Isabella kam später als sonst in die Küche, doch niemand ausser Molly schien dies zu bemerken. Es gab einiges zu erledigen. Die Lady des Hauses hatte für diesen Abend einen Maskenball organisiert und die Dienstboten mussten den kompletten Saal umgestalten. Weitere Vorhänge aus Seide wurden aufgehängt und Nischen mit Kissen und Kerzenhaltern errichtet. Maskenbälle hatten den Ruf ab und an frivol zu werden, da sich alle Beteiligten hinter den Masken geschützt fühlten. Lady de Warenne veranstaltete aus ziemlich genau diesem Grund einen. Der Ball würde für Klatsch sorgen und somit hatte sie ihr Ziel erreicht, in aller Munde zu sein. Selbst die Dienstboten trugen Masken an diesem Abend. Heute würden auch die meisten Gäste von auswärts eintreffen um an dem Fest teilzunehmen. Carson und Molly waren seit den frühen Morgenstunden damit beschäftigt alle Wein und Bierfässer aus dem Keller zu befördern. Einige wurden im Festsaal aufgestellt, damit sich die Damen und Herren am Abend direkt am Fass bedienen konnten. Carson lief nervös hin und her und war überzeugt, dass zu wenige Fässer vorhanden waren. Molly trat energisch mit dem Fuss auf und behauptete, dass Carson es übertreibe, man könne sich ja im Dorf noch weitere besorgen. Während Isabella ihrer Arbeit nachging, bemerkte sie, dass Ophelia Brandon sie öfters beobachtete und ein schelmisches Grinsen über ihre Lippen huschte. Sie sass, wie alle Damen am heutigen Tag im Spielsalon und spielte mit den Ladies Karten oder mit Astragalen. Diese Art von Spiel war bei Damen sehr beliebt. Die Knochenstücke konnten beliebig zu einem Würfel oder Ratespiel verwendet werden. Isabella kannte es von Zuhause. Dort spielten die Mädchen gerne damit und liessen sich von der Dorfältesten Weissagungen daraus vorlesen. Auch Lady Elaine sass an einem Tisch mit zwei Mädchen. Die eine war Penelope Beaufort und Isabella bemerkte zu ihrer Freude, dass sie sich gut mit den beiden zu verstehen schien. Vielleicht würde Lady Elaine doch noch eine oder zwei Freundinnen finden mit denen sie sich unterhalten konnte. Die Gatten der Damen hatten sich alle samt in den Privatsalon zurückgezogen und besprachen wichtige Angelegenheiten. Nur die Jüngeren, wie Thomas und Rickard hatten sich nochmals für einen Jagdausflug zusammengeschlossen und waren am Morgen aufgebrochen. Nachdem köstlichen Dinner am Abend, war es soweit. Die Herrschaften zogen sich in ihre Kammern zurück und bereiteten sich für ihre Kostümierung vor. Isabella war überwältigt. Noch nie hatte sie an einer solch pompösen Veranstaltung teilgenommen. Die Gäste waren kaum zu erkennen. Mit den zusätzlichen Ankömmlingen mussten ungefähr hundert Personen im Festsaal verweilen. Isabella trug ihre beste Festtagsuniform in schwarzbraun und eine Maske, welche ihre Augen und ihre Nase bedeckte. Die Damen der Gesellschaft jedoch trugen prächtige teure Kostüme, Perücken und aufwändige Masken. Sie fächerten sich Luft zu, da der Festsaal sich mit den vielen Gästen ziemlich rasch aufheizte. Die Damen glitten über die Tanzfläche und wunderliche Gestalten von Männern wirbelten sie herum. Je später der Abend, umso ausgelassener wurden die Gäste. Es wurde getrunken, gefeiert und gelacht, fast wie bei Festen mit ihrer Familie. Sie wurde leicht Wehmütig. Was würde sie nur dafür geben, um alles was geschehen war rückgängig zu machen? Doch dies lag nicht in ihrer Macht. Sie schüttelte sich innerlich. Es gab nur einen Weg. Sie musste Rache nehmen, um die Ehre ihrer Familie wiederherzustellen. Sie liess den Blick über die bunte Versammlung schweifen. Die Flügeltüren zur grossen Terrasse waren geöffnet und ein sanfter Nachtwind legte sich über die tanzende Menge. Isabella stand leicht Abseits mit dem Rücken zum Korridor. Auf einmal spürte sie, wie sanft eine Hand über ihren Rücken strich und dann fühlte sie einen warmen Atem im Nacken. Ihre kleinen Härchen stellten sich auf. Ein zärtlicher Kuss an ihrem Hals und Isabella wusste genau wer sich hinter ihr verbarg. Sie drehte sich um und blickte in eine Löwenmaske aus Gold. In den Schlitzen sah sie ihre geliebten schwarzen Augen und den feinen grauen Schimmer in ihnen. Dort wo sich das Maul des Löwen befinden sollte, war eine quadratische Öffnung, so dass die Lippen des Besitzers zu sehen waren. Er küsste ihre Hand und zog sie mit sich. Als sie den Saal und den ersten Stock hinter sich hatten, überfiel er sie mit einer stürmischen Umarmung. Er presste Isabella an die Wand, küsste sie leidenschaftlich und liess seine Zunge in ihre Höhle fahren.
„Mylord... ich kann meinen Posten" sie sog die Luft tief ein „jetzt noch nicht verlassen". Er drückte seinen Körper an ihren und sie fühlte seine Erregung. Er hob sie hoch und legte ihre Beine um seine Hüften. In dieser Position spürte sie sein erregtes Glied noch stärker an ihrer Weiblichkeit. Isabella umklammerte ihn und griff ihm beherzt ins Haar.
„Ich bin der Herr dieses Hauses". Er lehnte sich mit seinem Oberkörper zurück, betrachtete sie durch die Schlitze seiner Maske „Du bist so wundervoll zart... den ganzen Tag habe ich an unsere Nacht gedacht und wollte so schnell wie möglich wieder mit dir in den Laken liegen". Daraufhin zog er eine Linie mit Küssen von ihrem Kinn bis zu ihrem Dekolleté. Isabella stöhnte auf und strich mit der linken Hand über die Wölbung seiner Hose. Dies brachte Alexander in Wallung und er schob Isabellas Rock zurück. Sie blickte ihm, durch ihre Maske tief in die Augen. Ein koboldhaftes Glitzern lag in ihnen. Die Fältchen an den Seiten verrieten ihr, dass er schmunzelte. Er strich den Rock und ihr Unterhemd ganz nach hinten, so dass ihre Beine entblösst waren. Er knöpfte seine Hose auf und Isabella blickte erneut auf das heisse pochende Glied, welches sich nach ihr ausstreckte. Er lockerte Isabellas Umklammerung leicht und fuhr mit beiden rauen Händen zu ihren Pobacken. Er blickte ihr in die Augen und dann küsste er sie scharf auf ihren glühenden Mund. Zur selben Zeit berührte er ihre Pforte, drang ein und drückte sie mit einer wuchtigen Bewegung an die Wand. Vor Isabellas Augen verschwammen der Korridor und seine Lichter. Sie hörte und spürte nur noch ihren und den seinen Atem. Das Pochen ihres lauten Herzens gab den Rhythmus ihres Liebesspieles an und beide schwangen sich in einem engen Tanz umeinander. Er knabberte an ihren Lippen und sie genoss jedes einzelne Kneifen seiner Hände an ihrem Hinterteil. Die harte Wand in ihrem Rücken sorgte dafür, dass sie seine heftigen Stösse ganz in sich aufnahm und sie fühlte die Tiefe, in der er sich in ihr vergraben konnte. Ihre Hände wirrten sich durch seine schwarze Mähne und hielten sich daran fest. Er stiess in starken Bewegungen hin und her und zog ihn, um ihr grössere Lust zu bereiten, manchmal hinaus um dann auf ein Neues wieder tief in sie hinein zu preschen. Sie fühlte ihre Feuchtigkeit und wie er sie noch mehr reizte. Sie liess eine Hand nach unten zu seinem Hals sinken und umklammerte diesen. Er stöhnte, stützte sich mit einer Hand an der Wand ab und holte zu seinem letzten kräftigen Stoss aus. Sein Stöhnen klang in den Ohren von Isabella, wie das Gebrüll eines ausgewachsenen Löwen und sie erbebte unter seinen wilden Bewegungen und erreichte zugleich ihren Lustpunkt. Ihre Hand rutschte nach unten, zerriss sein Hemd und ihre Nägel hinterliessen rote Linien auf seiner Brust. Erschöpft sank sein Körper gegen ihren und stützte sich an der Wand ab. Ihre Haut vibrierte noch immer und sie fühlte sich schwindelig. Er keuchte stark an ihrem Ohr und ihre weiblichen Falten pochten verheissungsvoll, während sie sein Glied noch in sich fühlte. Sie strich mit ihren Händen über seinen Rücken. Dann hob er sei-nen Kopf und küsste sie zufrieden auf ihren Mund. Langsam löste sie die Beine von seinen Hüften und stellte sie auf den Flurboden. Er reichte ihr sein Seidentaschentuch, um sich zu säubern und half ihr dann ihren Rock wieder glatt zu streichen. Gerade als sie fertig waren kam ein lachendes Pärchen um die Ecke in den Flur in dem Alexander und Isabella standen. Sogleich verstummten sie. Isabella erkannte den Bruder von Alexander sofort. Auch er musste ihn erkannte haben, den er blickte von ihm zu der Dame, die er im Schlepptau hatte. Auf einmal hatte sie das Gefühl, dass die Stimmung einfror und gewisser Argwohn von Alexander zu seinem Bruder wehte. Rickard de Warenne stand da und musterte seinen Bruder. Seine Gewänder waren von feinster Qualität und er trug eine Halbmaske. Die Stoffe waren in grünlichem Ton gehalten und erinnerten Isabella an einen Minnesänger. Dann ging er an Alexander vorbei. Doch beim Vorbeigehen legte Alexander seine Hand auf Rickards Brust und sagte, Isabella konnte es hören da sie so nah stand „Du bist ein Idiot". Rickard ignorierte ihn und zog die Dame weiter mit sich in den dritten Stock. Isabella war etwas verwirrt. Sie hatte die Dame nicht erkannt, aber sie war bestimmt nicht die junge Lady Penelope gewesen. Es war eine ältere, wahrscheinlich verwitwete Dame gewesen. Alexander wandte sich um und musterte Isabella. „Was geht in deinem Kopf vor?" fragte er leise und küsste ihren Handrücken. Ihr Herzschlag hatte sich allmählich wieder normalisiert. Sie schmunzelte, gab ihm aber keine Antwort. Beide schlichen unauffällig wieder in die Menge unten in der Halle.
Weit nach Mitternacht reisten die letzten Gäste nachhause und diejenigen die hier ein Gemach hatten, zogen sich zurück. Alle Dienstboten beseitigten die Überreste des Festes und legten sich danach in ihre Kammern. Isabella jedoch trat in den Garten hinter dem Haus und schlenderte umher. Weit hinten am Horizont kroch schon die Helligkeit dem schwarzen Nachthimmel entgegen. Obwohl der Tag sehr lang geworden war, verspürte sie noch keine Müdigkeit. Sie fühlte sich federleicht und entspannt. Als sie sich an dicken Hecken vorbeidrückte, um in den anderen Teil des Gartens zu gelangen, stolperte sie über etwas Hartes das am Boden lag. Sie versuchte sich aufzurappeln und drehte sie sich um und erblickte Thomas. Er hatte sich aufgerichtet und wischte sich die Blätter von der Hecke ab, die Isabella auf ihn gestreut hatte.
„Guten Abend Rose" grinste er.
„Was tut ihr denn hier Thomas?" meinte Isabella verdutzt und klopfte ihren Rock aus. Sie blieb jedoch im Gras sitzen. Er verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und legte sich, anscheinend wie zuvor, auf den Rücken
„Ich geniesse den Sonnenaufgang und die frische Brise," sagte er und schaute in den Himmel „dass müsst ihr unbedingt auch versuchen Rose". Sie legte sich auf den Rücken und blickte zu den immer blasser werdenden Sternen.
„Das habe ich früher oft getan" flüsterte Isabella.
„Ach ja?" antwortete Thomas „Ich tue es heute noch. Es gibt nichts beruhigenderes, als sich auf die Erde Gottes zu legen und die Sterne und die Weiten des Himmels zu begutachten, bevor man in eine Schlacht ziehen muss. Alec ist da eher der Stratege. Er sitzt vor seinen Plänen und Aufzeichnungen, die beruhigen ihn" sagte er nachdenklich. Isabella senkte den Blick und beo-bachtete das Profil von Thomas.
„Ihr steht euch sehr nah, nicht wahr?" meinte sie.
„Ziemlich" grinste er „er ist wie der grosse Bruder den ich nie hatte". Plötzlich drehte sich Thomas auf die Seite und blickte Isabella unverwandt an „Wie lange seid ihr schon in Alec ver-liebt?" platzte er hinaus. Isabella errötete und richtete ihre Augen wieder in den Himmel. „Abzustreiten hat keinen Sinn Rose. Das sieht ja ein Blinder" lachte er und drehte sich wieder auf den Rücken. Isabella atmete ein paar Mal tief durch und genoss den Anblick des Himmels. „Ach Rose, bitte verzeihen sie mir meine direkte unkomplizierte Art. Ich wollte ihnen schon an jenem Abend sagen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Alec sorgt sich um... naja ich meine er würde sie gut behandeln und ich bin mir sicher, dass er dafür sorgen wird, dass sie ein unbeschwertes Leben führen können. Er ist kein verantwortungsloser Bastard". Thomas machte eine Pause und Isabella liess sich seine Worte durch den Kopf gehen. Unbeschwertes Leben... sie wusste nicht genau woran es lag, aber diese Worte machten sie irgendwie ärgerlich. Thomas schien zu glauben, dass sie sich aus diesem Grunde Alexander hingegeben hatte, damit sie abgesichert wäre? Er wusste nicht wer sie in Wirklichkeit war, sonst hätte er ihr so etwas niemals unterstellt. Wie konnte er glauben sie hätte es darauf angelegt?! Doch das alleine war nicht der Grund warum sie plötzlich so wütend wurde. Ganz unvermittelt wurde ihr wieder einmal bewusst, welche Position sie hier einnahm. Nämlich die einer Maitresse. Es war nichts Schäbiges an dieser Art, doch ihr wurde gewahr, dass ihr dieses Gefühl nicht reichen würde. Sie würde Alexander mit einer anderen Frau teilen müssen! Sie fühlte, wie die Wut in ihr anschwoll und sie konnte sie kaum unterdrücken, als sie sagte
„Mister Jackson, niemals war es meine Absicht die Maitresse von Lord Cumberland zu werden, damit ich abgesichert wäre! Sie sind zu oft mit den oberen Schichten zusammen und glauben wohl, wie viele dieser Klasse, dass das Ziel der Unteren nur dasjenige sei, ein unbeschwertes Leben zu haben. Dann kann ich nur sagen, sie tun mir leid Mister Jackson" abrupt erhob sie sich und quetschte sich durch die Hecke zurück ins Haus. Sie hörte noch wie er ihr nachrief, doch Isabella ging rasch weiter bis zu ihrer Kammer. Ihre Wut hielt an. Leise schlüpfte sie in ihre Kammer. In dieser Woche teilte sie sich das Zimmer mit einer Hilfskraft aus Cornwall. Das Mädchen lag tief schlafend im Bett und bemerkte nicht, dass Isabella verwirrt eintrat. Eilig zog sie sich aus, schlüpfte in ihr Nachthemd und dann unter die Decke. Maitresse! Nein..., dass wollte sie nicht werden... sie konnte nicht... da würde sie lieber bis an den Rest ihrer Tage als Dienstbotin arbeiten! Wie naiv war sie doch nur in dieser Taverne damals gewesen! Sie hatte wirklich geglaubt sie könne ihre Bedingungen an diese Liebschaft knüpfen und nun war sie alleine die Sklavin seiner Berührungen. Sie wälzte sich hin und her und fragte sich schlussendlich, ob sie ohne ihn nur mit seinen Kindern ihr Glück finden könnte?
DU LIEST GERADE
Schottisches Feuer und englische Anmut - Band 1
Ficção HistóricaEngland im Umbruch. Der junge König Henry VIII hat nicht das Geschick und das gute Herz seines Vaters geerbt. Er will Krieg und Schottland endlich unter englischer Herrschaft wissen. In diesen Sog gerät der kampferfahrene Alexander de Warenne, Lord...
