mischblütern.
Iwan hatte gerade einen Halbblüter niedergerungen und wollte sich erneut in die Schlacht stürzen, als ihm etwas merkwürdiges auffiel.
Ein kleiner Junge schob sich durch das Schlachtfeld. Seine Haut war weisslich und seine Haare von einem sehr hellen blond. Er bewegte sich sicher und gewandte durch die Kämpfenden, ohne ihnen auch nur die geringste Beachtung zu schenken. Es war fast, als ob er jede ihrer Bewegungen bereits im Voraus erahnen konnte und ihnen daraufhin auswich. Sein Ziel schien in der Mitte des Platzes zu liegen.
Iwan spähte hinter einer der Hauswände hervor. Mit Erstaunen sah er, wie sich der Junge aufrecht in der Mitte des Tumults platzierte. Für einen Moment stand er einfach nur da und Iwan vermutete schon, dass er verrückt war, doch dann bekam der Boden unter ihm plötzlich Risse aus denen blaues Licht schimmerte.
Daraufhin stob eine gewaltige Energiewelle über das Areal und erfasste die gesamte Stadt. Iwan duckte sich rasch hinter die Hauswand.
Als er es wagte, wieder hervorzusehen, lagen alle Personen ohnmächtig auf dem Marktplatz verteilt. Die Energiewelle hatte sie umgehauen.
Der kleine Junge jedoch, schwebte in einer Säule aus blauem Licht. Seine blauen Augen strahlten wie kaltes Eis.
Iwan schnappte ehrfürchtig nach Luft. So etwas hatte er noch nie gesehen.
Doch genau so schnell wie es gekommen war, war das Spektakel auch wieder vorüber. Die blaue Lichtsäule flachte ab und der Junge fiel bewusstlos zu Boden.
Betreten sah Iwan auf den kleinen, zarten Körper hinab und hoffte, dass er sich erheben möge, doch der Junge bewegte sich nicht.
Die Sonne schien ebenfalls verschwunden zu sein. Nach monatelanger Hitze, die eine verheerende Hungersnot ausgelöst hatte, waren die Wolken plötzlich zurückgekehrt.
Auf einmal spürte Iwan etwas kaltes auf seiner Haut. Verwundert hob er den Kopf und sah zu Himmel. Kleine, weisse Schneeflocken fielen sanft vom Himmel herab.
Auch die Personen auf dem Marktplatz erwachten aus ihrer Starre und erhoben sich. Andächtig blickten sie gen Himmel. Seit so vielen Jahren hatte es nicht mehr geschneit. Die meisten von ihnen wussten wahrscheinlich noch nicht mal, was Schnee war.
Die Halbblüter schienen verunsichert, ob der unerwarteten Situation. Sie zögerten.
Iwan nutze die allgemeine Verwirrung und ging durch die Menge zu dem kleinen Jungen hin, der immer noch schlafend am Boden lag.
Mit seinen starken Armen hob er ihn sanft hoch und trug ihn fort.
Während er mit dem Jungen durch die Strassen lief, bemerkte er, dass sich die Kämpfe gelegt hatten. Die Halbblüter schienen sich zurück gezogen zu haben.
Er sah auf den erschlafften Körper in seinen Armen. Dieser kleine Junge, hatte gerade ein ganzes Dorf vor dem Untergang bewahrt.
Der Schneefall wurde schnell stärker. Eine weisse Schicht bedeckte bereits den Boden, als Iwan den Jungen zu seinem Verschlag an der Spitze der Stadt brachte. Behutsam legte er ihn in sein Bett und deckte ihn zu. Er hoffte, dass der sonderbare Junge bald wieder erwachen würde.
Doch dieser sollte für eine lange Zeit nur noch in seinen Träumen leben.
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Bloody Legend - Coldblood
FantasíaDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
