Kapitel 42

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Vor der Tür stand jemand, den ich nicht erwartet hätte. Niemals im Leben hätte ich erraten können, dass ich den je wieder sehe. Doch jetzt stand er wirklich vor der Tür und meinte, hereinstürmen zu können. "Dad, geh okay", rief Zayn, der mich noch nicht bemerkt hatte, doch Yasser stand da und starrte mich an, weshalb sich Zayn umdrehte und in meine Richtung blickte. "Was machst du hier?", zischte ich und meine Zähne knirschten aneinander. "Habe meine lieben Kinder vermisst!", provozierte er uns. Er hatte Harry entführt, weshalb ich ihn jetzt in diesem Moment anschreien wollte. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und tippte die Nummer der Polizei. "Wenn du nicht gehst, dann ruf ich die Polizei!", brüllte ich, doch sein Lächeln wurde breiter und er setzte einen Fuß in das Haus. "WAG ES NICHT!", rief ich und hielt das Telefon an meinem Ohr und wartete bis jemand heran ging. "Pff!", Yasser ging wieder. Doch aufhalten konnte ich ihn nicht, weshalb ich auflegte und Yasser hinterher blickte. Schließlich war der Detektiv im Gefängnis und er schütze Yasser dennoch, indem er alle Schulden auf sich nahm, weshalb es keinen Grund mehr gab, Yasser festzunehmen. Leider war es so und ich stand da, machtlos und schaute ihm hinterher, wie er provozierend nach hinten blickte und triumphierend lächelte. Er hatte wohl immer noch den Ansporn, Menschen weh zu tun, denn das konnte er wirklich sehr gut. "Zayn geht es dir gut?", fragte ich, da er ziemlich ruhig da stand und ebenso seinem Vater hinterher schaute, dabei erwischte ich, wie eine Träne über seine Wange lief und dass er das alles immer noch nicht verarbeitet hatte. "Es geht, komm lass uns herein gehen!", bat er mich und er ging wieder an unserem Esstisch, den ich toll dekoriert hatte und ich folgte ihm. Dabei sah ich das er lächelte, um nicht aufzufallen. "Wer war das?", fragten sie alle neugierig, doch er log: "Ein Kumpel, der mal kurz alles Gute sagen wollte!", doch ich verstand weshalb er log. Schließlich wollte er Mam nicht verletzten, die das mit Yasser im inneren immer noch nicht verarbeitet hatte und auch wegen den Dingen die geschahen. Ich beschloss mich daher einfach mitzuspielen. Meine Stimmung war nicht mehr da und als ich zu Zayn herüber schaute, sah ich, dass er ebenso wenig gut gelaunt war wie ich. Was ich aber vollkommen verstehen konnte.
"Was wollen wir heute alle gemeinsam machen?", fragte Mam total begeistert. "Ich möchte heute irgendwie nicht wirklich raus!", sagte Zayn betrübt und ab da an bemerkten Elenne und die anderen, dass etwas nicht stimmte. "Weshalb?", fragte also Harry, der Leute nicht traurig sehen konnte, da er schnell Mitleid zu ihnen hatte.

Zayn P.O.V.
"Ach weiß nicht, ist doch nur ein Geburtstag, nichts besonderes!", sagte ich. Aber eigentlich wollte ich nur in mein Zimmer und Leute vermeiden für heute, denn Dad hatte meine Stimmung vermiest und daher beschloss ich einfach nichts zu tun, obwohl ich Geburtstag habe. Damals war es so, dass meine Mutter mich geweckt hatte und ihre wunderschönen, dunklen Haare wehten im leichten Wind, als das Fenster geöffnet war, um zu lüften und die Gardinen flogen in alle Richtungen. 'Liebes, wach auf' , bat sie mich und als ich die Augen öffnete, sah ich sie und das war das allerschönste für mich. Wir aßen immer zusammen und ich packte all meine Geschenke, die sie herzlich verpackt hatte, aus und noch dazu, gab sie sich Mühe mir die besten Gerichte zu machen, sowohl auch Kuchen, Nachspeise und und und.. dieser Tag war einfach das allerwichtigste für mich und etwas besonderes. Doch jetzt habe ich echt keine Freude mehr daran. Die Zeit vergeht und ich werde nur noch älter. Meine Mutter lebt nicht mehr. Obwohl Elenne sich echt Mühe gab, um für mich da zu sein, konnte sie den Platz meiner Mutter einfach nicht einnehmen. Dad war weg und ein schlechter Mensch und ich stand allein da.
Nun gut, Belle ist da. Liam, Harry und Elenne sind da, doch meine Laune blieb trotzdem schlecht, weshalb ich entschuldigend aufstand und in mein Zimmer ging, denn länger hätte ich es nicht ausgehalten. Tränen liefen über meine Wangen und ich dachte darüber nach, dass Mutter immer da war, als es mir schlecht ging, doch jetzt stehe ich hier alleine und weine. Einsam und leer. Ich fühlte mich verlassen von ihr und von Dad. In Stich gelassen und mich hätte echt nichts mehr aufheitern können. Ich kramte in meine Tasche und fand das Bild, was ich jedes Mal bei mir hatte und schaute auf meine Mutter. Ihre schönen braunen Augen leuchteten vor Freude auf dem Bild, da sie mich in ihren Händen trug und daneben war Dad, der damals nicht so grimmig herüber kam und ich so sein wollte wie er. Damals war einfach alles perfekt. Je älter man wird, um so mehr Probleme hat man und ich hatte das Gefühl nicht mehr aus dem Labyrinth heraus zu finden.

Meine Augen fielen auf die Tür, die sich langsam öffnete und Belles Haar guckte heraus, weshalb ich sofort wusste, dass sie es war. Sie kam langsam herein und saß sich schweigend neben mich, während ich nur aus dem Fenster schaute, wo sich der Garten erstreckte und die Vögel zwitscherten. "Zayn!", flüsterte sie und vermutlich wollte sie mich jetzt aufmuntern, doch mir war nicht mehr danach. Schließlich ging es mir schlecht und ich wollte es nicht auf sie übertragen! "Willst du reden?", fragte sie fürsorglich. Aber ich konnte einfach nicht darüber reden. Mein Mund war wie ein Schloss, den man nicht aufbekam, denn ich fand keine Worte, die ich aussprechen konnte. Es fiel mir schwer. Sogar sehr. Ich schüttelte den Kopf und sie hörte auf zu reden, aber war trotzdem neben mir, weshalb ich mich weniger einsam fühlte. "Ich weiß, es fällt dir schwer das alles, aber ohne deinem Dad geht es dir besser und..", ich brach ihren Satz ab. "und.. es geht mir nicht darum, sondern das ich meine Mutter vermisse, Belle!", sagte ich, wobei sie nur fürsorglich schaute und Mitleid hatte. "Es tut mir echt leid deswegen, aber du musst nach vorne Blicken, Zayn!", ihr Rat war ganz gut, aber es umzusetzen fiel mir schwer. "Du hast jetzt uns!", fügte sie hinzu und ich schaute ihr direkt in die Augen, wo auch Wahrheit drin steckte. Sie meinte das völlig ernst und ich war erleichtert darüber. "Danke!", flüsterte ich und lächelte. Doch diesmal war das Lächeln echt. Schließlich war es lieb von ihr, dass sie sich um mich kümmerte, nach all dem was geschah, deswegen bewunderte ich sie.

Another Love #Wattys2016Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt