Alan hatte kaum geschlafen. Das Verhalten von Danny und Toby war ihm merkwürdig vorgekommen. Es lag eine Spannung zwischen den beiden, welche Alan äusserst stutzig machte.
Er hatte sich grübelnd hin und her gewälzt. Die Tatsache, dass er nicht hinter das Geheimnis von Dannys Träumen kam, fuchste ihn schon länger. Doch diese Nacht hatte er erstmals ernsthaft darüber nachgedacht, was Toby vielleicht damit zu tun haben könnte.
Etwas war da, das er bis jetzt übersehen hatte.
Eiligst war er aufgestanden, hatte sich an den kleinen Tisch in seinem Zimmer gesetzt und sein Notizbuch hervorgeholt.
Nachdenklich hatte er die Seiten umgeblättert und plötzlich waren ihm all die Schlüsselmomente aufgefallen.
Angefangen damit, dass ein Junge der über seine Gestalt Wechsel keinerlei Kontrolle verfügte es schaffte einen kleinen, scheinbar wehrlosen Jungen vor einem Baum zu retten. Oder damals, als es Toby mühelos gelungen war Danny in Larea ausfindig zu machen, obwohl dies fast unmöglich gewesen sein musste.
Die Tatsache, dass Toby Danny immer begleitete und hinter ihm stand, egal wie sehr er sich selbst oftmals dagegen gesträubt hatte, schien unbestreitbar. Doch war es auch wirklich immer aus freiem Willen geschehen?
Alan war an dem Bild hängen geblieben, welches Danny in jener Nacht zeigte in der er im Wandel bedrohlich nah am Abgrund stand, die Arme weit ausgebreitet, so als wollte er gleich los fliegen.
Ein tiefgreifende Erkenntnis hatte sich in Alans Kopf gefestigt.
Aufgeregt hatte er immer wieder hin und her geblättert, um sich seiner Sache sicher werden.
Er hatte festgestellt, dass Danny's Träume immer stärker zu werden schienen, je weiter sie kamen. Richtig begonnen hatten sie scheinbar nachdem er im Karussell diese Stimmen gehört hatte. Zu gleichen Zeit etwa, hatte sich der Junge auch immer weiter von Toby zu entfremden begonnen.
Auch davor musste der Junge schon starke Träume gehabt haben.
Zwei dieser Träume kannte Alan.
Die Sonne schien bereits zum Fenster herein, als Alan sein Notizbuch zuklappte. Überwältigt lehnte er sich in seinem Stuhl zurück.
Er fragte sich, wie er das bloss mit seinen beiden Jungs besprechen sollte. Nicht zum ersten Mal wurde ihm bewusst, wie sehr ihre Leben miteinander verbunden waren.
Eine ungute Vorahnung erfasste ihn. Rasch zog er sich an und lief zu den Zimmern in denen Danny und Toby die Nacht verbracht hatten. Sie waren beide leer.
Alan stürmte nach draussen. Er erkannte Danny, der scheinbar schlafend im Gras lag. Dann fiel sein Blick auf einen mächtigen, grossen, grauen Falken der unaufhaltsam in Richtung Wiese trudelte.
Als der Falke auf der Wiese aufschlug verwandelte er sich zurück in einen schlaksigen, braunhaarigen Jungen, der sogleich aufsprang und sich hastig umblickte. Sein nervöser Blick fand den Ilan's .
Nahezu zur gleichen Zeit erwachte Danny und erhob sich.
Ilan sah den Schatten, der in Toby's blau-graue Augen trat, als er Danny sah.
Die Spannung war beinahe greifbar.
Ilan stand unumstösslich da, als Toby los stürmte.
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Bloody Legend - Coldblood
FantasyDanny, der intelligente Junge mit den Eisblauen Augen. Toby, der Junge der fliegen könnte, wenn er wollte. Ilan, der mit jedem Pinselstrich vergangenes verarbeitet. Ihre Begegnung wird alles verändern. Der neunjährige Danny wächst abgeschottet von d...
