8. Kapitel

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Der Regen klatschte Toby ins Gesicht. Doch dies tat der aufbäumenden Vorfreude in seinem inneren keinen Abbruch. Danny, der beschwingt neben ihm durchs hohe Gras lief, schien es ähnlich zu gehen. Die Wiese kam ihnen endlos vor. Bis endlich, direkt am Rand der Wiese, Larea anfing. Ehrfürchtig blieben sie stehen. Von nahem sah das Ganze viel größer aus, bemerkte Toby. Die verschiedenen Häuser standen so nahe beieinander, dass sie zu einer einzigen Mauer verschmolzen. Nur einzelne schmale Gassen verschafften Zugang zur Stadt. Danny zupfte ihn am Ärmel, zeigte auf eine der Gassen und ging sogleich darauf zu. Toby zögerte, schaute noch einmal an der Fassade hoch und vermisste die Sonne, die von dunklen Wolken verdeckt wurde, bevor er weiter ging.

Larea schien nur aus einem Labyrinth, aus verwinkelten Gassen zu bestehen. Toby bekam es mit der Angst zu tun, dass sie es nie mehr hier heraus schaffen würden. Alles was sie zu sehen bekamen waren Hausfassaden. Trotzdem konnte er nichts an der Schönheit des Ganzen aussetzen. Die Hauswände waren in hellen, fröhlichen Farben gehalten und die Gassen mit Pflastersteinen versehen. Vor jedem Fenster blühten Blumen, die einen betörenden Duft verströmten. Er verstand langsam, warum Larea auch die liebliche Stadt gennant wurde. Die Atmosphäre war, trotz des schlechten Wetters, unleugbar romantisch.
Toby hatte völlig die Orientierung verloren. Blind folgte er Danny, der unerschrocken seinen Weg ging. Er fragte sich, ob überhaupt etwas diesen Jungen aus der Fassung bringen konnte.
Nach einer Ewigkeit konnte Toby Stimmen Vernehmen. Er folgte Danny durch einen kleinen Torbogen, der den Eingang zu einem Park markierte. Toby konnte seinen Augen nicht trauen. Sie befanden sich scheinbar auf einem riesigen kreisrunden Platz. Die  schnuckeligen Häuser rundherum waren reich geschmückt mit den unterschiedlichsten Blumen. Hier begann eine  mächtige Grünfläche, mit lauter Bäumen und Büschen. die ihm die Sicht versperrten. 
Auf dem Weg durch die engen Gassen, war ihnen beinahe keine Menschenseele begegnet, doch hier tummelten sich die Leute. Toby hatte noch nie so viele Menschen auf einmal gesehen. Je weiter sie in den Park eindrangen desto mehr wurden es. Sie tummelten sich auf den Wiesen, oder liefen auf den Kiesswegen an ihnen vorbei.  Es war ihm nicht möglich den Blick abzuwenden. Auch Danny war fasziniert, dass konnte er an seinen glänzenden Augen sehen.
Sie reckten die Köpfe, um auch ja alles zu erblicken.
"Hast du es dir vorgestellt?"Toby lief in Danny hinein, als dieser stehenblieb.
"Nein, definitiv nicht. Es ist alles so unglaublich", er lächelte.
"Das finde ich auch.", erwiderte Danny strahlend.
Da rempelte Toby  jemand von der Seite an.

Dem Unbekannten fiel dabei unglücklicherweise eine kleine Kiste herunter, die prompt aufsprang. Rasch bückte er sich um deren verstreuten Inhalt wieder aufzuheben:" Ihr Jungen Leute habt auch nichts besseres zu tun, als dumm rumzustehen...", seine Nörgelei wurde jäh unterbrochen, als er seinen Blick hob und in ihre Gesichter blickte.
"Verzeihen Sie, Sir", Danny bückte sich ebenfalls um dem Unbekannten beim aufsammeln seiner, nun klitschnasser Sammlung, merkwürdiger Werkzeuge zu helfen.
Dieser jedoch krallte sein Kistchen an sich und eilte davon, seine restlichen Werkzeuge ließ er liegen.
Danny und er konnten beobachten, wie durch das Gedränge zu einer Zusammenstehenden Gruppe lief. Die Gruppe war kaum zu übersehen, da alle Mitglieder kahl rasiert waren. Auf ihren Glatzköpfen prangten farbige Tattoos. Er schien sich aufgeregt mit Ihnen zu unterhalten. Dann lösten sich zwei Personen aus der Gruppe. Sie besassen beide ausschliesslich blaue Tattoos. Sie kamen direkt auf Danny und ihn zu.
"Was wollen die von uns?", hilfesuchend schaute er zu Danny.
Dieser Antwortete ihm erst nicht. Er wandte seinen Blick nicht von den bedrohlich wirkenden Fremden. Erst als die Personen, deren Gestalten unter dicken Mänteln versteckt waren, ganz nahe waren, flüsterte er:"Es ist wegen mir."
Panik breitete sich in Toby aus. Er verstand nicht, von was Danny jetzt schon wieder redete. Aber er konnte nicht mehr länger stillstehen:" Lass uns gehen", er fasste Danny am Arm und zog ihn mit.

Erneut rannten die beiden durch den Torbogen. Tobys einziger Gedanke war, den zwei unheimlichen Gestalten zu entkommen. Also rannte er blindlings voran. Doch Danny, den er immer noch am Arm hielt, zog in zur Seite, in eine Abzweigende Gasse. Sogleich Begriff Toby, dass sie die beiden nur Abhängen konnten, wenn sie aus ihrem Blickfelden verschwanden. Sie mussten sie verwirren. Also hasteten sie durch immer kleinere Gässchen, Durchgänge und steilere Treppen. Toby atmete schwer. Er war nicht besonders sportlich. Danny schien es ähnlich zu gehen. Sie verloren immer mehr an Tempo. Schließlich blieb er erschöpft auf einer Treppe stehen. Er blickte hinter sich. Es schien sie niemand mehr zu verfolgen. Danny setzte sich vor ihm auf eine der Treppenstufen.
"Was wollten die von uns?", keuchte Toby und stütze sich auf sein Knie.
"Ich glaube...meine Augen..."
Weiter kam Danny nicht. Über das niedrige Dach, an dem die Treppe vorbeiführte, kamen drei Jungen auf sie zu. Erneut wurde Toby von Angst gepackt. Doch an Flucht war nicht zu denken. Von beiden Seiten der Treppe kamen ebenfalls Jungen und Mädchen, verhinderten jedes durchkommen.
"Ein Glück das sie euch nicht erwischt haben. Für einen Moment dachte ich wirklich, ihr zwei würdet es nicht schaffen, zu entkommen", einer der Jungen vom Dach, sprang Toby direkt vor die Füße. Er besaß dunkle Haut und dunkle Locken. Lässig wiegte er einen Apfel in seinen Händen;" Ich hätte euch schon viel früher überführen können. Schließlich, folgen meine Leute euch schon, seit ihr unser schönes Städtchen betreten habt. Aber ich musste erst alle zusammentrommeln. Denn man weiß ja nie, mit wem man es zu tun hat, nicht wahr. Allerdings glaub ich, dass ich mir da bei euch zwei, keine Sorgen machen muss", grinsend Biss er in seinen Apfel. Er war Toby so nah gekommen, dass dieser direkt in seine bernsteinfarbenen Augen sehen konnte.
"Heute haben wir fette Beute gemacht Leute", er drehte sich zu seinen Leuten. Lauter Jubel ertönte. Dann ging er langsam auf Danny zu, taxierte ihn geradezu mit seinem Blick;" Ein Blauäugiger".
Toby verstand die Faszination in seiner Stimme nicht. Er fühlte sich unfähig, etwas zu tun.
"Nehmt beide fest", befahl der Junge;" Der Blauäugige wird uns eine schöne Summe Geld einbringen und aus dem anderen ist vielleicht auch noch einen Bonus raus."
Helle Panik durchflutete Toby, als man begann, ihm die Hände auf den Rücken zu binden. Er schaute zu Danny, der alles ruhig über sich ergehen ließ. Da erinnerte er sich, was seine Mutter gesagt hatte, über Dannys Augen. Auch der Junge hatte von seinen Augen gesprochen. Ihm wurde klar, dass Danny in weit größerer Gefahr war als er. Er konnte sein Geheimnis verheimlichen, doch Danny trug es, für alle sichtbar, offen herum. Seine Angst galt nun allein Danny. Er durfte nicht zulassen, dass sie dem unschuldigen Jungen etwas antaten. Niemals.
Er blickte seitlich der Treppe hinab. Unter ihnen stand ein Karren voller Stroh. Bevor er sich selbst davon abhalten konnte, riss er sich los und rannte blindlings auf diejenigen zu die Danny festhielten.
"Spring Danny!", rief er, bevor er in die anderen Jugendlichen krachte. Danny aber, sprang tatsächlich.

Bloody Legend - ColdbloodGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt