Der Arzt kam um mich zu untersuchen und zu fragen, ob es mir gut ging. Ich nickte mit dem Kopf, weshalb er erfreut darüber war. Als er das Zimmer wieder verließ, bemerkte ich seine Unterlagen auf dem Tisch, die er dort liegen lassen hatte. "Warten, Sie!" , rief ich, doch er war weg.
Zunächst schaute ich nur darauf und zwang mich sie nicht zu öffnen. Das gehörte sich nämlich nicht. Doch meine Neugier war zu groß. Daher griff ich langsam nach den Unterlagen und schaute mich noch mal um, um mich zu versichern, allein zu sein und klappte sie auf.
"Belle Malik" , stand da. Meine Neugier wurde noch größer, als ich meinen Namen las. Ich hoffte darauf, da würde irgend so ein Name stehen. Irgendjemand der mir das Organ gespendet hatte. Doch ich fand auf den ersten paar Seiten nichts. Bis ich auf eine Überschrift stoß.
"Transplantation" , ich scannte die Seiten mit meinen Augen sozusagen einmal durch und klappte nach paar Sekunden weiter. Bis ich auf einen Namen stoß. Nicht irgendein Name. Ich kannte diesen Namen. Nur zu gut. Ich dachte zunächst ich hätte mich versehen. Auch nach mehreren Blinzeln, stand weiterhin...
Spender: ZAYN MALIK?
Darunter stand seine Adresse und Wohnort und allgemein seine Daten. Daher wusste ich genau, dass es nicht irgend so ein Zayn Malik war. Sondern dieser Zayn!
Mir wurde übel und ich wollte nicht mehr nach Hause. Doch ich konnte nicht länger hier bleiben. Wie sollte ich Zayn jetzt in die Augen blicken? Wieso tat er das für mich? Erst war er gemein. Hat sich nicht um mich gescherrt und jetzt hat er eine gute Tat vollbracht? Dank ihm lebe ich also.
Ich klappte die Unterlagen wieder zu, denn ich hatte das was ich wollte. Diesen Namen. Obwohl ich mit einem anderen Namen gerechnet hatte. Ich lag das alles genau so hin, wie der Arzt es auch stehen gelassen hatte und nahm meinen Koffer, den ich schon vorher mithilfe meiner Mam gepackt hatte und verließ das Zimmer. Ich schlenderte den Gang entlang und hatte ein mulmiges Gefühl im Magen. Viel mehr wusste ich nicht mehr wie ich mich zu Verhalten hatte. Gegenüber Zayn. Ich war viel zu durcheinander.
"Belle!" , Harry kam mit zwei Becher in seinen Händen und überreichte mir eins. Doch ich wollte kein Tee mehr. Ich wollte auch nichts mehr essen. Denn irgendwie musste ich das alles erst verarbeiten. Ich schüttelte mit dem Kopf und Harry übergab sie meiner Mam, als wir an der Rezeption vorbei gingen. Sie hatte viele Unterlagen unterzeichnet, um mich endlich nach Hause zu holen.
Sie nahm den Kaffee dankend an und brauchte es womöglich mehr als ich. Harry fing an irgendetwas zu erzählen, doch ich hörte kaum hin. Ich war viel zu gedankenversunken. Als er das bemerkte, hielt er inne. Da hatte er wieder meine Aufmerksamkeit, als er still neben mir her ging.
"Geht es dir gut?" , fragte er mich. Er hatte bemerkt, dass irgendetwas war. Doch ich war nicht bereit darüber zu reden. "Ja, mir geht es gut!" , log ich daher.
Wir stiegen in den Wagen und fuhren los. Die Musik im Auto, die sonst für mich immer total schön klang und mir gute Laune gemacht hatte, hatte diese Wirkung nicht mehr. Es trübte mich umso mehr. Die Sonne, die wieder nach dem Winter hoch im Himmel stand, war nicht das was ich wollte. Früher hätte ich mich darüber gefreut, doch jetzt hoffte ich nur noch auf Regen.
Normalerweise sprach ich immer so viel und fand gute Themen. Diesmal allerdings bekam ich kein Wort mehr raus und wusste nicht mehr, was ich sagen oder fragen könnte. Ich brauchte diese Stille.
Harry fragte meiner Mam, ob ihr der Tee schmecken würde. Sie nickte natürlich. Sie liebte Tee, sowie ich Schockolade mal geliebt hatte. Doch nicht mal auf Schockolade hatte ich Lust.
"Dir?" , fragte sie Harry. Der lächelte, da er seinen Tee abgestellt hatte und nicht mehr daraus trinken konnte, weil er eben fuhr. Er nickte und ich betrachtete von der Seite seine Grübchen. Die sonst bekannten, vertrauten Grübchen, waren nicht mehr dieselben. Der sonst so vertrauter Harry, sah diesmal anders aus. Doch wieso kam mir das so vor? Was war los mit mir?
"Belle" , flüsterte er und ich bemerkte, wie ruhig ich die ganze Zeit war. So verwirrt und fremd. Wie konnte das passieren? Was war los?
"Ja?" , ich versuchte klar und deutlich zu reden, doch es kam nur ein komisch klingendes Ja!
"Ist irgend etwas?" , fragte er mich und ich konnte ihn verstehen, weshalb er mich das fragte. Ich an seiner Stelle, hätte dieselbe Frage gestellt und am liebsten hätte ich 'JA , es ist etwas. Es ist so vieles. Mein Leben ging drunter und drüber. Ich hab kein festen Halt mehr. So als würde ich in eine Grube fallen und nie mehr aufstehen können. Ich fühlte mich verloren' geantwortet.
"Nein, wieso?" , gab ich ihm als Antwort. Doch er zögerte und fand nicht die richtigen Worte. "Bist so still heute!" , und er hatte völlig recht.
"Ich bin müde!" , versuchte ich mich daraus zu retten, was mir auch half. Denn ich bemerkte, wie sein angespannter Körper, sich langsam wieder lockerte.
Er parkte vor unserem Haus und stieg aus, um mir beim Austeigen zu helfen. Ich stützte meine Hände an ihm und ging zur Haustür hin, wo meine Mam schon versucht hatte die Tür zu öffnen.
Dann betrat ich es. Ein fremdes Haus. Ich war lang nicht mehr hier, daher war es völlig fremd. Ich bemerkte, dass das nicht daran lag. Es lag daran, dass alles umgestellt wurde. Das Wohnzimmer sah anders aus, als davor. So dunkler und düsterer. Die Küche hingegen hatte graue Wände bekommen. "Was ist hier denn passiert?" , fragte ich und bemerkte die Blicke meiner Mam. Harry war ebenso schockiert und überrascht, was daran lag, dass er es erst jetzt sah.
"Yasser hat alles umgestellt und neue Möbel gekauft." , flüsterte sie. Er war sicher im Haus. Aber kam nicht, um uns zu begrüßen. Ich sah seine Tasche auf der Couch liegen.
Viel mehr hatte ich jetzt das Gefühl in meinem Zimmer zu gehen und mich hinzulegen. Daher machte ich mich auf den Weg dorthin. Als ich den Türgriff nach unten drückte und mein Zimmer sah, war ich erstarrt. Mir gefiel das vorher besser. Jetzt waren meine Möbel nicht mehr weiß oder pink, sondern sie waren grau oder schwarz. Was sollte das denn? Ich fühlte mich unwohl hier.
"Er hat auch dein Zimmer etwas verändert!" , folgte Mam uns. "UND DU LÄSST DAS ZU?" , schrie ich total aufgebracht.
"Ich konnte nichts dagegen tun. Er .." , doch sie hielt inne und sprach nicht weiter, was ich aber nicht bemerkt hatte, da meine Wut entbrannt war. "ICH FASS ES NICHT. Mam!" , und wollte das Haus am liebsten verlassen, was ich aber nicht über mich brachte.
_________________________________________________________
Ich bedanke mich nochmal bei jedem. Für die tollen Reads ! :)
Vor allem dank ich auch wieder Burcu, die sich gerne meine Geschichten durchliest, was mir Freude bereitet. Bei Medina, die mir dabei hilft. Anna, die mir diese wundervollen Ideen gibt und mich inspiriert :P und natürlich auch Karolina, die mir nette Komplimente macht und mich unterstützt.
Danke an euch :)
DU LIEST GERADE
Another Love #Wattys2016
أدب الهواةBelle ist zufrieden mit ihrem Leben. Denn sie hat alles, was sie glücklich macht. Einen besten Freund: Harry, der heimlich in sie verliebt ist, eine liebenswürdige Mutter, die nur das beste für sie will und ihre Freundinnen, die für sie da sind. Doc...
