Danny wachte auf, obwohl er nicht geschlafen hatte, er schlief schon lange nicht mehr.
Es waren auch keine Träume die ihn wach hielten, denn seine Träume waren Wirklichkeit.
Er war blinzelte. Seit langem liessen ihn seine Gedanken nicht mehr zur Ruhe gekommen. Ständig trugen sie ihn weit fort an andere Orte, in unterschiedlichen Zeiten. Manchmal fiel es ihm dann schwer zwischen Realität und Illusion zu unterscheiden, wenn er wach war.
Bis jetzt hatte er immer nur von drei Personen geträumt, für sie empfand er tiefe Zuneigung. Aber er ahnte, dass sie nicht die einzigen waren, die ihn zeit seines Lebens schon begleiteten.
Ohnehin liebte er seine Träume. Sie waren die Luft die er zum atmen brauchte. Doch die Träume bargen auch Gefahren.
Sehnsüchtig dachte er an all die vielen Male in denen er über über dieses faszinierende Land geflogen war. Er vermisste diese Momente, die ihm immer geholfen hatten zu entfliehen.
Aber wen er noch viel mehr vermisste, war Toby. Sein grosser, starrköpfiger Freund, ahnte wohl nicht wie viel er ihm bedeutete. Doch Danny hatte seine Gründe sich von ihm fern zu halten.
Er hatte Angst, wie Alan und Toby reagieren würden, wenn sie von seinem Geheimnis erfuhren.
Vielleicht würden sie seine Träume als Bedrohung sehen und versuchen sie ihm auszutreiben. Danny wusste, dass diese Annahme berechtigt war, schliesslich durchbrach er mit seinen Träumen ihre Privatsphäre. Doch ihm war auch klar, dass er seine Träume um keinen Preis aufgeben würde. Sie gehörten zu ihm.
Alan würde ihn am ehesten verstehen, denn auch er hütete seine Geheimnisse. Aber Toby würde er durch die Wahrheit für immer verlieren, dessen war er sich sicher.
Diese Angst brachte ihn dazu, sich völlig von seinem Freund abzukapseln, um ihn und sich selbst zu schützen.
Er beschloss nach draussen zu gehen. Die frische, klare Morgenluft flutete seine Lungen und klärte seine Gedanken.
Er entdeckte Toby der sich angestrengt damit abmühte, seine Verwandlung zu vollziehen.
Danny beobachtete ihn. Sein Herz zerfloss in Mitleid als er sah, wie die Verzweiflung den Körper seines Freundes bei jedem missglückten Versuch erschütterte.
Schuldgefühle bohrten sich immer tiefer in Dannys Gewissen. Er wollte ihm helfen. Er wollte, dass Toby das selbe fühlte wie er, wenn er flog.
Toby stöhnte auf als er erneut unsanft auf dem Boden aufschlug. Danny konnte seinen Schmerz fühlen.
Als sein Freund sich fluchend erhob stand in seinem Blick eine ungewohnte Entschlossenheit.
Zielstrebig schritt er auf einen steilen Abgrund zu. Danny folgte ihm mit seinem Blick. Toby schien nicht gewillt anzuhalten. Er würde springen.
Dannys Gedanken rasten. Er erinnerte sich an all die Male in denen er Toby belogen und betrogen hatte. Er spürte, dass es kein zurück mehr gab, diesmal war Toby derjenige der die Zügel in der Hand hielt. Er fällte seine Entscheidung in dem Moment, als Toby absprang.
Doch da war keine Angst mehr. Danny lächelte.
Sie würden wieder zusammen fliegen. Sie würden sich wieder gegenseitig retten.
DU LIEST GERADE
Bloody Legend - Coldblood
FantasyDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
